Offensiv-Talent in TopformFC will ihn unbedingt: Das macht Moore so stark

Mikey Moore steht beim 1. FC Köln weiter hoch im Kurs, für eine Leihe ist eigentlich alles ausgehandelt. Aber was für einen Spieler würde der FC von Tottenham Hotspur bekommen?

Wenn der 1. FC Köln in der Offensive noch einmal auf dem Transfermarkt nachlegt, dann soll er der Auserwählte sein: Mikey Moore (19) von den Tottenham Hotspur gilt schon länger als Wunschlösung, trotz der Einigung zwischen allen drei Parteien fehlt noch die Freigabe des aktuellen Vereins.

Tottenham ist weiter auf der Suche nach hochkarätigen Verpflichtungen nach dem Beinahe-Abstieg, Moore war daher in der Saisonvorbereitung zunächst als Platzhalter dabei und machte in den Testspielen mit Nachdruck auf sich aufmerksam.

Mikey Moore überzeugt bei Tottenham in der Vorbereitung

Unter anderem ein Doppelpack am Wochenende beim 4:1 gegen die TSG Hoffenheim zeigte eindrucksvoll, was der Rechtsfuß alles kann. Sobald Tottenham offensiv nachgelegt hat, könnte der Weg für eine Leihe ans Geißbockheim frei werden.

Aber worauf könnte sich der FC beim englischen Junioren-Nationalspieler im Detail freuen? Diese Frage haben sich auch die Scoutingexperten von „f30 football insights“ gestellt und Moore für EXPRESS.de mal genau unter die Lupe genommen:

Position: Moore erfüllt klar das Profil eines inversen Linksaußen, das beim FC auch Said El Mala (19) bedient. Mit seinem starken rechten Fuß zieht er von der linken Seite regelmäßig ins Zentrum, sucht dort den Weg in den Halbraum oder zentral vor den Strafraum.

Bei seiner Leih-Station bei den Glasgow Rangers im vergangenen Jahr lief er teils aber auch im offensiven Mittelfeld auf, für Tottenham auch schon als Rechtsaußen. In der offensiven Dreierreihe könnte er daher alle Positionen bekleiden.

Beim Testspiel der Tottenham Hotspur jubelt Mikey Moore.

Copyright: IMAGO / Crystal Pix

Mikey Moore überzeugt bei den Spurs in der Saisonvorbereitung.

Stärken:

  1. Dribbling und Technik: Moore geht am Ball mutig und mit viel Risiko in Eins-gegen-eins-Situationen. Seine enge Ballführung und sauber ausgeführten Bewegungen machen ihn auf engem Raum schwer ausrechenbar. Er zieht häufig innen am Gegenspieler vorbei, um zentral vor dem Strafraum einen besseren Passwinkel für seinen rechten Fuß zu öffnen. Mit 5,7 Eins-gegen-eins-Duellen pro 90 Minuten erzielte er den drittbesten Wert aller offensiven Flügelspieler der schottischen Premiership. Moore kann gegnerische Ketten mit Ball am Fuß durchbrechen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen – eine Qualität, die anderen Angreifern Räume eröffnet.
  2. Chancenkreation: Der 19-Jährige gehörte in der Vorsaison zu den auffälligsten Kreativspielern der Liga. Sein Timing bei der Ballabgabe ist gut, auch aus engen Räumen kann er besondere Momente erzeugen. Herausragend sind vier Flachpässe in den Strafraum pro 90 Minuten. Moore bevorzugt Steckpässe gegenüber Flanken und ist dadurch an vielen Abschlüssen entscheidend beteiligt. Er ist eher ein Spieler, der Chancen vorbereitet, als einer, der Angriffe nur sauber zu Ende spielt. Hier unterscheidet er sich zum Beispiel von Abschlussspieler El Mala.
  3. Umschaltspiel und Tiefenläufe: In Kontermomenten liegt eine seiner größten Stärken. Moore startet in die Tiefe, erhält viele Bälle hinter der gegnerischen Abwehrkette und sorgt mit Tempoläufen nach Ballgewinnen für Torgefahr. Den Großteil seiner sechs Ligatore erzielte er 2025/26 nach Tempogegenstößen. Dabei kann er mit Ball am Fuß weite Distanzen überbrücken und den Ball bis ins Angriffsdrittel tragen.
  4. Gegenpressing: Unmittelbar nach Ballverlust setzt Moore gut nach. Er zählte im Gegenpressing zu den besseren Offensivspielern der schottischen Liga, agiert mit hoher Intensität und fühlt sich in Mannschaften wohl, die den Gegner früh attackieren. Auch bei zweiten Bällen zeigt er gutes Timing: Seine Erfolgsquote von 61,5 Prozent im Duell um den zweiten Ball war ein guter Wert im Vergleich der offensiven Flügelspieler der Premiership.
  5. Entwicklung und Erfahrung: Moore durchlief seit seinem siebten Lebensjahr die Tottenham-Akademie und gehörte früh zu den auffälligsten Spielern seines Jahrgangs. Bereits mit 16 Jahren debütierte er in der Premier League, später traf er in der Europa League und wurde damit zum jüngsten Engländer seit Jimmy Greaves 1957, dem ein Europapokaltor gelang. Der Schritt zu den Rangers gab ihm anschließend wichtige Spielpraxis im Profifußball. Für Englands U19-Nationalmannschaft kommt er auf sieben Treffer in 14 Einsätzen.

Schwächen:

  1. Ballverluste unter Druck: Moore spielt fast 90 Prozent seiner Pässe unter Gegnerdruck – ligaweit übertrafen diesen Wert nur zwei Spieler. Seine Passquote von unter 76 Prozent muss deshalb eingeordnet werden, zeigt aber auch: Seine risikoreiche Spielweise bringt viele unpräzise Aktionen mit sich. Im ersten Kontakt ist er nicht immer sauber, zudem verspringen ihm unter Druck Bälle. Gerade technisch und taktisch stärkere Bundesliga-Gegner könnten daraus häufiger gefährliche Umschaltsituationen erzeugen. Moore muss sein Spiel in diesem Punkt effizienter gestalten, ohne seine Unbekümmertheit zu verlieren.
  2. Abschlusspositionen und Effizienz: Moore nimmt mit 2,4 Abschlüssen pro 90 Minuten zwar häufig selbst den Torabschluss. Er kommt aber nur selten aus wirklich aussichtsreichen Positionen zum Schuss. Oft stehen zwei oder mehr Gegenspieler im Weg, 40 Prozent seiner Abschlüsse wurden in der vergangenen Saison geblockt. Abgesehen von Umschaltsituationen ist er daher eher ein Chancenbereiter als ein verlässlicher Vollstrecker.
  3. Defensivarbeit im tiefen Block: Im Gegenpressing hat Moore klare Qualitäten. Wenn sein Team jedoch tief und passiv verteidigt, beteiligt er sich wegen seiner hohen Ausgangsposition deutlich seltener an der Abwehrarbeit. Der FC verteidigt unter Wagner tiefer als die Rangers. Moore müsste deshalb lernen, seine Arbeit gegen den Ball auch in längeren Defensivphasen zuverlässig einzubringen.
  4. Aufbau- und Übergangsspiel: Weil er meist erst in der gegnerischen Hälfte angespielt wird, ist Moore kein Flügelspieler, der den Aufbau dauerhaft strukturiert oder sich konstant als tiefe Anspielstation anbietet. Seine Stärken beginnen vor allem ab der Mittellinie. Das FC-Mittelfeld und die Außenverteidiger müssten ihn gezielt in seine bevorzugten Eins-gegen-eins- und Zwischenlinienräume bringen.

So würde Moore zum FC passen: Eine Leihe wäre für den FC eine hochklassige Verstärkung mit Entwicklungspotenzial. Wie Reigan Heskey ist er ein inverser Linksaußen, im Profil erinnert er auch an Said El Mala: Dribbelstärke, progressive Läufe und die Fähigkeit, aus dem Stand Dynamik zu erzeugen. Der entscheidende Unterschied: Moore bereitet Chancen häufiger vor, als dass er sie – mit Ausnahme von Kontern – selbst effizient verwertet.

René Wagner verlangt von seinen Offensivspielern viel Einsatz gegen den Ball. Mit seinem Gegenpressing und seinem Timing bei zweiten Bällen bringt Moore dafür wichtige Voraussetzungen mit.

Zudem könnte er besonders gut in eine Spielidee passen, die nach Ballgewinnen schnell in die Tiefe spielt. Seine Läufe hinter die letzte Linie und seine Qualität, Konter selbst voranzutreiben, würden dem FC in Umschaltmomenten zusätzliche Durchschlagskraft verleihen.

Die offene Frage bleibt die Anpassung an die Bundesliga. Die Abwehrreihen sind dort schneller, körperlicher und taktisch stabiler als in Schottland. Moores Mut am Ball kann Spiele öffnen, seine riskanten Entscheidungen können aber auch Ballverluste provozieren. Entscheidend wird sein, wie schnell er die richtige Balance zwischen Kreativität und Kontrolle findet.

Mikey Morre könnte dem FC mit Tempo, Technik und Kreativität helfen

Fazit: Moore wäre ein spannender und perspektivisch sehr starker Leihspieler für den 1. FC Köln. Er bringt mit Dribbling, Technik, Kreativität und Tempo im Umschaltspiel Eigenschaften mit, die dem FC auf den offensiven Außenbahnen unmittelbar helfen können. Besonders als Spieler für enge Räume und schnelle Gegenstöße wäre er eine Bereicherung.

Eine garantierte Sofortlösung ist der 19-Jährige aber nicht. Seine Ballverluste, seine noch ausbaufähige Abschlussauswahl und die Anpassung an die deutlich höhere Qualität der Bundesliga sind reale Risiken.

Gelingt ihm diese Umstellung, könnte Moore beim FC zum Unterschiedsspieler werden – vor allem als kreativer linker Außenstürmer, der Angriffe einleitet und gegnerische Defensiven im Eins-gegen-eins auseinanderzieht. (bc)

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