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„Denen fehlt kein Talent“Diese DFB-Stars sind Klopps Gewinner

Jonas Urbig wird von seinem Trainer Jürgen Klopp umarmt.

Copyright: IMAGO/Ball Raw Images

Jürgen Klopp herzt seinen Torhüter Jonas Urbig. Nicht nur in München sondern, auch beim DFB darf er seinen Status als einen der besten Torhüter behalten.

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Nur ein Sieg in vier Spielen - und trotzdem gab es beim Einstand von Jürgen Klopp einige Gewinner.

Keine Talente? Jürgen Klopp sah die düstere Bestandsaufnahme im deutschen Fußball nach nur vier Spielen widerlegt. „Ich habe zwei Wochen mit 43 Spielern zusammengearbeitet“, sagte der neue Bundestrainer nach seinem Einstand und betonte: „Denen fehlt kein Talent. Die haben Lust, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.“

Klopp mag bei seiner ersten Länderspielmaßnahme nur ein Erfolg gelungen sein, auf dem Platz sah er aber auch beim 0:0 zum Abschluss in Griechenland einige Sieger. „Jeder hat sich gezeigt, alle hatten ihre Berechtigung“, schwärmte er. Fünf Gewinner:

Scherhant über DFB-Debüt: „Wenn ich überlege, wo ich vor fünf oder sechs Jahren war...“

Philipp Treu (SC Freiburg): Seine plötzliche Berühmtheit sieht der Freiburger nicht als Problem. „Wenn mich mal jemand erkennt, freue ich mich auch“, sagte Treu zur Aussicht, nicht mehr unerkannt über die Straße gehen zu können. Gleich dreimal durfte der 25-Jährige ran und überzeugte als Vorarbeiter auf der „ewigen“ Baustelle rechts hinten. „Er hat einen tollen Job und großen Spaß gemacht“, sagte Klopp.

In Thessaloniki wurde Treu fast zum Matchwinner, setzte den Ball kurz vor Schluss aber übers Tor. „Der war eklig, noch abgefälscht“, sagte er und bekannte, er habe „ein bisschen schlechteres Gefühl, weil ich unbedingt gewinnen wollte“. Für Lothar Matthäus hat er gewonnen: Wegen Treu macht sich der Rekordnationalspieler „keine Sorgen“ mehr, „dass wir auf der Rechtsverteidiger-Position ein Problem haben“.

Malick Thiaw (Newcastle United) : Ein Neuling ist Thiaw nicht, er debütierte schon im Juni 2023 unter Hansi Flick und ließ Rudi Völler schwärmen („Wunderbar!“). Unter Klopp erwies sich der beinharte Verteidiger als echte Alternative für das Abwehrzentrum - ähnlich wie Yann Aurel Bisseck. Aber Gewinner? „Weiß ich nicht“, sagte Thiaw bescheiden, „aber ich habe es auf jeden Fall genossen.“

Neben seiner Kopfballstärke überzeugte der 25-Jährige mit Körperlichkeit und als aggressiver Vorwärtsverteidiger, notfalls auch im Trash-Talk („instinktiv“). „Sehr geholfen“ habe ihm dabei Nebenmann Waldemar Anton, „ein absoluter Leader“. Klopp lobte, die Kombination habe „sehr gut funktioniert“.

Derry Scherhant (SC Freiburg): Der Freiburger rieb sich nach seinem zweiten Länderspiel verwundert die Augen. „Wenn ich überlege, wo ich vor fünf oder sechs Jahren war...“, sagte er mit „Gänsehaut“ über die Zeit, als er unerlaubt über Zäune kletterte, um auf gesperrten Plätzen alleine zu trainieren. Mit seinen Dribblings und Abschlüssen hat der 23-Jährige das deutsche Spiel enorm belebt.

Kumpel Treu meinte: „Ich sehe ihn tagtäglich im Training, wie akribisch er arbeitet - gerade in seiner Stärke, dem Eins-gegen-eins, ist er on fire gewesen. Und in der Defensivarbeit hat er einen wahnsinnigen Schritt gemacht.“

Torhüter Finn Dahmen und Denny Scherhant stehen nach dem Spiel vor den mitgereisten Fans.

Copyright: IMAGO/Kirchner-Media

Torhüter Finn Dahmen und Denny Scherhant stehen nach dem Spiel vor den mitgereisten Fans.

Jonas Urbig (FC Bayern München): In München ist Urbig die „Nummer 1b“ hinter dem „ewigen“ Manuel Neuer, auch beim DFB dürfte er diesen Status jetzt inne haben. Zwar hat Klopp Marc-André ter Stegen „für den Moment“ zur Nummer eins erklärt, Urbig aber ist erster Herausforderer. Als einziger der fünf Torhüter durfte er zweimal ran und hielt seinen Kasten gegen Serbien (2:0) wie in Griechenland sauber.

Auch Matthäus bescheinigte dem 23-Jährigen eine „sehr souveräne“ Vorstellung, die Urbig mit seiner „Top-Parade“ in der Anfangsphase krönte. Eine Kampfansage ließ sich Urbig aber nicht entlocken: „Es ist nicht meine Verantwortung, wer nominiert und aufgestellt wird.“

Aleksandar Pavlovic (FC Bayern München): Die Debatte um Kapitän Joshua Kimmich hat Klopp (ungewollt) selbst befeuert und konnte sie (vorerst) nicht mehr einfangen. Auch, weil Vertreter Pavlovic als Sechser überzeugte. Das Zusammenspiel mit Achter Tom Bischof klappte vor allem gegen Serbien hervorragend, als auch Kimmich auf der Tribüne einen Blick in die Zukunft des deutschen Mittelfeldes werfen durfte.

Aleksandar Pavlovic klatscht sich in die Hände.

Copyright: IMAGO/Kirchner-Media

Pavlovic ist zufrieden nach dem Spiel, als Sechser war er ziemlich überzeugend für Klopp.

Pavlovic, sagte Klopp, „war überall“. Der frühere DFB-Kapitän Michael Ballack sieht dennoch „niemanden“, der Kimmich „derzeit ersetzen könnte“. In München spielt Pavlovic (22) ja auch erst einmal wieder: neben Kimmich. (sid)