Für ganz Deutschland Supermarkt-Kette mit drastischer Forderung – gravierende Folgen für Kundschaft

Blick in eine Filiale der Supermarktkette Tegut in Frankfurt am Main (Archivbild von 2020): Der Tegut-Geschäftsführer wirbt in einem Brief an die Regierungen der Bundesländer für kürzere Ladenöffnungszeiten.

Blick in eine Filiale der Supermarktkette Tegut in Frankfurt am Main (Archivbild von 2020): Der Tegut-Geschäftsführer wirbt in einem Brief an die Regierungen der Bundesländer für kürzere Ladenöffnungszeiten.

Anfang September gab es einen ersten Appell von einem selbstständigen Kaufmann, der mehrere Edeka-Märkte betreibt, jetzt stellt eine große Supermarkt-Kette eine ähnliche Forderung: Die Öffnungszeiten im Handel sollten verkürzt werden. Das hätte weitreichende Folgen für die Kundschaft.

Corona, Krieg in der Ukraine, Inflation, Lieferengpässe, Personalengpässe – der Druck auf den Handel ist derzeit groß. Zuletzt sorgt die Energie-Krise für zusätzliche Belastungen, nicht nur bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern, sondern auch bei den Supermärkten und Discountern selbst.

Anfang des Monats hat daher bereits ein erster selbstständiger Kaufmann, der mehrere Edeka-Märkte in Baden-Württemberg betreibt, gefordert, dass der Handel seine Öffnungszeiten grundsätzlich überdenken sollte. Er erklärte, sein Personal sei an der Belastungsgrenze und hat seine Filialen mittwochs bereits um 13 Uhr dicht gemacht – sieben Stunden früher als regulär. 

Große Supermarkt-Kette Tegut fordert kürzere Öffnungszeiten

Nun setzt die Energiekrise die Branche zusätzlich unter Druck, auch die Filialen müssen wesentlich mehr für Strom und Heizkosten zahlen. In einigen Regionen wie in Osnabrück haben die Stadtwerke bereits 1000 Unternehmenskundinnen und -kunden gekündigt, darunter auch mehrere Edeka-Filialen. Ohne Anschlussvertrag. Viele Mittelständlerinnen und Mittelständler sind verzweifelt.

Nun fordert die Supermarkt-Kette Tegut Konsequenzen: Um Strom- und Gaskosten einzusparen, hat Geschäftsführer Thomas Gutberlet in einem Brief an die 16 Landesregierungen kürzere Öffnungszeiten gefordert. Darüber berichtet die „Lebensmittelzeitung“.

Tegut betreibt aktuell 296 Filialen mit rund  7.700 Mitarbeitern in Hessen, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Baden-Württemberg.

„Kurzfristig würde eine Reduzierung helfen, Energie zu sparen; langfristig würde es das Berufsbild im Einzelhandel wieder attraktiver machen“, sagte Geschäftsführer Thomas Gutberlet der Branchenzeitung.

Kürzere Öffnungszeiten? Das hätte weitreichende Folgen für die Kundschaft

Der Tegut-Chef sieht die Regelungen in Bayern als Vorbild an. Im südlichen Bundesland schließen die Läden bereits um 20 Uhr, in anderen Bundesländern wie in Nordrhein-Westfalen, Bremen, Berlin oder Hessen können die Läden von 0 bis 24 Uhr öffnen.

Sollten viele Handelsketten mitziehen, hätte das also weitreichende Folgen für die Supermarkt-Kundschaft in Deutschland – ein Einkauf nach 20 Uhr wäre dann nicht mehr drin.

Konkrete Pläne habe Tegut jedoch noch nicht. „Grundsätzlich geht es uns darum, das Thema der Ladenöffnungszeiten wieder ins Gespräch zu bringen und mit der Öffentlichkeit neu zu verhandeln“, sagte Gutberle der Zeitung. Auch das wachsende Personalproblem solle mit der Maßnahme gelöst werden – bessere Arbeitszeiten, weniger Belastung, mehr Bewerbungen, so die Idee. (mg)

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