Urlaubsgeld-Schock: Nur 44 Prozent der Beschäftigten bekommen es. Eine neue Studie zeigt, wer die Glücklichen sind.
Bittere NachrichtNicht mal die Hälfte der Beschäftigten bekommt Urlaubsgeld

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Zuschuss für die schönsten Wochen des Jahres - viele können sich im Sommer über ein Urlaubsgeld freuen (Symbolbild)
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Der Sommerurlaub rückt näher, doch für viele gibt es eine herbe Enttäuschung: Das Konto bleibt deutlich leerer als erhofft. Eine neue Untersuchung enthüllt, wer sich über Extra-Geld freuen kann – und wer leider leer ausgeht.
Nicht mal die Hälfte der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft erhält in diesem Sommer eine Urlaubszuwendung. Laut einer Untersuchung des WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung liegt die Quote der Glücklichen bei nur 44 Prozent – und damit genauso niedrig wie bereits 2025.
Tarifvertrag ist der Schlüssel zum Geldsegen
Für diese Analyse hat man die Daten von ungefähr 50.000 Beschäftigten herangezogen, die ihre Angaben zwischen Anfang Mai 2025 und Ende Mai 2026 beim Portal Lohnspiegel.de gemacht haben.
Der alles entscheidende Punkt ist, ob Ihr Arbeitsplatz an einen Tarifvertrag gekoppelt ist. In tariflich gebundenen Unternehmen der Privatwirtschaft bekommen satte 73 Prozent der Befragten den Bonus. Ohne einen solchen Vertrag sind es hingegen nur kümmerliche 35 Prozent.
„Wenn der Tarifvertrag fehlt, fehlt meist auch das Urlaubsgeld – und auch die Grundgehälter sind im Durchschnitt niedriger“, warnt der WSI-Lohnexperte Malte Lübker. Besonders alarmierend: Die Tarifbindung ist laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf 49 Prozent abgesackt. Mitte der 1990er-Jahre waren es noch rund 80 Prozent.
Auch die Firmengröße ist ein Faktor: In großen Konzernen gibt es eher eine Sonderzahlung als in kleinen Betrieben. Zudem existiert eine klare Diskrepanz zwischen den Geschlechtern: Während 49 Prozent der Männer den Bonus erhalten, sind es bei den Frauen nur 38 Prozent.
Von 186 Euro bis fast 3000 Euro ist alles drin
Auch zwischen West und Ost tut sich eine Kluft auf. In Westdeutschland bekommen 46 Prozent der Arbeitnehmer die Zuwendung, im Osten inklusive Berlin ist es lediglich ein Drittel (33 Prozent).
Die Höhe der Urlaubszuwendung ist extrem verschieden. Die Spanne reicht von 186 Euro im Agrarsektor in Mecklenburg-Vorpommern bis zu unglaublichen 2.904 Euro in der Holz- und Kunststoffindustrie in Westfalen-Lippe.
Auch in der Papier-, Metall- und Druckindustrie sowie im Kfz-Gewerbe werden laut der Untersuchung Urlaubsgelder von mehr als 2.000 Euro ausgezahlt. Ganz unten auf der Rangliste stehen neben der Landwirtschaft auch die Süßwarenindustrie und das Hotel- und Gaststättengewerbe.
„In den klassischen Niedriglohnbranchen wird in der Regel nur ein niedrigeres Urlaubsgeld gezahlt“, erläutert Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs. Wo Gewerkschaften starke Verträge durchgesetzt haben, fällt auch die Sonderzahlung üppiger aus.
Immerhin: In einigen Sektoren gibt es bei der Urlaubszuwendung keine Ost-West-Unterschiede mehr. Dazu gehören laut der Böckler-Stiftung etwa Versicherungen, das Gebäudereinigungshandwerk, die Deutsche Bahn AG sowie die Druck- und Chemieindustrie.
Im öffentlichen Dienst gibt es seit 2005 keine gesonderte Urlaubszuwendung mehr. Sie wird mit dem Weihnachtsgeld zusammen als pauschale Jahressonderzahlung im November überwiesen. Auch im Bankgewerbe und in Teilen der Energiewirtschaft gibt es keine tarifliche Sonderzahlung für den Urlaub. (dpa/red)
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