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+++ LIVE +++ Frankfurt - Köln im Ticker Zweite Hälfte läuft: Gelingt dem FC das erste Tor?

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„Vielleicht hat es mir das Leben gerettet“Ex-BVB-Star und Weltmeister über Bomben-Anschlag

Matthias Ginter, Sokratis und Mikel Merino jubeln mit dem Pokal nach dem DFB Pokalfinale zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund.

Copyright: imago/Jörg Schüler

Mikel Merino erinnert sich an den Anschlag auf den BVB-Bus.

Ein ehemaliger Profi von Borussia Dortmund blickt auf das Attentat von 2017 zurück. Eine winzige Geste bewahrte ihn damals vor dem Allerschlimmsten.

Dieser Abend hat die Welt des Fußballs nachhaltig schockiert. Der Teambus von Borussia Dortmund geriet am 11. April 2017 ins Visier eines Sprengstoffattentats. Mittendrin befand sich Mikel Merino, zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre alt.

Der Spanier hat nun für „The Players' Tribune“ seine Erinnerungen an diese furchtbaren Augenblicke geteilt. Er schildert die Situation so: „Es gab einen ohrenbetäubenden Knall, und dann erinnere ich mich, dass der Bus beinahe umgekippt wäre“.

Wie eine kleine Geste sein Leben rettete

Im Bus herrschte pures Chaos. „Ich schaute hinter mich und sah Blut auf dem Boden. Rauch, Schreie.“ Vor allem der Anblick seines verwundeten Mitspielers Marc Bartra ist ihm im Gedächtnis geblieben. Durch die Detonation zog sich Bartra einen Bruch der Speiche sowie Wunden durch Splitter zu. Merino habe noch in derselben Nacht in der Klinik auf seinen spanischen Kollegen gewartet. Das berichtet „SPORT1“.

Merinos eigene Unversehrtheit kommt einem Wunder gleich und war das Ergebnis einer klitzekleinen Eingebung. Die erschütternde Wahrheit erfuhr er nämlich erst am Folgetag: „Am nächsten Tag erzählte mir jemand, dass ein riesiges Stück Granatsplitter in der Kopfstütze des Sitzes neben Marc steckte. Mein üblicher Platz.“

Die Ursache für die Änderung seines Sitzplatzes war denkbar einfach. „Meine Beine fühlten sich etwas verspannt an, und die Sitze vorne ließen sich zurückklappen. Also setzte ich mich stattdessen dorthin“, erklärt Merino.

Ein Entschluss mit unglaublichen Konsequenzen. „Vielleicht hat es mir das Leben gerettet“, formuliert der Fußballer, der mittlerweile beim FC Arsenal unter Vertrag steht. „Ich glaube, ich habe einen Schutzengel auf meiner Schulter. Ich habe tatsächlich das Glück, überhaupt noch am Leben zu sein.“

Damals detonierten drei Sprengkörper, die in einer Hecke platziert waren, während der BVB-Tross zur Champions-League-Begegnung gegen AS Monaco unterwegs war. Das Spiel wurde daraufhin um 24 Stunden verlegt. Der Attentäter, Sergej W., konnte einige Tage danach festgenommen werden. Seine Absicht: Er spekulierte mit dem Attentat auf einen fallenden Aktienkurs des BVB. Er erhielt eine 14-jährige Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes in 28 Fällen.

Das Attentat hinterließ bei allen Betroffenen tiefe Spuren. „Viele junge Menschen würden wahrscheinlich nicht einmal glauben, dass es passiert ist oder wie schlimm es war, aber es hat uns alle geprägt“, ist Merino überzeugt. Seither ist er von dem „Glaube, dass Dinge aus einem bestimmten Grund passieren“ begleitet. (red)