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FC-Legende im EXPRESS-Interview Bodo Illgner: „Heldt ist ein Glücksgriff“

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Bodo Illgner (r.) und Horst Heldt spielten von 1990 bis 1995 gemeinsam für den 1. FC Köln. In der Mitte: Andreas Gielchen

Palm Beach – In Köln steht Horst Heldt (50) vor einer Mammutaufgabe. Aus der Ferne hat ein alter Weggefährte aber großes Vertrauen in sein Wirken. Bodo Illgner (53), Weltmeister von 1990 und langjähriger Torwart des 1. FC Köln, hat den FC auch in der Corona-Zeit beobachtet und weiß, welch schwere Monate auf die Bosse bei seinem Ex-Verein warten.

„Horst ist mit seiner Erfahrung ein absoluter Glücksgriff“, sagt Illgner im großen EXPRESS-Interview. Lesen Sie, was der Fußball-Experte über seinen Nachfolger Timo Horn (27), aber auch über die kommenden Spiele in der Champions League sagt.

Bodo Illgner im EXPRESS-Interview

Bodo Illgner, weil uns derzeit viele Corona-Nachrichten, gerade auch aus Ihrer Wahlheimat Florida erreichen: Wie geht es Ihnen?

Alles zum Thema Corona

Wir sind alle gesund! Ich wohne in einem Bezirk, da sind die Zahlen am niedrigsten. In Miami gehen die Zahlen aber schon hoch. Es gibt allerdings auch widersprüchliche Signale. Aber es sind viele Leute daran gestorben, es drohen Folgeschäden. Also sind wir vorsichtig, haben uns erst in dieser Woche wieder mit Leuten getroffen – und hoffen, dass man das Virus bald in den Griff bekommt.

Wie haben Sie die Geisterspiel-Phase in der Bundesliga verfolgt?

Natürlich hatte man im Frühjahr ein besonderes Auge auf die Bundesliga, da sie ja lange Zeit die einzige Liga war, die wieder gespielt hat. Das lag daran, wie konsequent die Menschen in Deutschland mit dem Corona-Virus umgegangen sind – und daher relativ glimpflich davongekommen sind.

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Bodo Illgner mit seiner Frau Bianca zu Gast bei Markus Lanz im Mai 2018

Der 1. FC Köln kam aber nicht wieder ins Rollen…

Nach so einer Zwangspause ist immer alles möglich. Leider hat es beim FC nicht mehr so geklappt. Vielleicht weil man vorher schon die entscheidenden Punkte gesammelt hat, von unten kam nach der Zwangspause von den anderen Mannschaften auch nicht mehr der wirkliche Druck – da war vielleicht einfach die Luft raus.

Bodo Illgner über FC-Keeper Timo Horn

Als langjähriger FC-Torhüter hat man immer einen besonderen Blick auf seine Nachfolger. Wie sehen Sie Timo Horns sportliche Entwicklung?

Er gilt und galt ja schon sehr lange als großes Torwarttalent. Aber für einen Keeper ist es nicht so ganz einfach, sich in einer Mannschaft hervorzutun, die in ihrer Entwicklung nicht aus den Füßen kommt. Bei mir war es damals so ähnlich. Zu Beginn haben wir unter Christoph Daum um die Meisterschaft mitgespielt, den Schwung haben wir anfangs noch mit in die 90er genommen, dann fehlten aber die internationalen Einnahmen, um weiter mitzuhalten. Als wir dann erstmals gegen den Abstieg gespielt haben und das Angebot von Real kam, hieß es hop oder topp – und ich habe mich dann voll und ganz für den Schritt nach Madrid entschieden. Man muss den idealen Zeitpunkt finden. Aber auch da: Es ist eine individuelle Entscheidung und jeder muss das für sich selbst beurteilen.

Horn hatte sportlich mit Problemen zu kämpfen – und erlebte zudem teilweise harsche Kritik der Fans, gerade in den sozialen Medien.

Das bekomme ich natürlich aus der Ferne nicht mit. Unsere Spielergeneration konnte ihr Image über Interviews in Fernsehen und Zeitung aufbauen. Heute hat man auf Social Media noch mehr Möglichkeiten, aber man muss der Typ dafür sein, denn es hat ja auch seine Kehrseite mit den Hatern und den Fake-Accounts. Ich persönlich wäre nicht so der Typ dafür, es gibt aber auch Spieler, die das hochprofessionell betreiben – und unterm Strich dann auch extra viel Geld damit verdienen.

Mit Horst Heldt ist ein ehemaliger Weggefährte von Ihnen jetzt in verantwortlicher Position. Ein Gewinn für den Verein?

Absolut! Der Horst ist jetzt schon so lange in verantwortlicher Position dabei, ob in Stuttgart, Schalke oder zuletzt Hannover. Er hat so viele Kontakte, er kennt das Umfeld, die Erfahrung – er wird große Pläne haben für den FC. Das ist ein absoluter Glücksgriff.

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März 1991: Bodo Illgner im FC-Tor, Horst Heldt steht hinter ihm.

Er hat jetzt eine Mammutaufgabe vor sich…

Die Situation ist sicher nicht einfach. Horst kam damals als Spieler zum FC, als es noch gut lief, hat hier ja auch einiges mitgemacht. Dass man in naher Zukunft noch mal an die Top-Zeiten anknüpfen kann, daran ist Stand heute leider nicht zu denken, das weiß er und die Fans wissen das auch. Es wird erst mal viele kleine Schritte bedürfen.

Corona dürfte die Schwierigkeiten noch mal verschärfen. Sind diese Herausforderungen lösbar?

Man muss auf seinem Niveau gute Lösungen finden. So wie Borussia Dortmund versucht, immer wieder mit jungen Talenten den Bayern sportlich Paroli zu bieten. Hansi Flick hat dann allerdings nach seinem Amtsantritt einen super Job gemacht. Jeder Klub muss sich nach seiner Decke strecken. Je weniger Geld zur Verfügung ist, umso weniger Fehler darfst du dir allerdings erlauben.

Bodo Illgners Geheimfavorit für die Champions League

Die Bayern holen Leroy Sané zurück in die Bundesliga. Ein gutes Signal?

Klar ist das ein Ausrufezeichen, auch wenn es einige Zeit gedauert hat und er erst aus der Verletzung wiederkommt. Trotzdem werden die Engländer erst einmal nicht einzuholen sein. Es ist unglaublich, was da derzeit passiert.

Sie strecken ihre Fühler wieder nach Deutschland aus. Mit Timo Werner und Antonio Rüdiger spielen künftig zwei Nationalspieler beim FC Chelsea. Möglich, dass mit Kai Havertz bald ein weiterer dazukommt.

Zu meiner Zeit sind Rom und Mailand gut gefahren mit ihren deutschen Enklaven. Es macht vieles einfacher, wenn du in einer Gruppe bei einem neuen Klub bist. Sie haben mit Frank Lampard einen jungen Trainer, der aber als Spieler alles erlebt hat – ich bin wirklich gespannt, welche Rolle sie spielen werden.

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Leverkusens Kai Havertz im Pokal-Finale gegen Bayerns David Alaba

Bei Ihrem Ex-Klub Real Madrid wurde Toni Kroos einmal mehr spanischer Meister.

Die Erfolge, die er vorzuweisen hat, in seiner ruhigen und unspektakulären Art – andere würden da ganz anders abgefeiert werden. Toni hat einen ganz hohen Stellenwert in Madrid, in Spanien und wird da sehr geschätzt für seine Spielweise.

Die Champions League wird in diesem Jahr ungewöhnlich spät entschieden. Wer sind Ihre Favoriten?

Die Bayern haben den Nachteil, dass sie solange Pause hatten. Juventus spielt bis fast daran, die Engländer sind jetzt erst fertig. Für Manchester City ist der Titel ein großer Traum, allerdings sollte man Real trotz des Hinspiels nicht abschreiben. Mein Geheimfavorit ist Atletico. Diego Simeone wird seine Mannschaft auf den Punkt topfit machen. Die darf man auf keinen Fall aus den Augen lassen. Aber die Bayern gehören auch zum Favoritenkreis – keine Frage.

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