Wie schneiden Aldi, Lidl, Kaufland & Co. ab? Labor untersucht Schnelltests – mit verheerenden Ergebnissen

Während eines Pressetermins in der Aldi-Filiale Nummer 1 liegen Schachteln mit Corona-Schnelltests in einem Einkaufskorb von Aldi-Nord (gestellte Szene).

Schnitt im Test vergleichsweise gut ab: der Aesku Rapid SARS-CoV-2 Rapid Test, der unter anderem bei Aldi verkauft wird (hier in einem Archivbild vom März 2021 zu sehen). Jeder fünfte Antigen-Schnelltest fiel in einer Untersuchung des PEI und von anderen Institutionen durch.

Das PEI und andere Institutionen haben insgesamt 122 Covid-19-Antigen-Schnelltests untersucht. Das Ergebnis ist verheerend. Jeder fünfte Test bot nicht die geforderte Sensitivität von 75 Prozent.

Langen. Achtung, Kunden: Viele Antigen-Schnelltests sind nicht zuverlässig genug – im nächsten Jahr müssen sie von unabhängigen Stellen überprüft werden.

Der Grund: Bisher dürfen Hersteller gemäß der aktuellen EU-Richtlinie ihre Tests selbst zertifizieren. Eine unabhängige Überprüfung ist derzeit nicht erforderlich. Ab Mai 2022 wird sich das nach Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ändern: Dann müssen ein EU-Referenzlabor und eine sogenannte Benannte Stelle hinzugezogen werden.

Die Tests werden dann im Labor untersucht und die Daten unabhängig überprüft.

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Wie nötig eine unabhängige Prüfung ist, zeigt der Test des PEI und von anderen Institutionen. Sie hatten insgesamt 122 Covid-19-Antigen-Schnelltests untersucht. Geprüft wurde ihre Sensitivität, also die Fähigkeit, das SARS-CoV-2-Virus nachzuweisen. „Das Ergebnis: Die Qualität der Tests war sehr unterschiedlich“, berichtete das PEI im hessischen Langen. Gleich 26 Tests boten nicht die geforderte Sensitivität von 75 Prozent.

Laut „Focus“ wurde ein Großteil der Produkte in Online-Shops, Apotheken und Fachgeschäften verkauft. Auch Großhändler haben die Produkte angeboten, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sie wohl auch bei Veranstaltungen und Hotels zum Einsatz kamen.

Corona-Tests von Discountern vergleichsweise zuverlässig

Kunden sollten am besten nur Produkte aus der Liste kaufen, die vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlicht worden sind (hier ansehen). Dabei handelt es sich um eine alphabetische Auflistung von Antigen-Schnelltests, die die Sensitivitätskriterien erfüllen. Die Tests, die die Untersuchung des PEI bestanden haben, finden Kunden hier.

Darunter sind auch einige Produkte, die bei deutschen Discountern und Supermärkten verkauft werden:

  • „Novel Coronavirus 2019-nCoV Antigen Test“ von Beijing Hotgen (erhältlich etwa bei Aldiund Kaufland),
  • „Aesku Rapid SARS-CoV-2 Rapid Test“ von Aesku Diagnostics GmbH (erhältlich bei Aldi Süd, Aldi, Nord, Norma),
  • „Rapid Covid-19 Antigen Test (Colloidal Gold)“ von Anbio (Xiamen) Biotechnology Co., Ltd. (erhältlich bei Netto)

Sehr gut schnitten beim Test folgende Produkte ab:

  • „Green Spring SARS-CoV-2 Antigen Rapid Test Kit (Colloidal Gold)“ von Shenzhen Lvshiyuan Biotechnology Co., Ltd.  
  • „Toda Coronadiag Ag“ von Toda Pharma  
  • „COVID-19 Antigen Speicheltest (Immunochromatographie)“ von ulti med Products (Deutschland) GmbH
  • „SARS-CoV-2 Ag Diagnostic Test Kit (Colloidal Gold)“ von Shenzhen Watmind Medical Co.,Ltd.  
  • „QuickProfile Covid-19 Antigen Test Card“ von LumiQuick Diagnostics, Inc.
  • „ScheBo SARS-CoV-2 Quick Antigen“ von ScheBo Biotech AG

Von diesen Produkten sollten Verbraucher in jedem Fall die Finger lassen. Selbst bei einer hohen Viruslast haben 26 Produkte versagt, unter anderem folgende: 

  • „Acro COVID-19 Antigen Rapid Test“ von Acro Biotech Inc
  • „Biocredit COVID-19 Ag“ von Rapigen
  • „Biocredit COVID-19 Ag“ von Rapigen
  • „Covid-19 Antigen Test Cassette“ von Xiamen Zhongsheng Langjie Biotechnology Co., Ltd

Trotz des hohen Anteils von weniger wirksamen Tests: Schnelltests können beim Eindämmen der Pandemie helfen, glaubt das Paul-Ehrlich-Institut. „Bei entsprechender Güte erlauben Antigen-Schnelltests daher eine zeitnahe Identifizierung akut infizierter und potenziell infektiöser Personen und ermöglichen unmittelbare Maßnahmen, um die Virusausbreitung einzudämmen.“ (dpa/mg)

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