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„Dort werden die Russen nicht sein“Klare Ansage vor Junioren-WM – deutsche WM wackelt

Russisches Eishockey-Team

Copyright: Matt Slocum/AP/dpa

Zuletzt war Russland bei Olympia 2022 auf internationaler Bühne dabei. (Archivbild)

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Nach dem Cas-Urteil zur Rückkehr russischer Eishockey-Teams wollen einige Länder nicht gegen Russland antreten, solange der Krieg andauert. Nun äußert sich auch Kanada klar.

Der kanadische Premierminister Mark Carney hat kategorisch ausgeschlossen, dass eine russische Eishockey-Auswahl an der U20-Weltmeisterschaft am Jahresende in Kanada teilnimmt.

Damit stellte sich Carney klar gegen eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes Cas, der eine Wiederzulassung russischer Teams an Eishockey-Turnieren genehmigt hatte.

Eishockey-Knall: Fragezeichen hinter deutscher Heim-WM

Solange Russland und sein Verbündeter Belarus den „illegalen und ungerechtfertigten schrecklichen Krieg“ gegen die Ukraine unterstützten, würden keine ihrer Athleten für ihre Länder in Kanada antreten, sagte Carney am Rande des Gipfeltreffens der Commonwealth-Staaten am Dienstag (Ortszeit). „Wenn Sie also insbesondere nach der Junioren-WM fragen – dort werden die Russen nicht sein“, fügte der kanadische Regierungschef hinzu.

Umsetzbar wäre dies durch die Verweigerung von Visa. Zuletzt hatten die Niederlande russischen Turnerinnen die Einreise für die Weltmeisterschaften in Rotterdam verwehrt.

Kanadas Eishockey-Verband dankte der Regierung in einer Mitteilung für die starke Position, die Sportler und Offizielle aus Russland und Belarus davon abhalte, unter ihren nationalen Symbolen an internationalen Sportveranstaltungen in Kanada teilzunehmen.

Die Junioren-WM findet vom 26. Dezember bis zum 5. Januar 2027 in Edmonton und Red Deer in der kanadischen Provinz Alberta statt. Zu den bislang zehn Teilnehmern zählt auch die deutsche U20-Auswahl, nicht aber die russische. Der gerade erst neu gewählte deutsche Weltverbands-Präsident Franz Reindl hatte am Wochenende gesagt, noch hätte den Verband oder den Ausrichter ein offizielles Statement der kanadischen Regierung erreicht.

Zuvor hatten nach Eishockey-Weltmeister Finnland auch Schweden, Dänemark, Norwegen und Lettland angekündigt, nicht gegen Russland antreten zu werden. Der tschechische Verbandspräsident befürwortete ebenfalls einen Boykott. Die finnische Stadt Turku hatte angekündigt, nicht mehr als Mitausrichter der für den Jahreswechsel 2027/2028 angesetzten U20-WM zur Verfügung zu stehen, wenn Russland teilnehmen sollte.

Deutschland prüft Rückgabe der Eishockey-WM

Die nächste Weltmeisterschaft der A-Mannschaften ist für den 14. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim geplant. Dafür wäre Russland spielberechtigt, nachdem der Sportgerichtshof Cas einer Berufung des russischen Eishockey-Verbandes gegen den Weltverband IIHF auf Wiederzulassung stattgegeben hatte.

Der Deutsche Eishockey-Bund prüft derzeit, ob er die WM ausrichten kann und beschäftigt sich eigenen Angaben zufolge auch mit der Option, sie zurückzugeben. Ein Regierungssprecher hatte angekündigt, die Bundesregierung werde sich über mögliche Folgen des Cas-Urteils zeitnah mit dem DEB austauschen.

Die IIHF erklärte am Mittwochmorgen auf ihrer Homepage, sie halte „an ihrer Ablehnung der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs fest“. Wie sie dem CAS dargelegt habe, bringe „die sofortige Wiederaufnahme russischer Teams erhebliche praktische und sportliche Herausforderungen mit sich, darunter Visa- und Einreisebestimmungen, Sicherheitsvorkehrungen, logistische Einschränkungen und Konsequenzen für die Wettbewerbsformate – all dies noch verschärft durch den begrenzten verfügbaren Zeitraum, da einige Veranstaltungen bereits in wenigen Wochen stattfinden“. Die Auswirkungen des CAS-Urteils seien „erheblich unterschätzt“ worden.

Seit Ende Februar 2022 war Russland aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom Weltverband von allen internationalen Turnieren und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Wenige Tage vor Kriegsbeginn verlor Russlands Auswahl das Olympia-Finale in Peking 1:2 gegen Finnland. (dpa/sid/red)