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Netto aggressiv wie nie Discounter greift beliebten Süßwarenhersteller scharf an – „Mondpreise“

Netto geht jetzt in den sozialen Medien einen Markenhersteller aggressiv an. Unser Archivbild (2011) zeigt eine Kundin in der Süßwarenabteilung eines Supermarkts.

Netto geht jetzt in den sozialen Medien einen Markenhersteller aggressiv an. Unser Archivbild (2011) zeigt eine Kundin in der Süßwarenabteilung eines Supermarkts.

Das sind ungewöhnlich harte Worte: Der Discounter Netto attackiert einen beliebten Süßwarenhersteller auf seinen sozialen Kanälen scharf. Und will klar Stellung beziehen. 

Seit Monaten bereits wird mit harten Bandagen gekämpft: Inflation, Krieg in der Ukraine und verschiedene Engpässe sorgen für Druck im Lebensmittelmarkt. Die Kundinnen und Kunden drehen jeden Cent um, Supermärkte und Discounter wiederum versuchen, ihre Waren erschwinglich zu halten – und weiterhin günstiger als die Konkurrenz zu bleiben, trotz steigender Preise. 

Auf der anderen Seite stehen die Lebensmittelproduzenten, die sich steigenden Energiepreisen und einem Mangel an Rohstoffen gegenübersehen. Und einen Teil dieser Mehrkosten an die Verbraucherinnen und Verbraucher im Handel weitergeben wollen. 

Netto geht auf Mars los und schimpft über „Mondpreise“

Eine Gemengelage, die zu harten Preiskämpfen zwischen Handel und Industrie führt – und dann und wann auch eine Auslistung oder einen Lieferstopp zur Folge hat. Oder eine Social-Media-Kampagne, die sich gewaschen hat, wie im Fall von Netto

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Die Edeka-Tochter geht nun in seinen jüngsten Posts auf den US-Süßwarenhersteller Mars los, der auch für bekannte Leckereien wie Balisto, Bounty, M&M’s, Milky Way, Snickers oder Twix verantwortlich ist. Ein Süßwaren-Sortiment also, das in fast jedem Süßwaren-Regal der Discounter und Supermärkte zu finden ist. 

Doch Netto bewirbt jetzt vor allen Dingen offensiv seine Eigenmarken und macht Mars eine knallharte Ansage: „Der Hersteller Mars fordert eine unangemessene Preiserhöhung“, schreibt das Unternehmen auf seinen Social-Media-Accounts. Dazu wird ein Packung M&M’s neben einer Eigenmarke gezeigt. „Keine Lust auf Mondpreise von Mars? Dann geh doch zu Netto!“, heißt der Slogan dazu. Die Alternative, beteuert Netto in seiner Werbung weiter, sei mindestens 64 Prozent günstiger. 

Aldi, Netto, Rewe & Co.: Handel wirbt aggressiver für Eigenmarken

Ähnlich aggressiv hat auch Aldi jüngst für die Eigenmarken geworben, hat erklärt, man könne 49 Prozent des Einkaufspreises sparen, wenn man nicht zu Markenprodukten greife. Auch hier weht ein neuer, rauer Wind.

Der Zweck dahinter scheint klar: Die Kundschaft weg von den Marken locken, hin zu den günstigeren Eigenmarken. Und somit unabhängiger von den harten Preiskämpfen werden. Seit Wochen wirft der Handel den Herstellern vor, überzogene Preise zu fordern. Rewes Einkaufschef, Hans-Jürgen Moog, hatte im Interview mit der „Lebensmittel-Zeitung“ gar von „Preistreiberei“ gesprochen. Die Forderungen seien rücksichtslos. 

Preiskampf zwischen Handel und Industrie: „vermeidbare Preistreiber“

Auch Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG, sagte der Zeitung, es gebe zwar „allgemeine Tendenzen der Preissteigerungen, die unumgänglich sind“, Rohstoffpreise zum Beispiel. Doch es gebe auch „noch einen weiteren, durchaus vermeidbaren Preistreiber: die Marktmacht der globalen Markenindustrie“.

Die Hersteller beteuern wiederum, Kostensteigerungen für Rohstoffe und Produktentwicklung weitergeben zu müssen – und ärgern sich über die Allianzen, mit denen die Handelsketten aus unterschiedlichen Ländern gemeinsam bessere Konditionen durchsetzen wollen. Sie sollen Rabatte einräumen, die die Marge schrumpfen lassen. 

Immer wieder sind solche Preiskämpfe auch eskaliert, dann kommt es zu Lieferstopps oder Auslistungen, Markenprodukte werden zeitweise nicht mehr angeboten. So ist es etwa Coca-Cola oder Pepsi ergangen, Persil, Tempo, Milka, L’Oréal und mehr. Ob Mars das Gleiche bei Netto blüht, bleibt wohl abzuwarten. (mg)

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