Nizza ist in der laufenden Saison der Conference League kein gutes Pflaster. Während es beim heimischen OGC sportlich gut läuft, ist die Spielzeit für die Stadt ein Desaster, meint unser Autor. Ein Kommentar.
KommentarWieder Fan-Ärger in der Conference League: Nizza blamiert sich bis auf die Knochen

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Polizeikräfte am 8. September 2022 beim Spiel in der Conference League zwischen OGC Nizza und dem 1. FC Köln im Allianz-Riviera-Stadion.

Heiße Phase im Europapokal! Fußballfeste Woche für Woche in vollen Stadien, mit purer Leidenschaft in Heim-Bereich und Gästeblock: Was für Liebhaberinnen und Liebhaber nicht weniger als die Essenz des Fußballs darstellt, ist für Christian Estrosi (67) eine Horror-Vorstellung.
Das Problem dabei: Estrosi denkt so nicht als Privatperson, sondern als Bürgermeister der französischen Mittelmeer-Perle Nizza. Und damit als einer der Hauptverantwortlichen dafür, dass derartige Fußballfeste in seiner Stadt reibungslos über die Bühne gehen. Nizzas Ausflug in die Conference League in der laufenden Saison zeigt allerdings: Der Politiker ist damit vollkommen überfordert.
Nizza im Europapokal: Stadt ist dem Rahmen nicht gewachsen
Der Rückblick auf den Gruppen-Auftakt gegen den 1. FC Köln bedarf keiner großen Erklärung. Außerhalb und innerhalb des Stadions herrschte wegen haarsträubender Organisations-Versäumnisse pures Chaos – auch schon vor der Eskalation, bei der enthemmte Straftäter aus beiden Lagern auf den Tribünen teils ungestört aufeinander einprügelten.
Dass Estrosi derartigen Szenen, die auch seinem Ansehen massiv geschadet hatten, nicht noch einmal in der Stadt sehen will, ist logisch und richtig. Sein Lösungs-Ansatz allerdings könnte falscher nicht sein.
Er wandte sich am Dienstag (11. April 2023) per Pressemitteilung und auf Twitter an die kommende Woche zum Viertelfinal-Rückspiel der Conference League in Nizza erwarteten Fans des FC Basel. Estrosi flehte, sie mögen bitte von ihren Reise-Plänen absehen.
„Ich muss meine Besorgnis über die Ankunft Hunderter Schweizer Fans in den Straßen von Nizza zum Ausdruck bringen“, schrieb Estrosi: „Ich bitte die Schweizer Anhänger, nicht anzureisen.“ Eine Bankrotterklärung! Wenn eine Stadt sich nicht in der Lage sieht, für die Sicherheit rund um Fußballspiele zu sorgen, ist auch ihr Klub auf höchstem Niveau schlichtweg falsch aufgehoben.
Nizza-Appell an Basel-Fans ist ein Fall für die Uefa
Hier steht damit auch die Uefa um Präsident Aleksander Ceferin (55) in der Pflicht, der sich beim umstrittenen Fan-Ausschluss gegen Eintracht Frankfurt in Neapel vor wenigen Wochen noch fein rausgehalten hatte.Nehmen Sie hier an der EXPRESS.de-Umfrage teil:
Estrosis Vorstoß, dass Schweizer Fans das erste (!) internationale Auswärts-Viertelfinale der Klub-Geschichte lieber zu Hause auf der Couch verfolgen sollen, ist für den obersten politischen Verantwortungsträger einer Großstadt schlicht und ergreifend eine Unverschämtheit.
So erfolgreich der heimische OGC seine Stadt in der Conference League auch noch vertreten mag: Nizza selbst hat sich bei dieser Europa-Reise bis auf die Knochen blamiert.
