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„What the...“Lidl-Kundin ist von Angebot in Kühlregal schockiert – und ruft zum Boykott auf

Eine britische Lidl-Filiale in Stockwell, London (England).

Unser Archivbild (2014) zeigt eine britische Lidl-Filiale in Stockwell, London (England). In einigen Filialen werden bereits Lebensmittel mit Insekten-Bestandteilen angeboten – zum Unmut einiger Kundinnen und Kunden.

Ein Kunde öffnet in einer britischen Lidl-Filiale das Kühlregal und kann nicht glauben, was er findet: ein ungewöhnliches Fleisch-Angebot, zumindest für den europäischen Gaumen. Auch in Deutschland polarisiert das neue Lebensmittel.

von Martin Gätke (mg)

Sind diese Nahrungsmittel das nächste große Ding? Oder fallen sie bei den europäischen Kundinnen und Kunden schlicht durch? Sind sie eine geniale Alternative – oder einfach nur ekelhaft?

Seit Wochen kochen die Diskussionen um die neu geplanten Inhaltsstoffe in Europa hoch – nun hat eine Kundin in Großbritannien erstmals in einer Lidl-Filiale die Neuerung im Kühlregal entdeckt – und ihren Augen kaum getraut. Im Internet wird heiß darüber diskutiert, inwiefern man wirklich in die neuen Lebensmittel reinbeißen würde. 

Lidl: Verkauf von Insekten-Patties in Großbritannien sorgt für Diskussion

Wer nach tiefgefrorenen Artikeln in Supermärkten sucht, erwartet vor allem eines: leckere Produktbilder auf den Verpackungen, die dazu einladen, das Gericht direkt in den Ofen oder die Mikrowelle zu schieben. Eine britische Kundin muss deshalb nicht schlecht gestaunt haben, als sie in die Kühltruhe griff – und auf der Box Bilder von Burger-Patties vorfand, die nicht nur von Salatblättchen, sondern auch von Maden umringt werden.  

Alles zum Thema Lidl

„Wenn wir uns nicht kollektiv wehren, diesen Müll zu kaufen, werden wir ihn letztendlich auch bekommen“, schreibt eine die Kundin wütend. An anderer Stelle wird der Fund von einem weiteren Kunden mit einem „what the f*ck” quittiert.

Lidl hatte in Großbritannien in der vorletzten Februar-Woche damit begonnen, Insekten-Burgerpatties zu verkaufen. Sie liegen als „Soya & Insect Patties“ (zu Deutsch: Soja & Insekten-Patties) in der Kühltruhe des Discounters. Auf Twitter zeigten sich zahlreiche britische Kundinnen und Kunden sehr verwundert über das neue Angebot. Nehmen Sie hier an unserer Insekten-Umfrage teil:

Auch in Newcastle West, einer Stadt im County Limerick im Südwesten Irlands, wurden die Insekten-Burger mit den getrockneten Larven des Mehlkäfers entdeckt. Es folgte ein wütender Aufruf zum Boykott: „Wenn wir uns nicht wehren, werden wir Zeuge der schrittweisen Ersetzung von Fleisch durch Insekten“, heißt es in einem Tweet.  Hier den wütenden Tweet und die Insekten-Patties im Kühlregal ansehen:

Auf „Reddit“ wird etwas ernsthafter über das Thema diskutiert: Hier redet die irische Kundschaft darüber, ob man sich überhaupt an Lebensmittel mit Insekten herantrauen würde. Man wisse, es sei das „nächste große Ding“ in Sachen Nachhaltigkeit, „aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ich mich überwinden könnte. Gibt es dafür in Irland wirklich eine Zielgruppe?“

Andere Kundinnen und Kunden hingegen beteuern, dass kaum ein geschmacklicher Unterschied zu anderen Burgern bestehe – auch, weil nur sieben Prozent des Inhalts aus den getrockneten Larven bestehe: „Das schmeckt man gar nicht.“

Insekten in Lebensmitteln: Bald auch in Deutschland überall erhältlich?

Auch in Deutschland hat es bereits Diskussionen darüber gegeben, inwiefern Discounter und Supermärkte bald Lebensmittel mit Insekten verkaufen sollten. Viele Menschen äußerten ihre Besorgnis darüber, dass sie unwissentlich Insekten-Bestandteile essen würden. Diese Sorge aber räumte beispielsweise Aldi aus und erklärte, dass es aktuell keine Lebensmittel mit Insekten im Verkauf gebe. Das sei bei allen Produkten klar auf der Liste der Zutaten ersichtlich. Zudem ist es Pflicht, dass sie klar gekennzeichnet werden müssen.

Insekten als nachhaltige Alternative zu konventionellem Fleisch

Anfang des Jahres hatte die EU-Kommission zwei weitere Insekten für neuartige Lebensmittel zugelassen: Hausgrillen und Larven des Getreideschimmelkäfers dürfen demnach beigemischt werden. Eine Entscheidung, die in ganz Europa polarisierte. 

Dabei gelten Insektenprodukte als gute alternative Proteinquelle zu Fleisch oder Fisch, zudem als nachhaltiger. Denn: Wenn Insekten andere tierische Produkte wie Schweine- oder Rindfleisch ablösen, braucht man weniger Fläche für den Nahrungsanbau. Dadurch können mehr Flächen für Wild und Wald erhalten bleiben. 

Ob sich die Berührungsangst der europäischen Kundinnen und Kunden bald legt, bleibt abzuwarten. Aktuell sind die Vorbehalte noch groß – doch vielleicht sind Insekten-Cracker und Insekten-Burger in einigen Jahren ganz normal im Supermarkt-Regal.