Abo

„Bei 50 Prozent“Einst kritisiert, greift Jule Brand jetzt nach dem CL-Titel

Jule Brand

Copyright: Laurent Cipriani/AP/dpa

Jule Brand führte Lyon mit ihrem Tor gegen Titelverteidiger Arsenal ins Finale der Champions League. (Archivbild)

Einst kritisiert, greift Jule Brand nun nach den Sternen.

Ihre Freundinnen ziehen sie schon auf, berichtet Jule Brand (23). Denn den Weg ganz nach oben hat sie in ihrer neuen Heimat Lyon noch nicht gemeistert. Die historischen Pfade zur berühmten Basilika Notre-Dame de Fourvière? Kennt die Nationalspielerin nur vom Hörensagen. Stattdessen lieber Shoppen und Kaffeetrinken.

Sportlich steht Brand jedoch jetzt vor dem absoluten Gipfel. Nach einer Karriere mit einigen Tälern greift sie am Samstag (18.00 Uhr/Disney+) nach den Sternen. „Es ist ein Traum von mir, die Champions League zu gewinnen und jetzt im Finale zu stehen“, sagte Brand der Deutschen Presse-Agentur.

Gigantenduell in der Königsklasse gegen Barcelona

Im Endspiel in Oslo wartet mit dem FC Barcelona der denkbar härteste Kontrahent. Es ist das Duell der Giganten: Lyon ist mit acht Titeln Rekordsieger, Barça stand in sechs der letzten sieben Finals und holte den Pokal 2021, 2023 und 2024. Eine Star-Truppe um die Weltfußballerinnen Alexia Putellas und Aitana Bonmatí.

Brand weiß, was auf ihr Team zukommt: „Jede von denen kann das Spiel entscheiden. Wir wissen auf jeden Fall, was da auf uns zukommt, und müssen ab der ersten Minute da sein.“

„Ich war nie glücklicher in meinem Leben“

Dass Lyon überhaupt zum zwölften Mal das Finale erreicht hat, ist entscheidend ihr Verdienst. Mit ihrem Treffer zum 3:1 im Rückspiel des Halbfinales gegen den Titelverteidiger FC Arsenal schoss sie ihr Team erst dorthin. Ein Moment für die Ewigkeit. „Ich glaube, ich war nie glücklicher in meinem Leben gefühlt“, erzählt Brand. „Gerade auch, weil es am Anfang nicht so lief.“

Jule Brand

Copyright: Laurent Cipriani/AP/dpa

Der entscheidende Halbfinal-Moment: Brand trifft mit links ins linke Eck. (Archivbild)

Der Schritt im vergangenen Sommer aus dem ruhigen Wolfsburg ins quirlige Lyon sollte sie reifen lassen, war aber riesig. „Ich war das erste Mal im Ausland, ich kannte keinen, ich wusste, ich brauch' da immer so ein bisschen – raus aus der Komfortzone. Ich bin auch immer eher zurückhaltend.“

Großer Respekt vor den „krassen Namen“ in Lyon

Alles benötigte seine Zeit. Ihr Französisch? „Läuft noch nicht ganz so gut.“ Das Training sei härter, die Stars um Abwehr-Ikone Wendie Renard oder Ex-Weltfußballerin Ada Hegerberg noch größer. „Ich hatte sehr viel Respekt vor dem Schritt hierher“, gesteht sie.

Von den Topstars lerne sie extrem viel. „Die haben so viele Titel schon gewonnen, aber man merkt einfach, dass sie auf dem Platz in jedem Training, in jedem Spiel noch mehr Titel gewinnen wollen, alles reinhauen, dass sie nicht satt sind.“ Das habe sie so noch nie erlebt.

Einst Kritik von Hrubesch, heute Lob von allen Seiten

Lange galt Brand als Supertalent, doch ihre Darbietungen schwankten. „Ich sag’s mal einfach so: Bei Jule denke ich, sie ist bei 50 Prozent oder bei 60 Prozent“, meinte Ex-Nationalcoach Horst Hrubesch einmal. Wolfsburgs Sportchef Ralf Kellermann legte 2023 nach: „Wenn Jule eine Top-Spielerin werden will, muss sie hart an sich arbeiten und zu einhundert Prozent für den Fußball leben.“

Olympique Lyon - WFC Arsenal

Copyright: Laurent Cipriani/AP/dpa

Durchsetzungsstark: Jule Brand (l).

Inzwischen hat sie es allen bewiesen. Unter Bundestrainer Christian Wück, der sie als „Freigeist“ wertschätzt, ist die Akteurin mit 73 Länderspielen mittlerweile eine feste Größe. Und auch UEFA-Direktorin Nadine Keßler lobt: „Der Schritt, nach Lyon zu gehen, zeigt, wie hungrig sie ist. Davon wird auch das DFB-Team profitieren.“

Seit Januar fühlt sich Brand in Frankreich „so richtig“ angekommen. „Lyon ist mein Zuhause geworden, und ich glaube, das habe ich dann auch auf dem Platz gemerkt.“ Sie sei dynamischer und wirkungsvoller geworden. Was jetzt noch fehlt? Der erste Champions-League-Titel – und der Ausflug zur Basilika. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Tobias Stieler ging energisch dazwischen, als Diego Simeone an der Seitenlinie loslegte.
Deutscher Schiri muss eingreifen
Simeone zofft sich mit seinem Ex-Boss