Das erste Spiel in der Champions League war für Torwart Antonin Kinsky von den Tottenham Hotspur ein Debakel. Er wurde bereits nach einer guten Viertelstunde ausgewechselt.
Neues Video aufgetauchtBöser Verdacht zum Torwart-Wechsel nach 17 Minuten
Für Torhüter Antonin Kinsky (22) endete das Debüt in der Champions League mit einer historischen Schmach. Schon nach 17 Minuten wurde der junge Tscheche nach zwei verschuldeten Gegentoren beim Stand von 0:3 im Spiel der Tottenham Hotspur bei Atlético Madrid ausgewechselt.
Tottenham-Trainer Igor Tudor (47) verteidigte die Auswechslung seines unglücklichen Torwarts nach Abpfiff. „Das war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen“, sagte Tudor nach der 2:5-Pleite der Engländer im Achtelfinal-Hinspiel. „Eine unglaubliche Situation“, sagte der 47-Jährige.
Handelte Tottenham-Trainer auf Wunsch seines Kapitäns?
Der unter Druck stehende Tudor hatte statt auf Stammkeeper Guglielmo Vicario auf den jungen Tschechen gesetzt, der zuvor in dieser Spielzeit erst zweimal im Ligapokal zum Einsatz gekommen war. Das sei in der aktuellen Situation die richtige Entscheidung gewesen, sagte Tudor.
Schon in der 15. Minute führte Madrid 3:0, auch weil der Torwart zweimal patzte. Bei Atléticos Führung rutschte er bei einem Pass weg. Wenig später spielte er den Ball relativ unbedrängt genau in die Füße von Julian Alvarez, der ohne Probleme das 3:0 machte. „Er ist ein guter Torwart. Leider sind in diesem wichtigen Spiel diese Fehler passiert“, sagte der Trainer.
Bislang wirkte es, als habe der Kroate die Entscheidung aus eigenem Antrieb getroffen, ein bei Social Media aufgetauchtes Video zeigt jetzt aber eine andere Version: Kapitän Cristián Romero (27) geht direkt nach dem Tor zum 0:3 zur Coaching-Zone und spricht kurz mit Tudor. Als der Dialog beendet ist, macht Tudor die Wechsel-Geste in Richtung Ersatzbank.
Hatte der Spielführer der Spurs womöglich komplett das Vertrauen in seinen Hintermann verloren und daher seinem Trainer die drastische eingeflüstert? Darüber wird nun auch in den Kommentaren zum Video hitzig diskutiert – mit massiven Vorwürfen gegen den Argentinier.
„Was für ein schlechter Teamkollege und noch schlimmerer Kapitän. Seinen eigenen Torwart derart auszuliefern zeugt von fehlendem Teamgeist“, hieß es im Kommentar eines Fans. Viele Reaktionen fielen ähnlich aus. Ein Anhänger warf verteidigend ein, dass niemand genau wisse, was in den wenigen Sekunden zwischen Spieler und Trainer besprochen worden sei.
Auf dem Rasen hatte Romero seinen Torhüter bei dessen Gang zur Auswechselbank kurz umarmt und tröstende Worte mitgegeben. Auch von mehreren ehemaligen Torhütern gab es Zuspruch. Englands Ex-Nationaltorhüter Joe Hart (38) sagte bei TNT Sports: „Ich bin einfach nur untröstlich für den Jungen.“
Der frühere Weltklasse-Keeper Peter Schmeichel (62) ging Trainer Tudor deutlich an, schimpfte beim Sender CBS: „Er ersetzt ihn, das wird Auswirkungen auf den Rest seiner Karriere haben. Er hat seine Karriere komplett ruiniert.“
Tudor selbst droht ebenfalls bald ein Wechsel: Nachdem er seine ersten vier Pflichtspiele allesamt verloren hat, fordern viele Fans bereits wieder seine Entlassung. (bc/dpa)

