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„Hätte es niemals geben dürfen“ Vorstand mit Katar-Klartext – aber WM-Werbung im FC-Stadion

Linton Maina im Zweikampf mit Nico Schlotterbeck.

Linton Maina beim Spiel gegen Borussia Dortmund (1. Oktober 2022), im Zweikampf mit Nico Schlotterbeck. Im Hintergrund läuft auf den Banden-Werbung für die Magenta-Übertragung der umstrittenen WM 2022 in Katar.

Der Vorstand des 1. FC Köln kritisiert die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Am Wochenende lief im Stadion trotzdem Werbung für das Turnier. 

Eine WM, „die es niemals hätte geben dürfen“. Mit diesen klaren Worten meldete sich der Vorstand des 1. FC Köln am Sonntag (2. Oktober 2022) bei seinen Mitgliedern – kritisierte wie bereits auf der Mitglieder-Versammlung vor zwei Wochen das Winter-Turnier in Katar.

Aber: Beim Heim-Sieg gegen Borussia Dortmund (3:2 am 1. Oktober 2022) flimmerte dennoch Werbung für eben jene Weltmeisterschaft fern jeglicher Menschenrechte über die Banden des Rhein-Energie-Stadions. Zur Verwunderung und zum Ärger vieler Fans.

Bei Sieg gegen BVB: WM-Werbung ärgert Fans des 1. FC Köln

Hintergrund: MagentaTV, das Streaming-Angebot von FC-Hauptpartner Telekom, ist der einzige Sender, der exklusiv alle WM-Spiele überträgt, und wollte genau dies prominent bewerben.

Alles zum Thema Katar

Die mehrfachen „Qatar 2022“-Schriftzüge dürften Präsident Werner Wolf (66) und seinen Vorstandskollegen ebenso wenig wie den Fans geschmeckt haben. Schließlich betonten die Klub-Bosse in ihrer „Post von Präsidium“, sich „noch lauter und hörbarer zu wichtigen sportpolitischen Themen positionieren zu wollen“.

Die FC-Position zu Katar ist dabei klar: „Einerseits ist jede WM für jeden Fußball-Fan ein Highlight, dem man sich kaum entziehen kann. Andererseits erfordern die undurchsichtige Vergabe, die über 6.500 verstorbenen Arbeiter auf den Stadionbaustellen und die zweifelhaften Arbeitsumstände dort eigentlich genau diesen Entzug.“

WM 2022: 1. FC Köln will auf „dunkle Seiten der scheinbar schillernden Fassade hinweisen“

Wobei Wolf & Co. natürlich wissen: „Die Entscheidung der FIFA werden wir nicht rückgängig machen können, einen Boykott durch Teams oder Spieler wird es nicht geben.“

Daher wolle man „mit der öffentlichen Sichtbarkeit des FC dafür sorgen, dass der positive PR-Effekt, den Katar mit der WM erreichen will, zumindest etwas kleiner wird“.

Genauer: „Wir werden versuchen, an verschiedenen Stellen auf die dunklen Seiten der scheinbar schillernden Fassade hinzuweisen. Durch die Teilnahme an Podiumsdiskussionen, in den FC-Medien und vielleicht auch mit sonstigen Aktionen.“ Oder in Gesprächen mit Sponsoren...

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Bereits auf der Mitglieder-Versammlung 2021 war mit einer Mehrheit von 84 Prozent beschlossen worden, dass sich der FC beim DFB für deutliche Zeichen bei der WM einsetzen soll.

Der Klub vermittelte anschließend ein Treffen zwischen DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) und dem Antragsteller der „Katar-Klausel“.

Bis zum Start der WM bleiben den Verantwortlichen nun knapp 50 Tage, um ihre weiteren Vorhaben umzusetzen. Das Turnier wird am 20. November mit der Partie zwischen Katar und Ecuador eröffnet. (buc/mze)

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