Dani Alves steht bei den Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung mit dem Rücken zur Wand. Immer wieder änderte er seine Aussagen zum Ablauf, vollzog sogar eine komplette Kehrtwende.
Dani Alves bleibt im KnastIn Widersprüche verstrickt: Fußball-Star kassiert neuen Tiefschlag

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Dani Alves, hier am 1. Dezember 2022 während der WM in Katar auf einer Pressekonferenz, sitzt weiter in Untersuchungshaft.

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Auf dem Rasen kannte Dani Alves (39) nur Erfolge, holte mehr Titel als jeder andere Spieler der Fußball-Geschichte. Vergewaltigungsvorwürfe einer jungen Frau lassen seinen Legenden-Status aber empfindlich bröckeln, vor Gericht droht dem Brasilianer die mit Abstand folgenschwerste Niederlage seines Lebens.
Seit einem Monat sitzt der 126-malige Nationalspieler inzwischen in Barcelona in Untersuchungshaft, während die Justiz im mutmaßlichen Missbrauchs-Fall vom 30. Dezember 2022 auf Hochtouren ermittelt und spanische Medien tagtäglich ausführlich über die neuesten Entwicklungen berichten. An beiden Fronten wird deutlich: Es sieht nicht gut aus für Dani Alves.
Zahlreiche Versionen von Dani Alves: Was passierte auf der VIP-Toilette?
Wie die katalanische Tageszeitung „ARA“ berichtet, habe es in Alves’ Aussage zum Verlauf der betreffenden Nacht in einem Nachtclub fortlaufend Widersprüche gegeben. Mehrmals wurde die Version des Fußballers demnach durch gezielte Nachfragen, Indizien oder die Aussagen von Zeuginnen und Zeugen infrage gestellt. Daher gebe es inzwischen etliche verschiedene Einlassungen über die Abläufe am mutmaßlichen Tatort.
Bei einem ersten Statement hatte Alves angeblich noch bekräftigt, das mutmaßliche Opfer überhaupt nicht zu kennen. Das korrigierte er den Berichten zufolge später, betonte aber weiterhin, dass nichts Rechtswidriges passiert sei. Als er im weiteren Verlauf der Befragung mit konkreten Indizien konfrontiert wurde, soll er erklärt haben, dass er und das mutmaßliche Opfer sich auf der Toilette des VIP-Bereichs lediglich flüchtig begegnet seien.

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Ein Bild aus besseren Tagen: Dani Alves und Ehefrau Joana Sanz auf einem am 10. Juni 2022 bei Instagram veröffentlichten Urlaubsfoto.
Unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete „ARA“ am Montag (20. Februar 2023), dass Alves in Bedrängnis plötzlich noch einmal eine komplett neue Verteidigungs-Strategie gewählt habe. In Wahrheit sei er das Opfer gewesen, habe sich aus Rücksicht aber mit Anschuldigungen zurückgehalten. „Um ehrlich zu sein, habe ich die junge Frau schützen wollen“, soll er mit leicht zitternder Stimmer ausgesagt haben.
Der Tatverlauf laut dieser Version: Als Alves auf der Toilette war, habe die Frau unangekündigt begonnen, ihn oral zu befriedigen. Wenn auch ohne ausdrückliche Zustimmung habe er sich darauf stillschweigend eingelassen.
Ausgelöst wurde die Kehrtwende, von der auch die Tageszeitung „El Periódico“ berichtet, angeblich, weil der 39-Jährige mit auf der Club-Toilette gefundenen Spermaspuren konfrontiert worden sei. Auch im Intimbereich der Frau sollen sich Rückstände befunden haben. Eigeninitiative beim Geschlechtsakt soll Alves aber zunächst weiter abgestritten haben.
Dani Alves und mutmaßliches Opfer widersprechen sich in Aussagen
Für einige Zeit hatte die Alves-Aussage Bestand, ehe sie bei der Anhörung über eine mögliche Aufhebung der Untersuchungshaft am Donnerstag (16. Februar) erneut überarbeitet worden sein soll. Über seinen Anwalt sagte Alves demzufolge aus, dass der sexuelle Akt sehr wohl einvernehmlich erfolgt sei.

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Bei der Anhörung in Barcelona war Dani Alves nicht vor Ort wurde stattdessen durch Anwalt Cristobal Martell (l.) vertreten.
Gegenüber seiner Ehefrau Joana Sanz (29) soll er zuvor erklärt haben, dass er betrunken gewesen sei und sich an den genauen Hergang nicht erinnern könne. Das Model hatte ihn am 6. Februar im Gefängnis Brians 2 im Westen von Barcelona besucht, sich durch das Löschen aller gemeinsamer Fotos auf ihrem Instagram-Account zuvor aber auch öffentlich von ihrem Gatten abgewandt.
Wie „ARA“ und „El Periódico“ weiter berichten, sollen Spuren und Indizien Alves schwer belasten und auch seine aktuelle Aussage infrage stellen. Fingerabdrücke des mutmaßlichen Opfers bekräftigten bei der Rekonstruktion angeblich deren Version, nach der es zur vaginalen Penetration gekommen sei – ausdrücklich gegen ihren Willen.
Trotz anhaltender Versuche seiner Verteidiger sitzt Dani Alves wegen befürchteter Fluchtgefahr daher weiter in Untersuchungshaft. Vorschläge der Anwälte, ihn auf Kaution und unter Auflagen, etwa einer elektronischen Fußfessel, auf freien Fuß zu setzen, wurden bisher stets abgelehnt. Auch am Dienstag (21. Februar) wurde nach den Erkenntnissen der Anhörung aus der Vorwoche wieder gegen eine Freilassung entscheiden, Alves bleibt somit hinter Gittern. (bc)

