Said El Mala durfte zweimal als Joker bei der Nationalmannschaft reinschnuppern. Ewald Lienen sieht die Premiere beim DFB zwar positiv, sieht aber auch noch Luft nach oben.
„Bisher noch nicht angekommen“Ewald Lienen noch kritisch bei El Mala

Auch wenn die erste Glanzleistung im Trikot der deutschen Nationalmannschaft noch nicht dabei war: Said El Mala (20) kehrte als stolzer Nationalspieler zurück ans Geißbockheim. Der Offensiv-Star des 1. FC Köln stand zum ersten Mal für die Auswahl von Bundestrainer Jürgen Klopp (59) als Joker auf dem Rasen.
Nach dem holprigen Klopp-Start erlebte El Mala die aufsteigende Tendenz der DFB-Elf hautnah mit. Der erste Sieg beim 2:0 gegen Serbien und das 0:0 in Griechenland wirkten schon überzeugender als die vorigen Duelle in den Niederlanden (1:1) und zu Hause gegen die Griechen (0:1).
El Mala zweimal als Klopp-Joker eingesetzt
El Mala selbst war bei beiden Auftritten als Joker um Akzente bemüht, konnte im neuen Umfeld aber noch nicht derart frei aufspielen wie beim FC.
Gegen Serbien durfte er eine Halbzeit lang auf seiner angestammten Position auf links ran, versuchte vereinzelte Dribblings und scheiterte knapp mit einem Schlenzer. In Griechenland gelang ihm auf der ungewohnten rechten Seite weniger.
Der ehemalige FC-Trainer Ewald Lienen (72) sprach in seinem Podcast „Der Sechzehner“ über die ersten Gehversuche bei der A-Nationalmannschaft und stellte gleich zu Anfang klar: „Es ist richtig, ihm diese Minuten zu geben.“
Lienen sieht den abschlussstarken Flügelstürmer als eine der künftigen Figuren in der Nationalmannschaft, die sich in dieser Rolle aber erst noch einfinden müssen. Daher betonte er auch: „Er ist ein junger Spieler, er ist bisher noch nicht angekommen. Er war hoch beeindruckt, auch gegen Serbien hat er fast nie mal diesen Ansatz gezeigt: ,Ich will jetzt mal an den Leuten vorbei.‘“

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Ewald Lienen sieht bei Said El Mala noch Luft nach oben für künftige DFB-Einsätze.
Die Tempodribblings voller Überzeugung, die El Mala bei praktisch jedem FC-Spiel mit beeindruckender Selbstverständlichkeit probiert, waren bei seinen ersten DFB-Auftritten noch eher selten zu sehen. „Wenn er einen Ball hatte, hat er ihn ganz schnell wieder abgegeben“, zeigte sich Lienen kritisch.
Die Verantwortung dafür gab er allerdings nicht El Mala alleine. Stattdessen äußerte Lienen erneut den kuriosen Verdacht, dass Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt (29) nicht das nötige Zusammenspiel mit dem Kölner gesucht habe. Lienen blieb damit beharrlich bei seiner Kritik, die er schon vergangene Woche geäußert hatte.
„Für mich hat er ihn geschnitten“, sagte Lienen über den Stuttgarter und erklärte anschließend: „Der hat ihm den Ball überhaupt gar nicht gegeben. Ob absichtlich oder nicht, er hat ihm den Ball nicht gegeben. Dadurch ist er oft nicht in die Situation gekommen.“
Auch weil Klopp zwei weitgehend unterschiedliche Kader für die beiden Länderspiel-Doppelpacks nominiert hatte, werden sich detaillierte Abläufe im Spiel der Nationalmannschaft erst mit weiteren Lehrgängen und Spielen intensivieren. Die Leistung von El Mala habe unter der fehlenden Feinabstimmung allerdings gelitten.
„Von zehn Malen, wo er (Mittelstädt, Anm. d. Red.) den Ball in der Zeit mit El Mala bekommen hat, hat er sieben Mal nach innen gespielt und noch nicht mal geguckt, ob der da steht. Und das macht auch etwas mit einem Spieler. Du merkst das, ob dich einer sucht, ob einer was mit dir machen will“, so Lienen.
