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„Keine Milch, keine Butter, kein Joghurt“ Bauernverband warnt vor Lebensmittelknappheit

Lebensmittel, darunter Sonnenblumenöl und Getreideprodukte, liegen in einem Supermarkt in Leipzig an der Kasse auf dem Band. Der Einzelhandel plant weitere Preiserhöhungen, Bauernpräsident Joachim Rukwied sorgt sich vor allem um die Folgen bei einem Gasmangel.

Lebensmittel, darunter Sonnenblumenöl und Getreideprodukte, liegen in einem Supermarkt in Leipzig an der Kasse auf dem Band. Der Einzelhandel plant weitere Preiserhöhungen, Bauernpräsident Joachim Rukwied sorgt sich vor allem um die Folgen bei einem Gasmangel.

Für Lebensmittel müssen die Menschen in Deutschland in den kommenden Monaten wohl noch tiefer in die Tasche greifen. Der Bauernverband sorgt sich vor allem um die Folgen der Gas-Krise und warnt eindringlich.

Nach einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts plant fast jeder Händler im Einzelhandel höhere Preise. Bauernpräsident Joachim Rukwied sorgt sich vor allem um die Folgen bei einem Gasmangel und warnte für diesen Fall vor einer Lebensmittelknappheit: „Ohne Gas keine Milch, keine Butter, kein Joghurt.“

Nach einer Ifo-Umfrage im Juni lagen die Preiserwartungen der Einzelhändler für Nahrungs- und Genussmittel bei 98,9 Punkten. Das bedeutet, dass fast alle Befragten Preiserhöhungen planen.

Die Punkte geben an, wie viel Prozent der Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, der prozentuale Anteil derer abgezogen wird, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen, läge der Saldo bei hundert Punkten, wenn alle sie senken wollen, bei minus hundert Punkten.

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Aldi, Lidl, Edeka & Co.: Lebensmittel um 12,7 Prozent teurer geworden

Die höheren Preiserwartungen gelten auch für die übrigen Sparten des Einzelhandels, wie das Ifo-Institut mitteilte. Die Preiserwartungen stiegen dort auf 78,6 Punkte. „Damit dürften die Inflationsraten vorerst weiter hoch bleiben“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Erst am Mittwoch hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für Juni eine Inflation von 7,6 Prozent im Jahresvergleich prognostiziert. Damit verlangsamte sich die Teuerung zwar etwas, sie liegt aber noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Nahrungsmittel verteuerten sich überdurchschnittlich stark um 12,7 Prozent.

Aldi, Lidl, Edeka & Co.: Ist bald ein Ende der Preiserhöhungen in Sicht?

Das Ifo-Institut erklärte allerdings auch, dass es erste Anzeichen dafür gebe, dass die Inflationsrate im späteren Jahresverlauf „allmählich wieder sinken“ könnte. Die Preiserwartungen in einigen Wirtschaftszweigen, deren Produktion dem Konsum vorgelagert ist, sanken demnach schon das zweite Mal in Folge. Dazu zählen etwa die Industrie, das Baugewerbe und der Großhandel.

„Wir brauchen eine Priorisierung beim Gas für den gesamten Landwirtschafts- und Ernährungssektor“, sagte Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbands, der „Rheinischen Post“.

Bauernverband: Gas-Krise sorgt für große Sorgen

Die Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas mache ihm große Sorgen. Für stabile Ernten sei die Verfügbarkeit von Düngemitteln essenziell und für Stickstoffdünger werde Gas benötigt. Sollte Dünger nur noch eingeschränkt verfügbar sein oder wegfallen, „würden die Erträge sofort um 30 bis 40 Prozent einbrechen“.

Was die Preise für Lebensmittel in Europa angeht, unterscheidet sich das Niveau teils deutlich. Ausreißer sind laut Statistischem Bundesamt unter anderem beim Fleisch zu beobachten: Das kostet etwa in der Schweiz doppelt so viel wie in Deutschland (plus 101 Prozent), in Norwegen sind es 25 Prozent, in Luxemburg 17 Prozent. Günstiger als hierzulande ist Fleisch in Kroatien (minus 30 Prozent), Spanien (minus 24 Prozent) und Portugal (minus 23 Prozent).

Preise steigen und steigen: Mehrheit hält Maßnahmen für nicht ausreichend

Deutlich sind die Unterschiede auch beim Alkohol: In Island ergibt sich ein Plus von 257 Prozent, in Norwegen sind es 217 Prozent und in den Niederlanden und in Frankreich immerhin 17 beziehungsweise 16 Prozent. Geringfügig günstiger war es im europäischen Vergleich zuletzt nur in Österreich und Ungarn.

Die Maßnahmen zur Abfederung der starken Preiserhöhungen hält eine Mehrheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger für nicht ausreichend. Laut ZDF-Politbarometer sagen das 61 Prozent der Befragten. 40 Prozent der Menschen bereitet die Inflation persönlich große Probleme, vor drei Monaten sagten das noch 34 Prozent. Befragt wurden Ende Juni 1186 Wahlberechtigte. (afp/mg)

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