„Stiftung Warentest“ Krankenversicherungen für Katzen: Was können sie und lohnt sich das?

Eine junge Katze liegt auf dem Boden neben einem Kratzbaum.

Katzen müssen auch mal zum Arzt und das geht schnell ins Geld. Lohnt sich eine Krankenversicherung? Das Foto wurde am 5. August 2022 in Berlin aufgenommen.

Auch Katzen können sich mal verletzen oder müssen operiert werden. Das kann sehr schnell sehr teuer werden. Lohnt sich deswegen eine Krankenversicherung für Katzen? Stiftung Warentest hat das untersucht.

Es geht ganz schnell: Die Katze springt von einem Tisch und ist plötzlich verletzt. Oder beim letzten Tierarztbesuch ist bei der Katze etwas aufgefallen, dem auf den Grund gegangen werden muss. Den Besitzer kann das dann plötzlich eine ganz schön dicke Stange Geld kosten, vor allem, wenn eine OP ansteht. Meistens muss das aus eigener Tasche bezahlt werden.

Ähnlich wie beim Menschen kann aber auch eine Krankenversicherung für Katzen abgeschlossen werden. Hier zahlen Kundinnen und Kunden einen festen Jahres- oder Monatsbetrag, und die Versicherung beteiligt sich dafür beispielsweise an Operationskosten. Aber was taugen solche Versicherungen? Stiftung Warentest hat einige getestet und stellt die Ergebnisse im Finanztest „test“-Heft Ausgabe 12/2022 vor.

„Stiftung Warentest“ testet Krankenversicherungen für Katzen

Insgesamt hat Stiftung Warentest 59 OP-Versicherungen getestet. Davon bieten 16 ein sehr hohes Leistungsniveau und 19 ein hohes Leistungsniveau. Der Beitrag für eine sechs Monate alte Freigängerkatze würde zum Beispiel zwischen 65 und 192 Euro pro Jahr betragen. Der Jahresbeitrag für eine etwa siebenjährige Katze kann dagegen bis zu 571 Euro kosten. 

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Je älter die Katze ist und je mehr Vorerkrankungen sie hat, desto teurer wird der Beitrag. Deswegen lohnt es sich, eine Krankenversicherung bereits in den ersten zwei Jahren abzuschließen. Außerdem nehmen viele Krankenkassen auch nur Katzen bis zu einem bestimmten Alter, beispielsweise 10 Jahren, auf.

Generell wird bei den Krankenversicherungen für Katzen zwischen einer Operationskostenversicherung und einer Vollversicherung unterschieden. Erstere erstattet je nach Tarif einen bestimmten Teil der Operationskosten, letztere übernimmt auch nicht-operative Behandlungen in der Tierklinik oder Behandlungen bei einer chronischen Erkrankung. 

„Stiftung Warentest“: Krankenversicherungen haben einen Haken

Tierarztkosten sind so schon meist nicht billig, aber ab dem 22. November sollen sie noch weiter steigen: Hat eine allgemeine Untersuchung der Katze vorher mindestens knapp neun Euro gekostet, kostet sie Ende des Monats jetzt fast 24 Euro. 

Eine Krankenversicherung für die Samtpfoten abzuschließen, hört sich also plausibel an. Aber Achtung: Wer dies tut, muss sich den Vertrag aufmerksam durchlesen. Denn meistens übernehmen die Krankenkassen nur einen bestimmten Beitrag im Jahr, sie haben also ein Limit.

Auch die Selbstbeteiligung an den Kosten kann bis zu 40 Prozent betragen. Des Weiteren kann die Versicherung vom Anbieter nach der Auslaufzeit, aber auch nach einem Leistungsfall sofort gekündigt werden. 

Und aufgepasst: Nicht alle Operationsfälle werden übernommen. Besonders heikel ist zum Beispiel die Zahnkrankheit FORL, welche viele Katzen bekommen und bei der die Zähne entfernt werden müssen. Nicht bei allen Anbietern ist dies mitversichert, genauso wie eine Kastration – diese OP wird beispielsweise nur bei einer medizinischen Notwendigkeit übernommen. 

„Stiftung Warentest“: Die besten OP-Versicherungen für Katzen

OP-Versicherungen für Katzen gibt es bereits ab 65 Euro. Die günstigsten Tarife mit sehr hohem Leistungsniveau bietet „las“ an, hier Beispiele für eine sechs Monate alte Mischlingskatze:

  • Balunos OP Bronze 90%, Jahresbeitrag: 65 Euro
  • Balunos OP Bronze 100%, Jahresbeitrag: 77 Euro
  • Balunos OP Silber 90%, Jahresbeitrag: 96 Euro

Bei den 90%-Tarifen muss sich der Besitzer noch selber an den Kosten beteiligen. Übernommen werden bei den oben genannten Verträgen maximal 2500 bis 4000 Euro, abhängig vom Versicherungsfall. Es gibt aber auch Versicherungen, die günstig sind und ohne eine "gerechtfertigte tierärztliche Begründung" bis zum vierstelligen Betrag zahlen, ohne dass man sich selber beteiligen muss:

  • Agila OP-Kosten Exlusiv, Jahresbeitrag 119 Euro
  • las Balunos OP Gold 100%, Jahresbeitrag: 150 Euro
  • HanseMerkur Tier-OP Best + Zahn, Jahresbeitrag: ca. 160 Euro

Besonders die Tarife von Tiergarant und Agria bieten ein niedriges Leistungsniveau, obwohl die Kostens ich auch hier zwischen 26 und 151 Euro für eine sechs Monate alte Mischlingskatze bewegen. Einige Versicherungen heben die Beiträge auch an, je älter die Katze wird.

„Stiftung Warentest“: Die besten Vollversicherungen für Katzen

Die Vollversicherungen für Katzen bieten quasi eine Rundum-Versicherung. Von 78 getesteten Versicherungen bieten hier nur 16 ein sehr hohes Leistungsniveau. Krankenvollversicherungen umfassen neben den OP-Kosten auch die ambulante und stationäre Behandlung und einige teure Untersuchungen, wie beispielsweise ein MRT oder Röntgen. Aber das hat seinen Preis: Für eine sieben Jahre alte Katze mit Freigang müssten Besitzer jährlich zwischen 568 und 2735 Euro zahlen. Hier wieder Beispiele für eine gute Versicherung mit maximaler Leistung, beispielsweise für eine sechs Monate alte Mischlingskatze:

  • Moinsure Hepster Kranken Superior, Jahresbeitrag: 427 Euro
  • Allianz TK Kleintiere Smart 100% + HB 2000, Jahresbeitrag: Zwischen 295 und 320 Euro
  • Allianz TK Kleintiere Komfort 90% + HB 2000, Jahresbeitrag: Zwischen 366 und 397 Euro
  • Allianz TK Kleintiere Smart 100% + HB 5000, Jahresbeitrag: 375 bis 406 Euro

Krankenversicherung für die Katze: Lohnt sich das?

Eine Krankenversicherung für Katzen, sei es jetzt eine OP-Versicherung oder eine Vollversicherung, kann sich also durchaus lohnen. Trotzdem kann es sein, dass man als Besitzer jahrelang Geld in eine Versicherung steckt, die am Ende gar nicht eingreifen muss, da der Stubentiger keinen Versicherungsfall hat. Außerdem gibt es bei den Versicherungen einige Knackpunkte, wie der Ausschluss von Leistungen, steigende Beiträge und Leistungsgrenzen.

Eine Alternative wäre es, ein Konto für die Katze anzulegen, auf das regelmäßig eingezahlt wird. So hätte man trotzdem genug Geld, um eine Operation zu bezahlen – allerdings können die Kosten trotzdem schnell das eigene Budget überschreiten. Jeder Katzenhalter muss also die Vor- und Nachteile gut abwägen.

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