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Debakel für Nummer zweiTorwartwechsel nach 17 Minuten: Fans applaudieren dankbar

Guglielmo Vicario tröstet Antonin Kinsky bei seiner Einwechslung.

Copyright: IMAGO/Guillermo Martinez

Guglielmo Vicario tröstet Antonin Kinsky beim Wechsel nach einer guten Viertelstunde.

Aktualisiert

Antonin Kinsky erlebt einen ganz furchtbaren Abend in der Champions League. Nach einer guten Viertelstunde hat sein Trainer genug.

In einer Viertelstunde vom Traum zum Albtraum! Torwart Antonin Kinsky (22) würde diesen Abend wohl gerne ganz schnell aus dem Gedächtnis streichen – und wird ihn vermutlich sein Leben lang nicht vergessen.

Der junge Tscheche kam am Dienstagabend zu seinem Debüt in der Champions League. Tottenham-Trainer Igor Tudor (47) gab der etatmäßigen Nummer zwei im Spiel bei Atlético Madrid den Vorzug vor Stammkeeper Guglielmo Vicario (29). Der Italiener nahm auf der Bank Platz.

Torwart muss getröstet werden – höhnischer Applaus im Stadion

Doch diese Entscheidung bereute der kroatische Coach schnell. Nach nur 15 Minuten hatte sich Kinsky bereits drei Tore gefangen. Dabei legte er Atlético sowohl das 1:0 durch Marcos Llorente (6.) als auch das 3:0 durch Julian Alvarez (15.) mit unfassbaren Böcken selbst auf. Lediglich am 2:0 durch Antoine Griezmann (14.) hatte er keine Schuld, hier war Micky van de Ven ausgerutscht.

Nach dem dritten Tor hatte Tudor, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, genug gesehen. Er holte Kinsky vom Platz und brachte Stammtorwart Vicario ins Spiel (17.). Die Kamera fing ein, wie Kinsky auf dem Weg in die Kabine von einem Mitarbeiter der Spurs in den Arm genommen und getröstet wurde.

Als sei der Abend nicht schon bitter genug, gab es von den Atléti-Fans auch noch halb dankbaren, halb höhnischen Applaus für den Unglücksraben.

Im Netz gab es zwar jede Menge Wut der Tottenham-Fans, aber auch Empathie. „Kinsky tut mir so leid. Warum bekommt er sein erstes Spiel des Jahres ausgerechnet in so einem Spiel?“, fragte ein Fan unter dem X-Post der Spurs zum dritten Gegentreffer. „Tudor raus. Vicario war so schlecht, und JETZT wirfst du Kinsky rein. Bring ihn doch in der Premier League und nicht in einem Champions-League-Spiel gegen eines der besten spanischen Teams“, schrieb ein anderer.

Einige Tottenham-Fans hatten bereits seit einer Weile einen Wechsel auf der Torwartposition gefordert, weil Vicario keine sonderlich gute Saison spielt. „Ihr wolltet alle Kinsky statt Vicario. Da habt ihr Kinsky“, spottete ein User. „Wenn du deinen Stammkeeper rausnimmst, weil er kacke ist, und dann sehr schnell rausfindest, warum er jede Woche spielt“, so ein weiterer Kommentar.

Vicario kassierte nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung den vierten Treffer durch Robin Le Normand (22.), ehe Pedro Porro (26.) die Gäste aus London durch sein Tor zum 1:4 zumindest auf die Anzeigetafel brachte. Tottenham ist in der Premier League abstiegsbedroht, Tudor hat seine ersten drei Ligaspiele im Amt allesamt verloren. (mit sid)

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