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2G im Einzelhandel Diese Regeln müssen Kunden jetzt beachten

Eine Frau schiebt den Einkaufswagen in einen Supermarkt. Die Inflation hat im November einen Sprung gemacht und erstmals seit rund 29 Jahren wieder die Fünf-Prozent-Marke erreicht. Die Verbraucherpreise erhöhten sich nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes um 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. +++ dpa-Bildfunk +++

Die neuen Regeln für den Einzelhandel wurden am Donnerstag beschlossen.

Die vierte Welle ist in vollem Gange. Damit die Intensivstationen nicht überlaufen haben Bund und Länder am Donnerstag neue Regularien beschlossen. Sie betreffen auch den Einzelhandel.

Corona wütet: Wer in Deutschland noch ungeimpft ist, für den könnte es in diesem Winter sehr ungemütlich werden. Der künftige Kanzler Olaf Scholz, die Ampel-Parteien, die Union – sie alle wollen härtere Maßnahmen. Und zwar vor allen Dingen für all jene, die sich noch nicht haben impfen lassen. 

Am Donnerstag beschlossen die Ministerpräsidenten weitreichende Regeln zum Schutz der Bevölkerung. Besonders betroffen: Der Einzelhandel.

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2G: Im Einzelhandel soll die Regel bald überall gelten

Ungeimpfte werden so aus vielen Bereichen ausgeschlossen. In Friseursalons, Nagelstudios, Hochschulen, Fahr- und Musikschulen, Bibliotheken und Archiven haben sie vielerorts keinen Zutritt. Hier braucht es ebenfalls einen entsprechenden Nachweis. Ähnlich dürfte es bei Kultur-, Freizeit- und Sportveranstaltungen aussehen, wenn die Verschärfungen flächendeckend kommen. 

Wichtig zu wissen: Von der 2G-Regelungen sind Geschäfte mit Dingen des täglichen Bedarfs ausgenommen, wie etwa 

  • Supermärkte
  • Drogerien
  • Apotheken

Auch in Tankstellen oder Getränkemärkten wird sie voraussichtlich nicht gelten. Hier dürfen Ungeimpfte wohl auch dann weiterhin einkaufen, wenn die Verschärfungen im Winter kommen.

Wer aber beispielsweise in einem Ikea einkaufen gehen will, in H&M-, MediaMarkt- oder Deichmann-Filialen, der braucht dann den 2G-Nachweis, der den Zutritt ermöglicht. 

2G in Läden: Discounter und Supermärkte gegen die Option

In Niedersachsen und Hessen kann der Einzelhandel – theoretisch – bereits seit längerem die 2G-Regel anwenden, auch Supermärkte und Discounter wie Aldi, Lidl und Rewe. Doch die machen davon bislang keinen Gebrauch. 

Rewe, Lidl, Aldi und weitere Einzelhandelsketten haben bereits klar Stellung bezogen – gegen die 2G-Option. Rewe wolle an den bekannten Corona-Regeln um Abstandsgebot und Maskenpflicht festhalten. Lidl äußerte sich sogar noch deutlicher gegen eine Verschärfung zum Nachteil von Ungeimpften: „Als Lebensmitteleinzelhändler, der die Grundversorgung sicherstellt, sind wir von der 2G-Regel nicht betroffen. Wir werden diese weder in noch außerhalb Hessens umsetzen“, stellte Lidl gegenüber der Ippen-Medien klar. Andere Unternehmen äußerten sich ähnlich, man setze weiter auf Hygieneregeln und Maskenpflicht.

Für Mitarbeiter von Rewe, Edeka, Aldi, Lidl, Netto & Co. gilt hingegen die 3G-Regel.

Supermärkte und Discounter: In einigen Ländern wird gezählt

Verbraucher sollten auch wissen: In einigen Bundesländern werden, wie im vergangenen Jahr, auch Kunden am Eingang gezählt, beispielsweise in Bayern und Sachsen. Dort dürfen sich in einer Aldi- oder Lidl-Filiale (1000 Quadratmeter) nur noch 50 Kunden aufhalten. Für Hotspots gilt die Obergrenze von einem Kunden pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Kurzum: Auch Ungeimpften wird es nicht verwehrt, sich weiter zu versorgen. Trotzdem zeigte sich der Handelsverband HDE angesichts der geplanten Verschärfung bereits besorgt. „2G oder 3G im Einzelhandel leisten keinen spürbaren Beitrag zum Infektionsschutz“, sagte der HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth bereits in der vergangenen Woche. „Der Einzelhandel ist kein Infektionsherd. Die Alleingänge einiger Bundesländer gehen daher am Ziel vorbei.“

Mit bewährten Hygienekonzepten, Abstandsregelungen und besonders der Maskenpflicht habe der Handel seit Beginn der Pandemie dafür gesorgt, dass Einkaufen sicher möglich sei.

Die Politik scheine aber beschlossen zu haben, die Ungeimpften auf dem Rücken des Einzelhandels zu einer Impfung zwingen zu wollen. „Das ist der falsche Weg“, sagte Genth. Die Existenz vieler Händler in Gefahr zu bringen, um Uneinsichtige von der Corona-Impfung zu überzeugen, sei aus Sicht vieler Handelsunternehmen zynisch. (mg)

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