Vor Urlaubs-Saison EU lockert Maskenregel für Reisende

Fluggäste mit Masken warten am Düsseldorfer Flughafen vor einem Check-In-Schalter auf ihre Abfertigung.

Die Empfehlung zur verpflichtenden Tragepflicht von Masken im Luftverkehr, wie hier am 26. Juni 2020 in Düsseldorf, fällt ab Montag (16. Mai) in der EU weg. In Deutschland gibt es aber eine klare Regelung.

Bislang gab es in der EU eindringliche Empfehlungen zum Tragen einer Maske im Flugzeug und am Flughafen. Diese wurden nun gelockert. Doch was bedeutet die Lockerung für Reisende in Deutschland?

Seit diesem Montag (16. Mai 2022) lockern die zuständigen EU-Behörden ihre Empfehlungen zum Corona-Schutz im Luftverkehr. Unter anderem fällt nun eine generelle Empfehlung zum verpflichtenden Tragen medizinischer Masken in Flughäfen und Flugzeugen weg, wie die Europäische Luftsicherheitsagentur EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Mittwoch (11. Mai) mitteilten.

Wenn am Abflugort oder am Ziel eine staatliche Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr besteht, sollte dies laut Empfehlung aber weiterhin auch an Bord der Maschinen gelten. In Deutschland bleibt es vorerst bei der generellen Maskenpflicht im Flugzeug. Die Luftfahrtbranche forderte aber jetzt ihre Abschaffung.

Corona: Maskenpflicht auf allen innerdeutschen Strecken

Das Bundesgesundheitsministerium erläuterte auf Anfrage in Berlin, dass über die Maskenpflicht die nationalen Behörden entscheiden. Sie gelte daher weiterhin auf allen innerdeutschen Strecken sowie Flügen, die in Deutschland starten oder landen.

Demnach sind beim Ein- und Ausstieg und während des gesamten Fluges FFP2- oder medizinische Masken zu tragen. Abnehmen kann man sie nur beim Essen und Trinken. Ausgenommen von der Pflicht sind Kinder unter sechs Jahren. Die bundesweite Maskenpflicht in Flugzeugen - und auch in Fernzügen - ist im Infektionsschutzgesetz vorerst bis 23. September festgelegt. Auch im öffentlichen Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht, die die Länder anordnen.

In Frankreich endet die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln am Montag (16. Mai), wie Gesundheitsminister Olivier Véran sagte. Dennoch werde empfohlen, Maske zu tragen. Die Gesundheitslage habe sich verbessert, doch die Pandemie sei nicht vorbei. Zu Flugreisen in ein Land, in dem weiter Maskenpflicht gelte, sagte Véran, dass die Airlines zuständig seien.

Der Chef der Europäischen Luftsicherheitsagentur, Patrick Ky, sagte, von nun an gebe es nicht mehr in allen Fällen eine Masken-Pflicht im Luftverkehr. Für Passagiere und Crews sei dies ein großer Schritt hin zu einer Normalisierung des Flugverkehrs. Zugleich betonten die beiden EU-Behörden, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes immer noch zu den besten Corona-Schutzmaßnahmen zähle.

Grund für die Lockerungen sind demnach die jüngsten Entwicklungen in der Pandemie. Dazu zählen die Impfzahlen, die durch Infektionen entstandene Immunität und die damit einhergegangene Aufhebung von Beschränkungen in einer wachsenden Zahl europäischer Staaten.

EU lockert: Auch Österreich hält an Maskenpflicht im Flugverkehr fest

Auch Österreich hält an der Maskenpflicht im Flugverkehr vorerst fest - alle Corona-bedingten Einreiserestriktionen sind nun aber abgeschafft. Zur Freude der wichtigen Tourismusbranche in der Alpenrepublik ist ein 3G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet) nicht mehr notwendig. Damit können erstmals seit Beginn der Pandemie Urlauber, Reise-Rückkehrer und andere Besucher aus aller Welt wieder ohne Auflagen nach Österreich einreisen.

Sollte eine neue Virusvariante auftauchen, können nach Angaben der Regierung in Wien aber rasch wieder Test-, Registrierungs- und Quarantänepflichten für Einreisende aus bestimmten Ländern verhängt werden. Derzeit hat das Pandemie-Geschehen in Österreich aber deutlich nachgelassen. Wie schon am Sonntag (15. Mai 2022) gab es laut offiziellen Angaben auch am Montag (16. Mai) kein einziges Covid-19-Todesopfer. Innerhalb eines Tages seien gut 2600 Neuinfektionen gemeldet worden.

Maskenpflicht im Luftverkehr: „Es ist an der Zeit, auf Freiwilligkeit zu setzen“

Die Luftfahrt begrüßte die neuen Empfehlungen. Die Bundesregierung sollte sie zum Anlass nehmen und nun die Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen aufheben, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.

Andere Länder hätten Reise-Vorgaben und die Maskenpflicht bereits fallengelassen. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte: „Es ist an der Zeit, auf Freiwilligkeit zu setzen, so wie es in anderen Bereichen des täglichen Lebens, etwa im Supermarkt oder Restaurant, inzwischen auch die Regel ist.“ In den Flugzeugen reinigten hocheffiziente Filter ständig die Kabinenluft.

Der Internationalen Verbands der Fluggesellschaften (IATA) erklärte, Maskenpflichten an Bord von Flugzeugen sollten enden, wenn Masken in anderen Bereichen des täglichen Lebens nicht mehr verpflichtend sind - etwa Theater, Büros oder öffentliche Verkehrsmittel. (dpa)

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