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Eklat in der Europa LeagueRiera-Klub feiert den „Schlächter von Bosnien“

Albert Riera bespricht sich mit seinen Spielern.

Copyright: IMAGO/Starsport

Albert Riera musste mit Roter Stern Belgrad eine bittere Niederlage in der Europa-League-Quali hinnehmen. Auch abseits des Rasens schrieb der Klub Schlagzeilen.

Aktualisiert:

Nach dem Tod des als Kriegsverbrecher verurteilten früheren Armeechefs Ratko Mladic senden nicht nur Fans von Roter Stern Belgrad einen Gruß an den „Schlächter von Bosnien“, sondern auch der Verein.

Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic ist am Donnerstag verstorben. Der Kriegsverbrecher, der wegen der Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 als „Schlächter von Bosnien“ in die Geschichte einging, wurde bei der Qualifikation zur Europa League von einem Klub gefeiert.

Mladic starb am Donnerstag nach jahrelanger Haft in einem Krankenhaus in Den Haag. Das Gericht hatte ihn 2017 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt.

Banner und X-Post zu Ehren von Kriegsverbrecher Mladic

Mladic hatte während des gesamten Verfahrens seine Unschuld beteuert. In Serbien hat er bis heute Verehrer. Das zeigte sich auch am Donnerstagabend in der Qualifikation zur Europa League. In der Kurve von Roter Stern Belgrad hingen beim Auswärtsspiel bei Viktoria Pilsen Banner, auf denen zu lesen war: „General, ewige Ehre und Dankbarkeit“.

Der offizielle Account des Vereins postete ein Foto dieses Grußes an den Verstorbenen bei X, garniert mit einem salutierenden Emoji.

In den Kommentaren forderten viele Nutzer daraufhin von der UEFA Konsequenzen für den Klub. Schließlich schränkte der Verein die Kommentarfunktion ein. Die Europäische Fußball-Union hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert.

Sportlich verpasste Roter Stern Belgrad den Einzug in die Europa League auf bittere Weise. Nach dem 3:0-Sieg im Hinspiel verlor das Team von Ex-Frankfurt-Coach Albert Riera mit 1:5 nach Verlängerung. Das Hinspiel hatte der Klub, der zuvor bereits in der Qualifikation zur Champions League gescheitert war, mit 3:0 gegen die Tschechen gewonnen. Riera hatte erst nach dem Aus in der Champions-League-Quali und dem Rücktritt von Dejan Stankovic bei Belgrad übernommen.

Mladic litt seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen und hatte zuletzt mehrere Schlaganfälle. Wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustands setzten sich serbische Behörden und Mladics Familie für seine Verlegung in ein serbisches Militärkrankenhaus ein. Das Haager Gericht lehnte dies aber ab. Mladics Sohn Darko Mladic hatte deshalb in der vergangenen Woche von einem „stillen Mord“ an seinem Vater gesprochen.

Mladics Name wird immer mit dem Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 verbunden bleiben. Damals stürmten die bosnisch-serbischen Truppen die dortige UN-Schutzzone und richteten Gräueltaten an muslimischen Männern und Jungen an. 8000 Menschen wurden ermordet. Ihre Leichen wurden in Massengräbern verscharrt.

Viele Leichen wurden anschließend wieder ausgegraben und in andere Gräber umgebettet, um die Verbrechen zu vertuschen. Die wenigen Überlebenden berichteten von brutalen Gewalttaten der bosnisch-serbischen Truppen in Srebrenica, darunter Folter und Vergewaltigung. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Der IStGHJ erhob deshalb und wegen anderer Verbrechen 1995 Anklage gegen Mladic. Damals musste er zwar seinen Militärposten abgeben, führte danach aber noch jahrelang ein luxuriöses Leben in Serbien. Nach dem Sturz des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic im Jahr 2000 wuchs der Druck auf ihn.

Nach 16 Jahren auf der Flucht wurde Mladic 2011 in Serbien festgenommen und nach Den Haag überstellt. Das Gericht verurteilte ihn 2017 wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft. Seine Verbrechen gehörten zu den „abscheulichsten“, welche die Menschheit je gesehen habe, urteilten die Richter damals. Der Schuldspruch wurde 2021 letztinstanzlich bestätigt. (are/AFP)

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