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Duell der Ex-KollegenIm Volleyball-Finale treffen Hübner und Steuerwald als Trainer auf

Trainer Stefan Hübner von der SVG Lüneburg

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Gilt als bester Trainer Deutschlands: Lüneburg-Coach Stefan Hübner. (Archivbild)

Lüneburg will Berlin vom Thron stoßen: Das Volleyball-Finale.

Der eine formte seinen Klub über ein Jahrzehnt zu einer internationalen Top-Adresse, sein Gegenüber ist erst seit wenigen Tagen der Boss am Spielfeldrand. Was sie verbindet: Vor etwa 20 Jahren waren sie Kameraden im deutschen Nationalteam. Wenn die erfolgsverwöhnten Titelverteidiger der BR Volleys ab Mittwoch (20.00 Uhr/Dyn) im Finale um die deutsche Meisterschaft auf den Favoriten SVG Lüneburg treffen, sind alle Augen auf die Coaches gerichtet.

Auf der einen Seite: Stefan Hübner. Er gilt als Deutschlands meistgefragter und für viele Fachleute bester Coach, der Lüneburg zu einer Spitzenmannschaft entwickelt hat. Der 50-Jährige erteilte verlockenden Angeboten anderer Vereine und sogar der Option auf den Bundestrainerposten eine klare Abfuhr und band sich stattdessen bis 2030 an die SVG. Die Mission sei weiterhin «sehr, sehr reizvoll.»

Blitz-Beförderung in Berlin: Vom Assistenten zum Final-Coach

Auf der Gegenseite steht Markus Steuerwald, der nach dem Abschied von Alexandre Leal «aus familiären Gründen» erst am Donnerstag zum Cheftrainer ernannt wurde. Der ehemalige Weltklasse-Libero ist in der Szene bekannt, sollte den Posten des Hauptverantwortlichen aber eigentlich erst zur nächsten Spielzeit antreten – und zwar bei den Grizzlys Giesen. Sollte das Finale über die maximale Distanz von fünf Partien bis zum 13. Mai gehen, wäre Steuerwald exakt 21 Tage der Coach der Berliner.

Markus Steuerwald

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Wurde während des Halbfinals zum Berliner Chefcoach befördert: Markus Steuerwald. (Archivbild)

Bricht Lüneburg die ewige Dominanz?

Wie bereits im vergangenen Jahr haben die Norddeutschen die Möglichkeit, die ewige Vormachtstellung von Berlin und Friedrichshafen im deutschen Herren-Volleyball zu beenden. Seit 1997 kam der Meister stets aus diesem Duo. Im Vorjahr zog die SVG gegen den Verein aus der Hauptstadt klar mit 0:3 den Kürzeren, aber die Vorzeichen stehen diesmal anders. Hübners Truppe startet als Favorit in die Finalserie. «Wir haben das Ziel, es enger zu gestalten als letztes Jahr», äußerte sich Hübner zurückhaltend.

Ihren ersten großen Bann haben die Lüneburger schon im Pokalendspiel gegen Friedrichshafen gebrochen. Danach zog die SVG zum ersten Mal als Spitzenreiter der Hauptrunde in die Playoffs ein und zeigte dort keine Schwäche. Vier Erfolge bei lediglich zwei Satzverlusten waren eine klare Ansage für das große Finale.

SVG Lüneburg

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Holten sich im Februar im Pokalfinale den ersten Titel der Vereinsgeschichte: Lüneburgs Volleyballer. (Archivbild)

«Ich schiebe die Favoritenrolle gerne rüber zu Lüneburg», erklärt Berlins Kapitän Ruben Schott im Vorfeld des Aufeinandertreffens, das das Zeug zum neuen deutschen Volleyball-Gipfel hat. «Es hat sich über die letzten Jahre aufgebauscht. Da ist eine besondere Rivalität entstanden», meint der Nationalspieler.

Berlin-Boss über Mr. Cool: „Mache mir null Sorgen“

Lüneburgs Vorteil als Tabellenführer? Ein eventuelles fünftes Match fände in der eigenen Halle statt. Kaweh Niroomand, der Geschäftsführer der Berliner, spricht dennoch von einer «50:50»-Konstellation – und zeigt vollstes Vertrauen in Steuerwald. «Souverän, sehr reif. Er hat einen guten Zugang, gute Ansprache an die Spieler. Da mache ich mir wirklich null Sorgen», schwärmt Niroomand.

Bei seinem Debüt gegen Friedrichshafen am Sonntag verkörperte Steuerwald die pure Gelassenheit. Fast niemand in der Arena zeigte eine ähnliche Coolness. Der 37-Jährige begründete dies mit einer sorgfältigen Vorbereitung. «Wenn man den Saisonverlauf anguckt, ist Lüneburg die konstantere Mannschaft. Wir haben aber Erfahrung, wie man Meisterschaften gewinnt», analysiert Steuerwald, der 2023 als Assistenzcoach nach Berlin wechselte.

Volleys-Kapitän mit Kampfansage in den Norden

Für Lüneburg steht die erste Meisterschaft der Club-Historie auf dem Spiel. Berlin möchte mit dem zehnten Titel nacheinander eine durchwachsene Spielzeit retten. Im Pokal war im Semifinale Schluss, in der Champions League bereits in der Vorrunde. Der Ligakrösus sehnte sich jahrelang nach ernsthafter Konkurrenz – in dieser Saison wurde dieser Wunsch womöglich mehr als erfüllt.

Ruben Schott

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Will den Titel mit den BR Volleys verteidigen: Kapitän Ruben Schott. (Archivbild)

Allerdings: Die Hauptstädter können eine positive Bilanz gegen die SVG vorweisen. Den Ligapokal und das zweite Ligaduell entschieden die Volleys für sich. Volleys-Kapitän Schott sendete mit einem Augenzwinkern eine Kampfansage Richtung Norden: «Wir nehmen die kleine Turnhalle auseinander.» Das ist seine Antwort auf eine Stichelei aus dem Vorjahr, als SVG-Geschäftsführer Andreas Bahlburg tönte: «Der Fernsehturm wackelt.» Am Ende überstand das Berliner Wahrzeichen jedoch nur eine leichte Brise. Das könnte dieses Mal anders aussehen. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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