Am Geißbockheim war die Länderspiel-Unterbrechung auch eine Verschnaufpause nach den ersten vier Saisonspielen. Einige FC-Profis wurden in dieser Zeit aber auch ordentlich gefordert.
FC-Profis mit Mammut-ProgrammWie fit sind Kölns Marathon-Männer für das Derby?
So eine Derby-Vorbereitung gab es für den 1. FC Köln wohl noch nie: Wegen der neu eingeführten XXL-Länderspielpause liegen satte drei Wochen zwischen dem bislang letzten Bundesliga-Spiel (1:2 beim HSV) und dem anstehenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
Trainer René Wagner (38) musste bei der Gestaltung der spielfreien Zeit kreativ werden. Er setzte zunächst auf Regeneration, zog dann in Woche zwei mit intensiven Einheiten und einem Testspiel (2:2 bei Viktoria Köln) die Zügel an. Ausgeklammert von diesem Programm sind allerdings die Nationalspieler.
Zwei FC-Nationalspieler besonders auf Trab
Zahlreiche Kölner Profis waren mit ihren Nationalteams und Junioren-Auswahlen unterwegs. Durch die weggefallene Pause stehen sie zwar voll im Saft, haben teilweise aber auch eine signifikant höhere Belastung in den Knochen – das gilt besonders für zwei abgestellte Spieler.
Innenverteidiger Luka Lochoshvili (28) stand viermal für Georgien auf dem Rasen, bestritt 355 von 360 Minuten und wurde nur im ersten Spiel gegen Nordirland (0:1) in der Schlussphase ausgewechselt. Auch wenn die Auftritte in der Nations League ohne Sieg über die Bühne gingen, konnte der Abwehrspieler aus persönlicher Perspektive zufrieden sein.
Nur zwei Gegentore aus vier Partien – dazu zwei Spiele zu null – machten deutlich: Die Defensive ist derzeit nicht die Schwachstelle der „Kreuzritter“, die allerdings keinen einzigen Treffer erzielten. Das erste Gegentor gegen Nordirland fiel sogar erst tief in der Nachspielzeit, als Lochoshvili den Platz bereits verlassen hatte.
So kommt der Abwehr-Hüne mit stabiler Form zurück, ist aber nicht ganz so taufrisch wie viele seiner Kollegen. Schließlich kommen zu den Spielen auch noch mehrere Flugreisen nach Georgien und zu den Auswärtsspielen in Ungarn und Nordirland.
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Ähnlich die Lage bei Isak Johannesson (23), der bei Island im Mittelfeld gesetzt ist und mit 345 Minuten kaum weniger spielte als Lochoshvili. Mit zwei Siegen und zwei Remis stimmten bei den Isländern auch die Ergebnisse, Johannesson stand stets in der Startelf.
Weil Heim- und Auswärtsspiele gegen Estland (1:1), in Luxemburg (3:0), gegen Bulgarien (3:0) und in Estland (1:1) abwechselnd über die Bühne gingen, sammelte Johannesson aber nicht nur Punkte in der Nations League, sondern auch reichlich Flugmeilen. Er wird erst am Donnerstag wieder ins FC-Training einsteigen, hat daher nur drei Einheiten an der Seite seiner Kollegen.
Mit Linksverteidiger Gideon Mensah (28) kehrte immerhin ein Nationalspieler nach dem abgesagten Ghana-Testspiel gegen Marokko früher als geplant nach Köln zurück. Paul Okon-Engstler (21) hat zwar die lange Reise nach Australien hinter sich, bestritt dort aber nur zwei Spiele und hat ebenfalls ausreichend Zeit, sich vor dem Derby wieder zu akklimatisieren.
Ab Donnerstag kann Wagner endlich wieder mit seinem kompletten Kader arbeiten, dem dann auch Jahmai Simpson-Pusey (20) angehören wird. Der junge Engländer debütierte am Dienstag für die U21 seines Heimatlandes und stand beim 1:3 in Irland über die volle Spielzeit auf dem Platz.
Rav van den Berg (21) ereilte mit der niederländischen U21 dagegen das gleiche Schicksal wie beim FC: Er stand bei keinem der drei Spiele auf dem Platz, saß auch am Dienstag beim 4:0 gegen Bosnien über die volle Spielzeit auf der Bank.

