„Wäre ein Zeichen“ Ex-FC-Boss Wehrle hat klaren Wunsch an Katar – und kontert „One Love“-Kritiker

Alexander Wehrle gibt beim Bundesliga-Spiel VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund ein Interview im Stadion.

Alexander Wehrle, Vorstandsboss des VfB Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzender der DFB GmbH, hat eine klare Forderung an WM-Gastgeber Katar gestellt. Das Foto stammt vom 8. April 2022.

Alexander Wehrle, Vorstandsboss des VfB Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzener der DFB GmbH, macht sich für eine Frauen-WM in Katar stark. Zudem verteidigt er die „One Love“-Aktion.

Kurz vor dem Start der WM in Katar wird das Wüsten-Winter-Turnier hitziger denn je diskutiert. Nun hat sich auch Alexander Wehrle (47) erneut zu Wort gemeldet. Der Vorstandsboss des VfB Stuttgart und Aufsichtsratsvorsitzende der DFB GmbH schlägt dem umstrittenen Gastgeberland die Ausrichtung einer Frauen-WM vor!

„Ich würde mir wünschen, dass Katar sich für die Austragung der Frauen-Fußballweltmeisterschaft bewirbt, das wäre mal ein Zeichen,“ erklärte Wehrle gegenüber RTL.

Alexander Wehrle wünscht sich Frauen-WM in Katar

Hintergrund: Das Wüsten-Emirat hatte bei seiner Bewerbung um die WM-Endrunde seinerzeit auch mit der Förderung des Frauenfußballs im Land geworben. Doch davon ist laut Wehrle nun, zwölf Jahre später, wenig bis gar nichts zu sehen.

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„Ich glaube, dass Katar in der Weltrangliste der Frauen gar nicht vorkommt, weil es in den letzten 18 Monaten gar kein Spiel gab“, sagte Wehrle.

Der ehemalige Finanzboss des 1. FC Köln nahm gleichzeitig auch die FIFA in die Verantwortung. Denn laut Wehrle hat der Weltverband seine eigenen Kriterien für eine WM-Vergabe letztlich vernachlässigt. „Das heißt, das alles ganzheitlicher zu sehen, bei einer Vergabe für zukünftige Großereignisse, wäre auch mal ein klares Zeichen der FIFA.“

WM 2022: Alexander Wehrle verteidigt One-Love-Kapitänsbinde

Der offen homosexuell lebende Wehrle wollte eigentlich mit der deutschen DFB-Delegation zur WM 2022 nach Katar reisen, hatte seinen Trip kurzfristig aber abgesagt, um sich um wichtige Personalfragen bei seinem kriselnden Verein aus Stuttgart zu kümmern. Wenn beim VfB Klarheit herrscht, reist Wehrle womöglich ins Emirat nach – gegebenenfalls zu einem Achtelfinale mit deutscher Beteiligung. Das bestätigte der Stuttgart-Boss gegenüber EXPRESS.de. Die K.o.-Runde startet am 3. Dezember.

Außerdem äußerte sich Wehrle zur jüngsten Kritik an der „One Love“-Kapitänsbinde, welche unter anderem die Nationalmannschaften Deutschlands, der Niederlande und England beim Turnier in Katar tragen werden. Der Vorwurf mancher Kritiker: Mit einer reinen Regenbogen-Binde hätten die Teams ein noch klareres Zeichen für die unterdrückte LGBTQ+-Community im Emirat setzen können.

Wehrle stellte dazu in der RTL/ntv-Doku „Rote Karte statt Regenbogen – Homosexuelle in Katar“ klar: „Ich finde schon, wenn man über Antisemitismus, über Anti-Rassismus und auch Anti-Diskriminierung, da geht es ja dann auch um die Homophobie, spricht, dann ist es noch ein größeres Zeichen. Und ich finde es schon auch wichtig, dass man jetzt nicht nur und ausschließlich über Homophobie spricht, sondern auch alle anderen Menschenrechte, um die es dann geht, hochhält. Deswegen finde ich die Kritik nicht gerecht.“

Die 25-minütige Doku, welche die Situation von Homosexuellen in Katar beleuchtet, läuft im Free-TV bei ntv am 18. November ab 19.30 Uhr. Zudem steht sie beim Streaming-Dienst RTL+ zum Abruf bereit. (kos)

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