50.000 beim Derby? FC gegen Gladbach: Wehrle reagiert auf hitzige Fan-Debatten um Vollauslastung

Blick in den Fan-Block des 1. FC Köln

Am Derby-Samstag dürfen erneut 50.000 Fans den 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach im Rhein-Energie-Stadion unterstützen – wie hier im Bundesliga-Heimspiel gegen Union Berlin am Sonntag (7. November 2021).

Es ist das große Thema unter den Fußball-Fans rund um das Bundesliga-Derby des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach: Die Vollauslastung des Rhein-Energie-Stadions sorgt für teils hitzige Diskussionen.

Die Corona-Pandemie hat die Welt wieder fest im Klammergriff – und das hat vielerorts neue, weitreichende Konsequenzen. Auch für den Profi-Fußball. Doch nicht alle Vereine trifft es dabei gleich hart: Während in Sachsen für die Profi-Klubs aus Leipzig, Dresden und Aue vorerst Geisterspiele auf dem Plan stehen, dürfen in Köln 50.000 Anhänger ins Stadion.

Die Vollauslastung für das Derby gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (15.30 Uhr, Sky und in unserem Liveticker) verkündete der FC am Freitag (26. November 2021). EXPRESS.de hakte am Abend bei Köln-Boss Alexander Wehrle (46) nach. „Der 1. FC Köln hat ein tragfähiges Hygiene-Konzept mit 2G erarbeitet und seit Saisonbeginn umgesetzt. Das hat das Gesundheitsamt der Stadt Köln für das bevorstehende Spiel am Wochenende erneut bestätigt. Wir haben 50.000 Tickets verkauft – all den Fans gegenüber, die ein Ticket gekauft haben und geimpft sind, hat der 1. FC Köln eine Verantwortung. Und unsere Fans vertrauen in dieses Konzept – es gibt Stand jetzt keinerlei Ticketrückgaben“, erklärte der FC-Finanzchef.

Alexander Wehrle spricht auf der Mitgliederversammlung des 1.FC Köln

Finanzboss Alexander Wehrle, hier bei der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln am 6. November 2021, bekräftigt: Das Hygiene-Konzept des 1. FC Köln mit 2G ist tragfähig.

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Argumente für die Entscheidung der Gesundheitsbehörde gibt es: In NRW betrug die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag 274,2 – der Wert in Sachsen war mit 1192,8 zeitgleich mehr als viermal so hoch (Quelle: RKI am 26. November). Zudem ist das Infektionsrisiko bei Freiluft-Veranstaltungen erwiesenermaßen deutlich geringer. Die Quote für Doppelt-Geimpfte in NRW (71,6 Prozent, Quelle: Statista) ist außerdem deutlich höher als in Sachsen (mit 58 Prozent bundesweit Schlusslicht). Am Ende entschied die Behörde zugunsten des FC und seiner Fans.

1. FC Köln gegen Gladbach: Fans diskutieren über Vollauslastung

Doch die Nachricht sorgte dennoch sofort für hitzige Diskussionen unter den Anhängern. Und nicht nur das: Während so mancher versuchte, sachlich zu bleiben, eskalierten die Debatten in den sozialen Netzwerken teils: Wüste Beschimpfungen untereinander und gegen den FC waren gleich hundertfach im Netz zu lesen. Der Twitter-Beitrag, mit dem die Kölner die Nachricht am Freitag publik machten, wurde binnen Stunden tausendfach kommentiert.

Ein User ist jedoch der Meinung: „Das Problem liegt in Bayern und Sachsen, bei den Ungeimpften. Nicht bei 2G-Veranstaltungen im Freien.“ Ein anderer pflichtete ihm bei: „Ich bin dreimal geimpft, sehr verantwortungsbewusst und werde morgen mit vollem Genuss das Spiel besuchen. Dieses ständige In-Sippenhaft-nehmen von manchen, nur weil in anderen Bundesländern die Zahlen explodieren, weil dort die Impfquote niedriger als in NRW ist, ist zum Kotzen!“

Der FC selbst wird vor der Partie am Stadion erneut Impfungen anbieten – sowohl Erst- als auch Booster-Impfungen sind von 10 bis 13 Uhr in der Impfstation möglich. Wehrle: „Wir haben immer gesagt, dass das Impfen der entscheidende Faktor in eine sich verändernde Normalität mit Corona ist – wir werden auch in den nächsten Monaten mit der Pandemie leben müssen und verantwortungsvoll damit umgehen. Deshalb bieten wir auch an diesem Spieltag wieder allen Bürgerinnen und Bürgern an, sich impfen oder boostern zu lassen. Dazu kommt, dass Fußballspiele, die größtenteils unter freiem Himmel stattfinden, bisher nicht als Spreader-Events in Erscheinung getreten sind.“

Angesichts des Zuschauer-Ausschlusses in Sachsen und den Kapazitätsbeschränkungen in anderen Stadien sagt der FC-Boss: „Unabhängig davon wünschen wir uns als Liga im besten Fall einheitliche und dementsprechend faire Lösungen der Politik für die Zuschauerfrage. Die Erfahrungen seit Beginn der Corona-Pandemie zeigen jedoch, dass das aufgrund des Föderalismus in Deutschland kaum möglich ist. Bereits in dieser Zeit mussten viele Klubs mit der Situation umgehen, ohne Zuschauer zu spielen, während in anderen Stadien Fans erlaubt waren.“

Fußball-Fans kritisieren Vollauslastung bei Derby des 1. FC Köln

Der Großteil der User kritisierte die Entscheidung zur Derby-Vollauslastung unterdessen trotzdem – und das teils heftig. „Selbst wenn es erlaubt/genehmigt ist: Das Stadion mit 50.000 Menschen voll auszulasten ist verantwortungslos und komplett irre. Der FC steht eigentlich für etwas anderes“, schrieb ein Nutzer. „Dann macht doch wenigstens 2G+, aber 2G und volle Auslastung sind bei der aktuellen Situation völlig unverantwortlich“, meinte ein anderer. „Ob nun genehmigt oder nicht: Das kann doch nicht Euer Ernst sein? Ich finde das verantwortungslos“ lautete ein weiterer Kommentar.

Vielen Usern platzte komplett der Kragen, sie schlugen einen deutlich raueren Ton an. „Ich hab immer hinter diesem Verein gestanden, und das waren harte Zeiten! Aber dass ihr das jetzt zulasst, ist sowas von unverantwortlich und erschüttert mein Fanherz! Derby hin oder her, dieses Virus ist kein Spiel! Das, was ihr da macht, ist Russisch Roulette mit 50.000 Leben“, hieß es in einem Beitrag. Ein anderer User meinte: „Völlig irre. Absolut null Verständnis dafür und ein extrem unverantwortliches Verhalten. Da hätte ich euch wirklich mehr Verantwortungsbewusstsein zugetraut. Sehr bedauerlich!“

Mehrere Fans kündigten unterdessen an, dem Spiel fernzubleiben. „Liebe Leute, ich bleibe selbst als Dauerkartenbesitzer zu Hause, weil ich finde, dass wir das der Allgemeinheit schuldig sind. Unter diesen Umständen sind 50.000 im Stadion, dazu voll ausgelastete Bahnen ein Ding der Unmöglichkeit“, schrieb ein Anhänger. Ein anderer sieht es ähnlich: „Ich bin FC-Mitglied und habe eine Dauerkarte, aber werde mich solidarisch unseren Pflegekräften gegenüber zeigen und nicht zum Spiel fahren, obwohl mir das Derby sehr viel bedeutet. Es gibt aber momentan wirklich Wichtigeres, als in vollen Bahnen zu einem Fußballspiel zu fahren.“

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