Öko-Test 14 von 20 Butter-Sorten  „ungenügend“ – erschreckender Fund: „Noch nie gemessener Wert“

Das Symbolfoto von Juli 2008 zeigt einen Block Butter und ein Messer.

Das Symbolfoto von Juli 2008 zeigt einen Block Butter und ein Messer. 

Butter ist beliebt und wird zum Kochen, Backen oder als Aufstrich auf dem Brot verwendet. Umso erschreckender ist nun das Ergebnis eines Tests des Verbrauchermagazins „Öko-Test“. Ein Produkt wird zum negativen Spitzenreiter. 

Besonders in der Vorweihnachtszeit wird in vielen Haushalten fleißig gebacken. Da darf eine essenzielle Zutat natürlich nicht fehlen: Butter. 

Doch auch die Butter bleibt von der aktuellen Inflation und den damit verbundenen steigenden Preisen nicht verschont. Das Streichfett wird immer teurer. Um 72 Prozent stieg der Butterpreis laut Statistischem Bundesamt zwischen Herbst 2021 und 2022.

Öko-Test: Bittere Bilanz bei Test von Markenbutter 

Umso erschütternder ist nun das Ergebnis des „Öko-Test“. Denn der hat 20 verschiedene Marken getestet und ein bitteres Fazit bezogen: Von zwanzig Butter-Sorten fallen drei mit „mangelhaft“ und ganze 14 mit „ungenügend“ durch den Test – darunter sowohl teurere Markenprodukte als auch Eigenmarken von Discountern.

Alles zum Thema Öko-Test

Fünf der getesteten Marken hatten sogar ein Bio-Siegel. Doch wieso schnitten die verschiedenen Produkte so schlecht ab?

Laut dem Verbrauchermagazin war der Hauptgrund für die schlechten Noten vor allem eine nachgewiesene Belastung mit Mineralöl. Diese Belastung sei in Teilen so hoch gewesen, dass auch andere, positive Eigenschaften der Produkte an der Gesamtnote nichts mehr ändern konnten.

Öko-Test: Gefährliche Mineralöle in Butter nachgewiesen

In Lebensmitteln nachweisbare Mineralöle werden generell in zwei Gruppen unterteilt: Zum einen gibt es die aromatischen Mineralöle (MOAH) und zum anderen die gesättigten Mineralöle (MOSH). Letztere wurden in dem Test in den Butter-Sorten nachgewiesen. Die Öle reichern sich bei vermehrter Aufnahme in den Körperorganen an und können diese schädigen. Langzeiteffekte sind nicht auszuschließen.

In dem Öko-Test wurde bei stolzen 19 von 20 Produkten gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH) gefunden. Und zwar in Mengen, die von den Testern als „stark erhöht“ bezeichnet wurden. 

Nur eine Butter ist laut den Testern empfehlenswert. Die „Bio-Fassbutter Naturland“ der Gläsernen Molkerei erhielt als Gesamturteil „gut“. Sie kostet 3,49 Euro pro 250 Gramm und war die einzige getestete Butter ohne nachgewiesene Mineralöle oder Rückstände aus Reinigungsmitteln.

Öko-Test: Butter von „Kerrygold“ fällt bei Tierhaltung positiv auf

Ebenfalls positiv fiel die „Kerrygold Original Irische Butter, mildgesäuert“ auf. Zumindest, was die Tierhaltung betrifft. Denn das irische Klima ist mit dem deutschen nicht vergleichbar und somit auch das Leben der Kühe nicht. Die irischen Tiere grasen den ganzen Tag auf der Weide und das zwölf Monate im Jahr. Es gibt keine Massagebürsten oder ähnliches im Stall. Die Butter ist zudem die einzige im Test mit muttergebundener Kälberhaltung. In der Gesamtbewertung konnte sie dennoch nicht überzeugen.

Negativer Spitzenreiter ist die „Allgäuer Bauernbutter Sauerrahm“ von ÖMA. Diese Butter ist laut Öko-Test so hochgradig mit Mineralöl-Rückständen belastet gewesen wie niemals zuvor gemessen. In dem Produkt wurde nicht nur die Mineralöl-Art MOSH, sondern auch MOAH festgestellt. Dies ist extrem bedenklich, denn MOAH-Öle stehen unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein sowie das Hormonsystem zu beeinflussen.

19,8 mg/kg aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH)  wurden in der Butter gemessen. Öko-Test betont: „Das ist ein in unserer Testgeschichte noch niemals gemessener Gehalt.“ Das komplette Testergebnis für alle geprüften Marken können Sie in der Dezember-Ausgabe von „Öko-Test“ nachlesen. (mei)

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