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Ende gut, Pizza gut? Nach Anwalts-Zoff um die Sorte „Champignons League“ – UEFA zieht Klage zurück

Shadi Souri hält eine Pizza in die Kamera.

Shadi Souri präsentiert die Pizza, die für das Vorgehen der UEFA gesorgt hat.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) ist juristisch gegen ein Unternehmen in Gießen vorgegangen. Dieses will eine Pizza unter dem Namen „Champignons League“ anbieten.

Seit der Saison 1992/93 begeistert die Champions League die Fußball-Fans. Der Sieg in der Königsklasse ist für die europäischen Top-Mannschaften immer noch das Maß aller Dinge. Wenn die Hymne erklingt, dann leuchten die Augen auf dem Platz, auf den Tribünen und vor dem Fernseher. Doch der Reiz der Champions League hat nun einem Start-up-Unternehmen aus Gießen rechtlichen Ärger eingebracht.

Shadi Souri (30) musste seine Pizzeria in der Gießener Fußgängerzone in Folge der Corona-Pandemie schließen. Zum Ausgleich hat er angefangen, Tiefkühl-Pizzen zu erstellen, das Unternehmen wächst, rund 1000 Supermärkte beliefert er seitdem. Eine Sorte nennt sich beispielsweise „Die Königin“ – eine klassische neapolitanische, mit Tomaten, Käse und Basilikum.

Eine vegetarische Variante der Pizza trägt den Namen „Champignons League“ – und hat natürlich viele Pilze als Belag. Doch das rief die Europäische Fußball-Union (UEFA) auf den Plan. Sie ging juristisch gegen das Unternehmen vor! Der europäische Dachverband hat deshalb eine Kanzlei eingeschaltet.

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UEFA: Champions League ein geschützter Markenbegriff

„Ich fühle mich geehrt. Als ein Kind des Fußballs. Eine Anzeige von der UEFA? Meiner Bande und mir zeigt es nur, dass wir absolut auf dem richtigen Weg sind“, schrieb der Inhaber bei Instagram und stellte das Schreiben der Kanzlei ins Netz.

Die Pizza-Experten hatten unter der Registernummer 302021117670 am 27. Oktober 2021 die Pizza als Marke eintragen lassen. Ende Dezember kam dann das Schreiben der UEFA-Anwälte. „Uns wurde eine Frist bis zum 28. Januar gesetzt, um die Pizza wieder vom Markt zu nehmen, sonst würde eine Klage vorbereitet“, sagte Souri zu EXPRESS.de.  

„Nun wartet der Geschäftsmann ab. Warum sucht die UEFA nicht den Dialog? Wir sind doch nur ein Start-up mit 40 Personen. Unsere Pizza ist zwar auch rund, es geht bei ihr aber nicht um Fußball. Königsklasse sind lediglich die Pilze auf der Pizza. Wir wissen nicht, was das soll.“

Die hessische Firma verstößt aus Sicht der Anwälte gegen den Bekanntheitsschutz der Marke „Champions League“, den sich die UEFA für die Königsklasse im europäischen Klub-Fußball hat schützen lassen. Diesen Begriff habe man sich branchen- und warenübergreifend gesichert.

Am Dienstag (1. Februar 2022) meldete sich die UEFA erneut bei EXPRESS.de und erklärte ihr Vorgehen. Zum einen handele es sich um ein kommerzielles Unternehmen und nicht um eine einzelne Pizzeria. „Wie in solchen Fällen üblich, haben unsere Marken-Anwälte vor Ort diese Handelsgesellschaft angeschrieben und höflich aufgefordert, ihre Markenanmeldung zurückzuziehen, um langwierige Widerspruchsverfahren vor dem deutschen Markenamt zu vermeiden.“

UEFA lenkt im Pizza-Streit ein: Können damit sehr gut leben

Die Marke „Champions League“ habe hochgradig ähnliche Zeichen zu „Champignons League“. Problem bei der Sache: Es besteht natürlich eine Verwechslungsgefahr, da sich die Begriffe auch ähnlich anhören. Doch am Abend hatte die Geschichte dann doch plötzlich ein Happy End.

Beim Fußball-Verband gingen wohl alle noch einmal in sich, dann gab die UEFA gegenüber EXPRESS.de dieses Statement ab: „Offensichtlich machen einige Leute aus dieser Geschichte ein Drama. Die UEFA nimmt den Schutz ihres geistigen Eigentums natürlich ernst, aber in diesem Fall scheint ein übereifriger lokaler Markenvertreter zu voreilig gehandelt zu haben. Die UEFA Champions League kann mit dieser köstlich klingenden Pizza gut leben.“ Also: Ende gut, Pizza gut?

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