Jetzt ist es offiziell Einigung verkündet: Deutschland erhält Gaslieferungen aus Katar

Engpässe bei Wasser, Fleisch, Käse Nächster Schock im Supermarkt: Deutschland hat riesiges Problem

Eine Angestellte sortiert in unserem Symbolbild in einem Supermarkt: Weil Kohlendioxid als Industrie-Gas fehlt, drohen Engpässe in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Eine Angestellte sortiert in unserem Symbolbild in einem Supermarkt: Weil Kohlendioxid als Industrie-Gas fehlt, drohen Engpässe in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Erst der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene Energiekrise, jetzt wird das nächste Gas knapp: In Deutschland und Europa droht ein CO₂-Schock. Das wird zu einem gewaltigen Problem.

Die derzeitige Gaskrise trifft die Industrie in Deutschland und Europa besonders heftig. Die Preise steigen immer weiter, die Produktionskosten schießen in die Höhe, die Politik erhöht immer mehr den Druck, Gas einzusparen und den Verbrauch herunterzufahren.

Tatsächlich hat es die Industrie geschafft, ihren Gasverbrauch um rund 21 Prozent herunterzufahren. Jetzt droht vor allen Dingen den Lebensmittel- und Getränkeherstellern neuer Ungemach.

Denn das Industriegas CO₂ wird knapp. Und das ist ein gewaltiges Problem für die Produktion – und für die Kundinnen und Kunden im Supermarkt. 

Supermarkt: CO₂-Mangel sorgt für neue Engpässe

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Aktuell fehlt reines Kohlendioxid, wie „Welt“ berichtet. Das Industriegas ist für zahlreiche Prozesse in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie unentbehrlich. So wird es zum Beispiel in der Fleischwirtschaft gebraucht, CO₂ wird dort etwa zur Betäubung von Tieren benutzt, aber auch um Wurst oder Fleisch länger haltbar zu machen.

Aber auch Molkereien oder der Gemüseanbau benötigen das Gas: CO₂ verdrängt Sauerstoff und macht die Ware dadurch länger haltbar. Die Luft wird mit CO₂ angereichert, damit die angebauten Pflanzen schneller wachsen. Auch die Herstellung von Mineralwasser, Bier & Co. ist abhängig von Kohlendioxid.

„Die Lieferungen stocken aktuell“, wird Stefanie Sabet, die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), zitiert. Sie warnt vor Einschränkungen in der Produktion. „Die Lage ist angespannt. Denn diese Problematik kann binnen weniger Tage die Lieferfähigkeit von Unternehmen beeinträchtigen.“ Tatsächlich seien manche Prozesse ohne CO₂ kaum oder sogar gar nicht mehr möglich.

Neue Engpässe in den Supermärkten: „Die Lage ist angespannt“

Die Folge: Viele Produkte könnten nicht mehr die gewohnten Mindesthaltbarkeitsdaten garantieren. Hartkäse, normalerweise 90 Tage haltbar, könnte ohne Schutzgas nur für zwei Wochen haltbar gemacht werden. Der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes (MIV) sieht daher bei den Molkereien nicht nur die Produktion, sondern auch die Lieferketten bedroht.

Energiekrise in Deutschland: Fleischindustrie warnt vor Problemen

Auch die Fleischindustrie warnt vor großen Schwierigkeiten: „Ohne CO₂ können Schweine nicht mehr geschlachtet werden. Und dann bekommen wir ein großes Tierschutzproblem“, sagt Heike Harstick, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Fleischwirtschaft (VDF), gegenüber der Zeitung. Schweine würden zu schnell zu groß für den Stall werden, hätten dann zu wenig Platz und Bewegung.

„Noch dazu drängen schon die nächsten Jungtiere in die Ställe, die dann aber nicht frei sind.“ Die Chefin schließe deswegen nicht mehr aus, dass es Lücken im Sortiment gebe. „Es kann passieren, dass zeitweise kein Frischfleisch und keine Wurst vom Schwein verfügbar ist.“

Energiekrise in Deutschland: Engpässe auch bei Mineralwasser

Auch bei Mineralwasserherstellern habe es bereits Produktionsausfälle gegeben, erklärt der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM). Manche Produkte konnten demnach tageweise nicht abgefüllt werden, vor allem jene mit Sprudel, die in Deutschland besonders gern getrunken werden.

Dass CO₂ knapp wird, liegt ebenfalls an der Energiekrise in Europa: Das Gas entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Dünger. Aufgrund der hohen Energiepreise drosseln die Düngemittelfabriken derzeit ihre Produktion. Wird weniger Düngemittel produziert, sinkt auch die CO₂-Produktion. Laut Bericht stehen aktuell 30 bis 40 Prozent der eigentlich benötigten Menge zur Verfügung.

Die Industrie erwartet nun schnelle Hilfen von der Regierung. „Der Markt kann es nicht mehr allein regeln“, sagt der Chef des Verbands Deutscher Mineralbrunnen. Der Staat müsse in den Energiemarkt eingreifen und den Preisanstieg stoppen. 

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