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Hosiner rettete Medizin-Check das Leben Haller-Schock: DFL schreibt keine Krebsdiagnose vor

Sebastian Haller Il.) trainiert bei der ivorischen Nationalelf.

BVB-Stareinkauf Sébastian Haller am 1. Juni 2022 beim Training der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste.

Vor vier Wochen absolvierte Sébastien Haller den Medizincheck bei Borussia Dortmund. Doch erst jetzt wurde der Hodentumor bei ihm diagnostiziert. Der Grund: Die DFL schreibt keine Krebsdiagnostik vor.

Borussia Dortmund unter Schock: Ausgerechnet bei Star-Neuzugang Sébastian Haller (28) wurde nach einer intensiven medizinischen Untersuchung ein Hodentumor entdeckt.

Was viele Fans verwundert: Haller musste nach seinem Transfer, für den der BVB mehr als 30 Millionen Euro an Ajax Amsterdam überweist, doch zum Medizin-Check. Warum wurde die Erkrankung dabei nicht entdeckt?

Das sind die Medizincheck-Vorschriften der DFL

Die Antwort: Eine Krebsdiagnostik gehört nicht zu den nach DFL-Statuten erforderlichen Untersuchungen. Da geht es vorrangig um orthopädische und kardiologische Tests. „Für die Erfüllung der personellen und administrativen Kriterien ist es erforderlich, dass der Bewerber sich verpflichtet, jährlich zu Beginn des Spieljahres und bei Transfers während eines Spieljahres für die Restlaufzeit der Saison die Sporttauglichkeit sämtlicher auf der Spielberechtigungsliste aufgeführten Spieler nach einer vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchung auf orthopädischem und kardiologisch-internistischem Gebiet nachzuweisen, wobei der Nachweis der Sporttauglichkeit vom Bewerber, vom beauftragten Arzt und vom Spieler gemeinsam zu unterzeichnen ist.“

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Dabei könnte die jährliche Untersuchung durchaus eine Gelegenheit sein, frühzeitig eine Krebserkrankung zu erkennen. So wie bei Philipp Hosiner (33), den 2015 der damalige Coach Peter Stöger (56) von Ex-Klub Austria Wien zum 1. FC Köln lotsen wollte.

Philipp Hosiner (l.) mit Mitspieler Marc Torrejon bei Union Berlin.

Philipp Hosiner am 21. April 2018 drei Jahre nach der Krebsdiagnose als Spieler von Union Berlin.

Zufallsbefund rettete Philipp Hosiner das Leben

Der Angreifer war schon in der Kölner Mediapark-Klinik zum Medizincheck, die Orthopäden um Kult-Doc Peter Schäferhoff (67) waren zufrieden, das erste Interview seiner Ankunft war schon im Druck, da meldete sich der Internist Dr. Udo Martin (68). Der Arzt hatte einen rund zwei Kilogramm schweren bösartigen Tumor in der linken Niere entdeckt.

Ein Zufallsbefund, der dem Österreicher am Ende das Leben rettete. Hosiner wurde gleich operiert und ist mittlerweile krebsfrei. Heute erinnert nur noch eine 30 Zentimeter große Narbe an die Krebserkrankung.

Hoffentlich ist das auch bei Haller der Fall. Der langfristige Ausfall der Top-Verpflichtung trifft Borussia Dortmund jedenfalls schwer ins Kontor, die Euphorie, die angesichts der vielversprechenden Neuverpflichtungen rund die Schwarz-Gelben entstanden war, ist erst einmal verpufft. Doch für den Moment hat die vollständige Genesung von Sébastien Haller Vorrang.

Noch ist unklar, ob der Tumor gut- oder bösartig ist. Eingehende Untersuchungen beim Nationalspieler von der Elfenbeinküste werden in den kommenden Tagen Antworten geben. (ach, dpa)

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