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Schluss mit unnötiger Verschmutzung Nachhaltige Reise-Alternativen zum Flugzeug

Reisen mit dem Flugzeug spart vielleicht Zeit, ist aber extrem Umweltschädigend. Es gibt viele Alternativen, beispielweise das Reisen mit dem Zug. Das Symbolfoto (aufgenommen am 24. Mai 2021) gehen Passagiere neben einem Nightjet Zug der ÖBB auf einem Gleis im Wiener Hauptbahnhof entlang.

Reisen mit dem Flugzeug spart vielleicht Zeit, ist aber extrem Umweltschädigend. Es gibt viele Alternativen, beispielweise das Reisen mit dem Zug.

Nicht nur Berge, auch Meere lassen sich ohne Flugzeug überqueren. Das ist nachhaltiger und kann trotzdem sehr beflügelnd sein. In diesem Artikel werden vier spannende Alternativen für Reisende vorgestellt.

Innerhalb eines Tages ans andere Ende der Welt: Das Flugzeug hat es möglich gemacht, in kurzer Zeit Tausende Kilometer entfernte Orte zu erreichen. Doch immer mehr Menschen sind davon überzeugt, dass damit ein wichtiger Teil des Reisens verloren geht.

Wer lange Strecken stattdessen zu Fuß, mit dem Rad oder auf einem Containerschiff zurücklegt, bekommt ein authentisches Gefühl für die Entfernung und erlebt mehr. Klimafreundlicher ist das Reisen ohne Flugzeug sowieso. Allerdings dauert es auch deutlich länger - und erfordert oft Komfortverzicht. Wir haben die Alternativen unter die Lupe genommen und einem - teils subjektiven - Check unterzogen:

Zu Fuß reisen bringt viele Vorteile

„Beim Start hat mich die Dimension des Weges geradezu erschlagen“, sagt Rebecca Maria Salentin. Sie ist den 2700 Kilometer langen Bergwanderweg der Freundschaft von Eisenach nach Budapest (EB) gelaufen. Das war hart. Wer konsequent zu Fuß unterwegs ist, kann eintönige oder verregnete Passagen nun einmal nicht überspringen.

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Anfangs hatte Valentin viele Ängste: vor Tieren, Gewitter, dem dunklen Wald und der tagelangen Einsamkeit. Doch von ihren Sorgen wollte sie sich nicht abhalten lassen. Vor den eigenen Zweifeln, Ängsten und Macken könne man gar nicht wegmarschieren, sagt die Weitwanderin. Dafür nehme man die schönen Dinge am Wegesrand ganz genau wahr. Und: „Ich habe gemerkt, dass ich viel stärker bin, als ich dachte.“ Nach rund drei Wochen auf den Beinen habe man alles durchdacht, was einen vorher beschäftigt habe. „Dann stellt sich eine innere Ausgeglichenheit ein.“

Ihr persönliches Highlight waren nicht nur die Menschen, die sie auf dem Weg kennengelernt hat. Sondern auch Freunde, die sie unterstützt und etappenweise begleitet haben. Nach diesem Klub der Freundschaft hat sie ihr Buch über die Fernwanderung benannt: „Klub Drushba“.

  • Komfort: Nach einer Woche im Wald mit allem Gepäck auf dem Rücken weiß man eine warme Dusche und saubere Wäsche sehr zu schätzen.
  • Preis: Günstig, wenn man mit Zelt unterwegs ist und selbst kocht.
  • Geschwindigkeit: Im Durchschnitt 25 Kilometer pro Tag.
  • Nachhaltigkeit: Super, wenn man mit der Bahn an- und abreist.
  • Abenteuerfaktor: Sehr hoch. Bären, Wölfe, steile Bergpassagen, Wildnis und Unwetter waren zum Beispiel auf dem EB die Begleiter.
  • Ausrüstungstipp: Eine dicke aufblasbare Isomatte für guten Schlaf und eine Hose, die Reibung zwischen den Oberschenkeln verhindert.

Mit dem Rad die Welt erkunden 

Für David Koßmann vom Pressedienst-Fahrrad bedeutet das Reisen ohne Flugzeug vor allem Verantwortung zu übernehmen. „Der ökologische Fußabdruck beim Fliegen ist riesig“, sagt er. Radreisen sieht Koßmann als optimale Alternative, es sei eine sehr harmonische Art der Fortbewegung. „Viele empfinden Fahrradfahren als genau die richtige Geschwindigkeit für die Seele.“ Noch dazu lerne man unterwegs Menschen auf eine andere Art kennen. „Viele sehen, dass man mit wenig Gepäck unterwegs ist und wollen gerne unterstützen.“

Auch Frank Hofmann vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wirbt für die Radreise: Sie erfülle viele Wünsche - sei es die Entschleunigung, das Erleben von Natur und Kultur oder die Förderung der körperlichen und mentalen Gesundheit.

Wer mit anderen unterwegs ist, sollte vorher Erwartungen und Prioritäten klar absprechen, empfiehlt Koßmann. Wie viel Strecke möchte und kann man gemeinsam in der Gruppe an einem Tag zurücklegen? Wie viele Sehenswürdigkeiten will man besichtigen?

  • Komfort: Stark abhängig von Reiseziel, Reisezeit und Komfortlevel der Übernachtungen zwischen den Etappen.
  • Komfort: Stark abhängig von Reiseziel, Reisezeit und Komfortlevel der Übernachtungen zwischen den Etappen.
  • Geschwindigkeit: Zwischen 30 und 130 Kilometer pro Tag.
  • Nachhaltigkeit: Sehr geringer CO2-Fußabdruck.
  • Abenteuerfaktor: Recht hoch. Nichts trennt einen von der Umwelt und dem Wetter. Oft sind spontane Planänderungen gefragt.
  • Ausrüstungstipp: Über eine Ladefunktion am Nabendynamo lassen sich Handy und Navi aufladen, wenn keine Steckdose in Reichweite ist.

Mit dem Containerschiff Meere überqueren

Leonore Sibeth und Sebastian Ohlert haben in 34 Monaten 97 000 Kilometer zurückgelegt, ohne ein einziges Mal zu fliegen. Sie wollten langsam reisen, um ein Gespür für die Distanz zu bekommen und zu erleben, wie sich die Landschaft, die Sprache und das Essen verändern. Auf ihrem Blog Eins2frei.com schildern sie, wie sie in den ersten 24 Monaten von Augsburg bis nach Mexiko reisten.

Die beiden fuhren viel Zug und Bus, in Zentralasien waren sie öfter mal per Anhalter unterwegs, in Kirgistan ritten sie auf Pferden durch das Gebirge. Und in Vietnam kauften sie eigene Fahrräder. Doch als sie an der Ostküste Chinas ankamen, stellte sich die Frage: Sollte es nun über den Pazifik oder zurück nach Hause gehen?

Sibeth und Ohlert entschieden sich für Amerika. Sie kauften Monate im Voraus Tickets für ein Containerschiff nach Mexiko und reisten in 18 Tagen 13 500 Kilometer über den Pazifik. „Es gibt im Internet Reisebüros, die auf solche Reisen spezialisiert sind oder man kann sich direkt bei den Reedereien melden“, erklärt Sibeth. Manche Routen werden aber nicht so häufig befahren. Das Schiff von China nach Mexiko fuhr etwa nur alle drei Monate.

Unter Seekrankheit litten die beiden kaum: Aufgrund seiner Größe war das Containerschiff die meiste Zeit ziemlich ruhig. Anstrengender waren die Zeitwechsel. Alle zwei Tagen erreichten Sibeth und Ohlert eine neue Zeitzone. Langeweile ist nicht eingetreten: „Wir durften immer auf die Brücke hoch, konnten Tiere beobachten und haben auch mal eine Führung durch den Maschinenraum bekommen“, erzählt Sibeth.

  • Komfort: Recht komfortabel mit eigener Kabine und eigenem Bad.
  • Preis: Rund 100 Euro pro Tag und pro Person.
  • Geschwindigkeit: Durchschnittlich 800 Kilometer pro Tag.
  • Nachhaltigkeit: Hoher Schadstoffausstoß, aber auf die einzelne Person heruntergerechnet weniger CO2-Emissionen als mit dem Flugzeug.
  • Abenteuerfaktor: Hoch. Man ist mitten auf dem Meer und Naturgewalten wie Stürmen und Wellen ausgesetzt.

Entspannt reisen mit dem Zug

Für Stephanie Forsch bedeutet das Reisen mit dem Zug pure Entschleunigung. Ob Zugrundreise durch Schweden, bei der Rentiere am Zugfenster vorbeispringen, oder Bahnfahrt entlang der italienischen Westküste mit Zwischenstopps in Rom und an der Amalfi-Küste.

Stundenlang aus dem Fenster schauen, den Gedanken nachhängen und zwischendurch umherlaufen und im Bordbistro vorbeischauen: „Mich lässt das entspannt und körperlich ausgeglichen am Zielort ankommen“, sagt Forsch, die auf ihrem Blog Reiselife.com Tipps für Bahnreisen in Europa gibt. Für ein möglichst entspanntes Reiseerlebnis empfiehlt sie: Sitzplatz reservieren, Rucksack statt großen Koffer packen und bei Städtetrips mit kürzerem Aufenthalt einen Nachtzug buchen.

Wer in fernere Regionen reist, sollte die Unterschiedlichkeit der Bahnhöfe in den jeweiligen Ländern nicht unterschätzen, sagt Forsch. Und genug Zeit zum Umsteigen einplanen und etwas Flexibilität mitbringen - falls man doch einmal einen Zug verpasst.

  • Komfort: Von herrlich komfortabel bis gefährlich rustikal ist alles möglich - je nach Reiseland, Strecke und Zug.
  • Preis: Nachtzüge sind oft teuer, sonst sehr abhängig von der Region.
  • Geschwindigkeit: Kann stark variieren - je nachdem, ob man mit einer Bummelbahn oder einem Hochgeschwindigkeitszug reist.
  • Nachhaltigkeit: Deutlich weniger CO2-Emissionen als beim Flugzeug.
  • Abenteuerfaktor: Hoch. Wer in vielen Etappen reist, kann ein Land aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennenlernen.

Wie hoch sind die CO2-Emissionen einer Flugreise?

Laut dem Umweltbundesamt verursacht beispielsweise ein Flug von Deutschland auf die Kanaren und zurück pro Kopf mehr CO₂-Emissionen als ein durchschnittlicher Deutscher pro Jahr mit Auto, Bus und Bahn. Im Internet gibt es verschiedene CO₂-Rechner, mit denen Urlauber die Emissionen ihrer Flugreise näherungsweise bestimmen können. (dpa)

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