Die Auseinandersetzung zwischen Belgien-Trainer Domenico Tedesco und Star-Torwart Thibaut Courtois an Schärfe. Courtois veröffentlichte ein Statement, das es in sich hat.
„Zutiefst enttäuscht“Streit in Belgien eskaliert – Tedesco unter Druck, Spielerfrau mischt sich ein

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Thibaut Courtois wird am 17. Juni 2023 von seiner Verlobten Mishel Gerzig zu seinem 100. Länderspiel beglückwünscht. Wenig später eskalierte der Streit zwischen ihm und Domenico Tedesco.
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In der belgischen Fußball-Nationalmannschaft spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen Trainer Domenico Tedesco (37) und Star-Torhüter Thibaut Courtois (31) von Real Madrid zu.
In den sozialen Medien zeigte sich Courtois in einem ausführlichen Statement „zutiefst enttäuscht“ darüber, dass Tedesco Inhalte eines intern geführten Gesprächs öffentlich gemacht habe. Er wolle zudem klarstellen, „dass die Einschätzungen des Trainers nicht der Realität entsprechen“.
Courtois widerspricht Tedesco nach Binden-Streit
Zunächst hatte der belgische Verband ohne Angaben von Gründen mitgeteilt, dass Courtois im EM-Qualifikationsspiel am Dienstag (20. Juni 2023) gegen Estland nicht auflaufen werde. Dies habe ihn „überrascht und schockiert“, hatte Tedesco (37) daraufhin bei der Pressekonferenz zum Spiel gesagt.
„Nach dem Spiel wollte Thibaut plötzlich mit mir sprechen und sagte mir, er wolle nach Hause, weil er enttäuscht sei und sich beleidigt fühle“, erklärte der frühere Schalke- und Leipzig-Trainer Tedesco.
Laut belgischen Medienberichten ist der 31 Jahre alte Keeper erbost, nach der Verletzung von Kevin De Bruyne (31) beim 1:1 am vergangenen Samstag (17. Juni) gegen Österreich nicht die Kapitänsbinde vom deutschen Trainer bekommen zu haben. Statt Courtois hatte Tedesco Stürmer Romelu Lukaku (30) zum Kapitän gemacht.
Sie hätten im März beschlossen, dass Lukaku und Courtois hinter De Bruyne gleichberechtigte Stellvertreter seien.
Verteidiger Jan Vertonghen (36) sprach von einer „traurigen Situation. Mir wäre es lieber, wenn Thibaut dabei wäre, aber die Gruppe steht über allem. Die Prozesse sind nun sicherlich gestört, es muss eine Lösung gefunden werden.“
Courtois wiederum erklärte in seinem Statement, das er bei Instagram veröffentlichte, in dem Gespräch mit dem früheren Trainer von Leipzig und Schalke „in keinem Fall irgendetwas gefordert“ zu haben. Ihm sei es lediglich darum gegangen, Situationen, die dem Team in der Vergangenheit geschadet hätten, zu vermeiden.
Courtois' Instagram-Post sehen Sie hier:
„Kapitän der Nationalmannschaft zu sein oder nicht zu sein, ist weder eine Laune noch eine willkürliche Entscheidung“, schrieb der Real-Torwart, „es sollte seine Entscheidung sein, und das habe ich versucht, ihm zu vermitteln. Leider habe ich mein Ziel nicht erreicht.“
Er habe auch mit Lukaku gesprochen, teilte Courtois mit, nicht aber mit anderen Teamkollegen, wie behauptet worden sei. Am Ende seiner Erklärung informierte der Nationalspieler zudem, sich am Sonntagnachmittag (18. Juni) wegen Problemen im rechten Knie einer Untersuchung unterzogen zu haben. „Das medizinische Team meines Klubs und der Nationalmannschaft standen in Kontakt und haben das gesamte entsprechende Material geprüft, um die Entscheidung zu treffen, das Trainingslager zu verlassen.“
Courtois-Verlobte verteidigt Torwart und pöbelt auf Instagram
Auch Courtois' Verlobte Mishel Gerzig mischte sich in den Streit ein. In ihrer Instagram-Story postete sie am späten Montagabend ein Bild, das das mit Kinesio-Tape versehene Knie des Torwarts zeigt. Aufgenommen wurde es offenbar in einem Privat-Flugzeug, das das Paar zurück nach Madrid brachte.
Zudem teilte sie sein Statement und schrieb dazu: „Es tut mir leid, dass nun Leute Gerüchte über dich verbreiten, die nur darauf gewartet haben, dich fertig zu machen und deinen Namen zu besudeln.“ Das israelische Model weiter: „Diese Leute verstehen nicht, dass du die Definition von Qualitätsfußball bist.“ Courtois sei eine wahre Legende. „Und Legenden gehen niemals unter.“
Der Machtkampf mit Courtois hat durchaus das Potenzial, Tedescos Job zu gefährden. Angesichts der unübersichtlichen Gemengelage beim Starensemble der Belgier erscheint es fraglich, ob der Deutsch-Italiener seinen Vertrag bis zur EM-Endrunde im kommenden Jahr in Deutschland erfüllen darf. (are/dpa/sid)
