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„Läuft nicht ganz rund“FC-Zugang in Not – ein Vergleich macht Hoffnung

Duell um den Ball zwischen Younes Ebnoutalib und der Abwehr des 1. FC Köln.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Die FC-Abwehr wartet in dieser Saison weiter auf das erste Spiel ohne Gegentor.

Der 1. FC Köln kämpft mit verschiedenen Problemfeldern, eines davon ist die Abwehr. Ein Name macht grundsätzlich Hoffnung, schöpft sein Potenzial aber noch nicht aus.

Der Transfer-Sommer beim 1. FC Köln verlief durchaus vielversprechend, Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) ging zahlreiche Baustellen an und holte dabei auch mehrere Hoffnungsträger ans Geißbockheim.

Die Bilanz der Neuzugänge fällt nach den ersten Wochen aus verschiedenen Gründen – Anpassungsprobleme, Verletzungssorgen, Formschwäche – noch überschaubar aus. Bezeichnend dabei: Selbst die Rolle als Stammspieler schützt nicht zwangsläufig vor kritischer Betrachtung.

FC spielte unter Wagner noch nicht zu null

Luka Lochoshvili (28), der für rund 5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg in die Bundesliga gewechselt war, stand in allen sechs Ligaspielen in der Startelf von Trainer René Wagner (38). Auf wirklich überzeugende Auftritte müssen die FC-Fans aber weiter warten – ebenso wie auf das erste Spiel ohne Gegentor unter Wagner.

Immer wieder gerät der georgische Nationalspieler auf dem Platz in Not, wenn der Gegner im Angriff das Tempo anzieht oder beim Kölner Spielaufbau aggressiv presst. Ungeschicktes Zweikampfverhalten und teils haarsträubende Fehler mit Ball am Fuß schmälern die Leistungen des wuchtigen Mentalitätsspielers.

Zum Saisonauftakt gegen Hoffenheim (3:2) lieferte Lochoshvili ein ordentliches Erstliga-Debüt ab, in den folgenden fünf Spielen zeigte er aber immer wieder kleinere und größere Wackler.

Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen und den teils recht unbeholfenen Aktionen macht zumindest dann Hoffnung, wenn ein Vergleich aus der jüngeren FC-Historie herangezogen wird.

In der neuesten Ausgabe des FC‑Podcasts „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger waren sich Christian Löer und Tobias Carspecken am Montag (19. Oktober 2026) einig: Ein bisschen erinnert der Fall Lochoshvili an die FC-Anfänge von Jeff Chabot (28).

„Jeff Chabot ist da eines der Top-Beispiele“, sagte Löer über die Anpassungsschwierigkeiten bei Lochoshvili, der zuvor noch kein Spiel in der Bundesliga absolviert hatte: „Bei Innenverteidigern ist es immer geboten, Zeit zu geben.“

Carspecken stimmte auch mit Blick auf die hochsensible Position im Abwehrzentrum zu und ergänzte: „Auch unter Berücksichtigung, dass er aktuell in einer Mannschaft spielt, die ein Stück weit mit sich selbst zu kämpfen hat. Es läuft nicht ganz rund, die Abläufe stimmen noch nicht so, wie man sich das vielleicht wünschen würde. Und dann ist es natürlich auch für neue Spieler schwierig, schnell Anschluss zu finden.“

Auch wenn sich wohl alle Beteiligten gewünscht hätten, dass der erfahrene Nationalspieler und EM-Teilnehmer direkt mit Leistung vorangeht, zeigt die steile Entwicklung bei Chabot im FC-Trikot, dass die ersten Eindrücke sich auch noch gravierend ändern können.

„Wir haben einen Verteidiger gesehen, der stand quasi mit den Hacken am Fünfer und hat drauf gewartet, Bälle rauszubomben und Leute wegzunieten. Der kam uns sowas von eindimensional und unbeweglich vor – und dann muss man wirklich gestehen, wurde das ein super Innenverteidiger“, erinnerte sich Löer an den heutigen Stuttgarter zurück.

Wagner habe Chabot in der Vorbereitung auf Nachfrage zumindest stilistisch auch als ähnlichen Spieler eingeordnet, so Löer, der Vergleich könnte daher hinter vorgehaltener Hand beim FC für Zuversicht sorgen.

Klar ist aber auch: Chabot wechselte als 23-Jähriger mit viel Potenzial nach Köln, Lochoshvili mit 28 als gestandener Spieler. Der Georgier muss daher noch zeigen, dass er auch in der vermeintlich besten Karriere-Phase noch das Zeug dazu hat, zwei Gänge hochzuschalten. (red)