Lost Places in Deutschland Top 10 verlassene Orte zum Gruseln

Einer der berühmtesten Lost Places in Deutschland: die Beelitz Heilstätten bei Berlin.

Einer der berühmtesten Lost Places in Deutschland: die Beelitz Heilstätten bei Berlin.

Verlassene Orte faszinieren, doch welche Lost Places in Deutschland gibt es und ist das Betreten überhaupt legal? Wir stellen die besten Lost Places vor, die jeder besichtigen kann.

Die Tapete blättert von den Wänden ab, der Putz rieselt von der Decke und es liegt eine unheimliche drückende Stille über dem Ort, die hin und wieder lediglich vom Knarzen der alten Fenster durchbrochen wird. 

Lost Places sind ein Sinnbild der Vergänglichkeit, sie erinnern auf makabre Weise an vergangene Zeiten und verkörpern ein Stück Geschichte. Besucht man verlassene Orte, gleicht das einer Reise in die Vergangenheit. Nicht selten wirken Lost Places wie aus einem Horrorfilm, denn die verfallenen Gebäude wirken auf viele Menschen gruselig.

Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen erfreuen sich Lost Places in Deutschland in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Fotografen und Abenteurer begeben sich vermehrt auf die Suche nach verfallenen Villen, alten Psychiatrien oder verlassenen Panzerkasernen.

Wir verraten, was es mit verlassenen Orten auf sich hat. Warum Lost Places in Deutschland nicht einfach betreten werden dürfen und haben eine Liste mit den besten Lost Places in Deutschland, die legal besucht werden können, zusammengestellt.

Was ist ein Lost Place?

Sie liegen mitten im Wald oder auch direkt in der Stadt: Lost Places sind Orte und Gebäude, die verlassen wurden. So verfallen die Gebäude mit der Zeit immer mehr und die Natur holt sich zurück, was einst ihr gehörte. Neben den sogenannten Urbexern, die vor allem zum Fotografieren kommen, gibt es auch viele Vandalen, die solche Orte plündern und mutwillig zerstören.

Lost Places gibt es in Deutschland jede Menge. Es kommen neue dazu, während andere verlassene Orte saniert oder gar abgerissen und dem Erdboden gleichgemacht werden. Denn viele Abandoned Places stehen bereits seit Jahrzehnten leer.

Diese Arten von Lost Places findet man häufig:

  • Fabriken
  • Krankenhäuser
  • Psychiatrien
  • Alten- und Pflegeheime
  • Schulen
  • Theater
  • Schwimmbäder
  • Kinos
  • Kirchen
  • Bunker
  • Kasernen
  • Schlösser
  • Villen
  • Industrieanlagen
  • Freizeitparks
  • Flugplätze
  • Bahnhöfe
  • Hotels

Warum gibt es Lost Places in Deutschland?

Die Gründe, warum Gebäude sich selbst überlassen werden, sind vielfältig. Hotels oder Freizeitparks mussten aufgrund von ausbleibenden Kunden und Einnahmen still gelegt werden, alte Psychiatrien oder Krankenhäuser wurden wegen umstrittener Behandlungsmethoden geschlossen und pompöse Villen verfallen, weil sich die Erben nach dem Tod des Besitzers nicht einig werden.

In der Regel fehlt es entweder an Menschen, die für das Grundstück Sorge tragen oder an Geld, um Gebäude zu sanieren oder abzureißen. So verfallen die Bauwerke mit der Zeit immer mehr und werden zu verlassenen Orten.

In Deutschland gibt es noch immer unzählige Lost Places.

In Deutschland gibt es noch immer unzählige Lost Places.

Sind Lost Places legal?

Die Grundstücke, auf denen Lost Places stehen, befinden sich in der Regel immer im Besitz von Privatpersonen oder dem Staat. Das wiederum bedeutet, dass die verlassenen Gebäude nicht einfach betreten werden dürfen. Dringt man ohne Erlaubnis ein, ist das Hausfriedensbruch auch wenn das Gelände komplett verlassen ist.

Ist es verboten, Lost Places zu betreten?

Möchte man einen Lost Place legal betreten, sollte man vorher den Besitzer ausfindig machen und um Erlaubnis fragen. Das ungefragte Betreten des Grundstücks ist sonst streng verboten, ebenso wie das (gewaltsame) Eindringen in leer stehende Gebäude. 

Tatsache ist aber auch, dass Hausfriedensbruch ein sogenanntes Antragsdelikt ist. Die Polizei kann keine Anzeige gegen Eindringlinge erstatten, die Strafanzeige kann nur vom Hauseigentümer gestellt werden. In vielen Fällen ist es den Eigentümern aber völlig egal, was mit ihrem verlassenen Grundstück passiert. Herausfordern sollte man sein Glück aber trotzdem nicht.

Welche Strafe bei Lost Places?

Betritt man einen Lost Place in Deutschland, ohne die Erlaubnis des Eigentümers, macht man sich strafbar. Wird man vom Eigentümer erwischt und dieser zeigt einen bei der Polizei an, muss man mit einer Geldstrafe rechnen. In einigen Fällen kann sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden.

Was sollte man beim Betreten von Lost Places beachten?

Ganz generell gilt: ohne Erlaubnis des Eigentümers sollten verlassene Orte nicht betreten werden, denn man begeht Hausfriedensbruch. Doch ganz gleich, ob man einen Lost Place erlaubt oder unerlaubt betritt, gibt es einige Dinge, die man dabei beachten sollte:

  • Viele Lost Places in Deutschland sind einsturzgefährdet. Auch andere gesundheitsgefährdende Gefahren können lauern, wie zum Beispiel Schwarzschimmel. Betreten erfolgt also auf eigene Gefahr.
  • Lost Places sollten nur mit gutem Schuhwerk sowie je nachdem Taschenlampe und Helm besucht werden.
  • Informieren Sie sich im Vorfeld, zum Beispiel beim Eigentümer, was erlaubt ist und verschafft euch niemals gewaltsam Zutritt zu einem leer stehenden Gebäude.
  • Lost Places sollten immer so zurückgelassen werden, wie man sie vorgefunden hat. Das heißt, es sollten weder Dinge zerstört noch mitgenommen werden.
  • Verlassene Orte sollten niemals im Dunkeln betreten werden oder wenn man alleine unterwegs ist.
  • Ganz wichtig: Findet man einen noch unbekannten Lost Place und kann diesen mit Erlaubnis des Eigentümers betreten, sollte man im Nachgang niemals den Standort mit der Öffentlichkeit teilen, um Vandalismus zu vermeiden.
Ohne Erlaubnis des Eigentümers ist das Betreten von Lost Places in Deutschland verboten.

Ohne Erlaubnis des Eigentümers ist das Betreten von Lost Places in Deutschland verboten.

Die Top 10 Lost Places in Deutschland, die legal besucht werden können

Möchte man Lost Places in Deutschland besuchen, muss man dafür aber zum Glück nicht illegal irgendwo einbrechen. Denn es gibt mittlerweile viele verlassene Orte, die staatlich oder privat instand gehalten werden. Dort werden in der Regel auch Führungen angeboten, sodass die Lost Places legal besucht werden können. Dabei kann dann ganz in Ruhe fotografiert werden.

1. Lost Places in NRW: Autoskulpturenpark im Neandertal

  • Öffnungszeiten: Sonntags von 13 bis 17 Uhr
  • Adresse: Neandertal 11, 40699 Erkrath
  • Eintrittspreis: ab 10 Euro
  • Mehr Infos: Voranmeldung unter der Telefonnummer 0211 32 28 09

Auch im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen gibt es verlassene Orte zu entdecken, auch wenn die meisten nicht mehr sonderlich geheim sind. Ein Lost Place in NRW, der legal besucht werden kann, ist der Autoskulpturenpark im Neandertal.

Auf dem Autofriedhof stehen 50 Oldtimer im Wald, die immer mehr von der Natur in Anspruch genommen werden. Die alten Autos rosten zusammen mit Motorrädern vor sich hin und sorgen inmitten des Gestrüpps für eine gespenstige Atmosphäre.

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2. Gruselige verlassene Orte in Brandenburg: Beelitz Heilstätten

  • Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr
  • Adresse: Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten
  • Eintrittspreis: ab 13,50 Euro
  • Mehr Infos: www.baumundzeit.de

Sie gehörten einst zu den aufregendsten und imposantesten Lost Places in der Urbex (=Urban Explorer) Community: die Beelitz Heilstätten bei Berlin. Auf einem riesigen Areal konnte man hier früher noch zahlreiche verfallene Gebäude der ehemaligen Lungenheilstätte für Tuberkulosekranke erkunden. Eine Zeit lang dienten die Beelitz Heilstätten sogar als Lazarett und Sanatorium für Soldaten bis sie 1994 vollends geschlossen wurden.

Heutzutage können die Beelitz Heilstätten nur noch offiziell besucht werden. Gegen Eintritt kann man die alten Gebäude, die mittlerweile immer mehr zuwachsen, von außen erkunden und vom Baumwipfelpfad aus bestaunen. Mit einer Führung kann man auch das Innere der maroden Gebäude erkunden und Wissenswertes über die Geschichte der Heilstätten lernen.

Gruselfaktor: Im Jahr 1991 tötete ein Serienmörder auf brutale Weise eine Mutter und ihr Baby in den Beelitz Heilstätten. Und 2008 lockte ein Fotograf ein Model in die alten Gebäude und erwürgte sie. 

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3. Lost Places in Bayern: Porzellanfabrik JP Arzberg

  • Öffnungszeiten: Nach Voranmeldung
  • Adresse: Jakobsburg 7, 95659 Arzberg
  • Eintrittspreis: 90 Euro
  • Mehr Infos: www.foto-faktorei.de

In den alten Hallen der ehemaligen Porzellanfabrik JP Arzberg wartet ein Stück Geschichte. In den staubigen Regalen wartet altes Porzellan darauf, entdeckt zu werden und auch die alten Gerätschaften sind noch vorhanden.

Die Porzellanfabrik JP Arzberg wurde ursprünglich zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Familienunternehmen eröffnet. 1927 wurde die Firma von der Marke Kahla übernommen. Das traurige Ende des ehemaligen Familientraums erfolgte im Jahr 2000, als die Fabrik aufgrund der Verlegung der Produktion an einen anderen Standort geschlossen wurde.

Der Lost Place in Bayern ist gegen unbefugtes Eindringen stark gesichert, doch offizielle Besichtigungen sind möglich. Bei einer Führung erhält man zusätzlich viele Infos zur Geschichte des verlassenen Ortes.

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4. Verlassene Orte in Berlin: Preußisches Amtsgerichtsgefängnis

  • Öffnungszeiten: Mit Führung
  • Adresse: Puchanstraße 12, 12555 Berlin
  • Eintrittspreis: 40 Euro
  • Mehr Infos: www.go2know.de

In Berlin-Köpenick befindet sich ein Lost Place mit bedrückender Stimmung. Im ehemaligen Gefängnis des Amtsgerichts wurden einst die Insassen in kleinen Zellen, ohne Heizung eingesperrt. Beim Gang durch die düsteren Gänge kann man noch heute die alten Wandkritzeleien der damaligen Inhaftierten lesen. Dieser Lost Place in Deutschland lässt sich mit geführten Foto-Touren besuchen, bei denen man jede Menge Zeit hat, die gruseligen Fotomotive einzufangen.

Gruselfaktor: Zur Kaiserzeit wurden hier Täter in Untersuchungshaft gebracht, während der Nazi-Zeit wurden hier Menschen gefoltert und ermordet. 

5. Gruselige Lost Places in Baden-Württemberg: Grand Hotel Waldlust

  • Öffnungszeiten: Mehrmals wöchentlich mit Führung
  • Adresse: Lauterbadstraße 92, 72250 Freudenstadt
  • Eintrittspreis: ca. 50 Euro
  • Mehr Infos: www.waldlust-denkmal.de

Was aussieht wie die Gruselvilla aus „The Shining“ war einst der Treffpunkt der Reichen und Schönen. Im ehemaligen Luxushotel in Freudenstadt quartierten sich nach seiner Eröffnung im Jahr 1902 vor allem Könige und Königinnen sowie Filmstars ein. Später diente das Waldhotel vorübergehend als Lazarett bevor es 2005 für immer geschlossen wurde.

Heute wird das Waldschlösschen nur hin und wieder für Dreharbeiten angemietet oder kann mit einer offiziellen Führung besucht werden.

Gruselfaktor: Im Jahr 1949 soll die Hotelbesitzerin in ihrem Zimmer gewaltsam zu Tode gekommen sein. Als das einstige Hotel zum Lazarett umfunktioniert wurde, verloren ebenfalls zahlreiche Menschen ihr Leben in den Gemäuern. Kein Wunder, dass die Angestellten des in den 60ern wiedereröffneten Hotels munkelten, dass es dort spukte. Bis heute gilt das Hotel als verflucht und ein Ort der unerlösten Seelen.

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6. Verlassene Orte in Thüringen: Sophienheilstätte

  • Öffnungszeiten: Mit Führung/Foto-Tour
  • Adresse: Adolf-Tegtmeier-Allee 12, 99438 Bad Berka
  • Eintrittspreis: 75 Euro
  • Mehr Infos: www.go2know.de

Das riesige Fachwerkhaus bei Bad Berka bietet einen gespenstisch schönen Anblick. Lange düstere Gänge, unzählige leere Zimmer, marode Treppenhäuser und eine gruselige Atmosphäre, die für Gänsehaut sorgt. Durchbrochen werden die Spuren des Verfalls nur durch die einzigartigen Lichtspiele der großen Fenster. 

Bad Berka wurde ab dem Jahr 1807 bekannt für seine Heilquellen und mauserte sich schnell als Kurort für Lungenkranke. 1898 wurde die Sophienheilstätte etwas außerhalb des Orts errichtet. Bis zu den 1970er Jahren wurden in der ehemaligen Lungenheilstätte Tuberkulosekranke behandelt. Dann wurde die Sophienheilstätte in ein herzchirurgisches Zentrum umgebaut. 1992 wurde das Gebäude schließlich geschlossen.

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7. Lost Places in Sachsen: Freisebad

  • Öffnungszeiten: Mit Führung/Foto-Tour
  • Adresse: Dr.-Kahlbaum-Allee, Dr.-Kahlbaum-Allee 22, 02826 Görlitz
  • Eintrittspreis: ab 25 Euro
  • Mehr Infos: www.goerlitz21.de

Ein spannender Lost Place in Sachsen befindet sich direkt in Görlitz. Hier findet man das Freisebad, eine ehemalige Badeanstalt aus dem Jahr 1887. Hier konnten die Gäste Dampf- und Moorbäder genießen oder eine Runde im Schwimmbecken drehen. 

Seit 1996 ist das Freisebad geschlossen. Heute kann es aber in Rahmen von Führungen besichtigt werden.

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8. Verlassene Orte in Brandenburg: Grabowsee Heilstätten

  • Öffnungszeiten: Nach Voranmeldung
  • Adresse: Malzer Weg, 16515 Oranienburg
  • Eintrittspreis:ab 10 Euro
  • Mehr Infos: Voranmeldung unter der Telefonnummer 0175  24 25 27 5

In der Nähe von Berlin liegt ein weiterer beeindruckender Lost Place in Deutschland. Auf einem riesigen, aber gut gesicherten Grundstück, stehen zahlreiche Gebäude der ehemaligen Lungenheilstätte. Ab dem Jahr 1896 wurden in Grabowsee Tuberkulosekranke behandelt. Von 1945 bis 1995 wurde die Heilstätte in ein Lazarett umgewandelt.

Heute können die Backsteingebäude im Wald, die direkt an einem See liegen, mit Führungen besucht werden. Nach einer Einführung in die Geschichte und Gegebenheiten des Ortes können die Gebäude dann selbstständig erkundet werden.

9. Lost Places in Mecklenburg-Vorpommern: Landesirrenanstalt Domjüch

  • Öffnungszeiten: Sonntags von 14 bis 17 Uhr
  • Adresse: Am Domjüchsee 1, 17235 Neustrelitz
  • Eintrittspreis: Auf Anfrage
  • Mehr Infos: Tel. 03981 206195

Die imposante Landesirrenanstalt Domjüch liegt einsam an einem See. Die alten, verfallenen Villen auf dem Gelände lassen diesen Lost Place in Deutschland gerade gespenstisch wirken. Die ehemalige Psychiatrie wurde 1902 eröffnet und hatte den für diese Zeit noch ungewöhnlichen Ansatz, psychisch kranken Menschen einen Ort zur Heilung zu geben, statt sie wegzusperren. Das geschichtsträchtige Gebäude kann man im Rahmen von Führungen besuchen.

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10. Verlassene Orte in Hessen: Polizeipräsidium Frankfurt

  • Öffnungszeiten: Mehrmals pro Woche mit Führung
  • Adresse: Friedrich-Ebert-Anlage 5-11, 60327 Frankfurt
  • Eintrittspreis: 26 Euro
  • Mehr Infos: www.frankfurter-stadtevents.de

Seit 2002 steht das alte Polizeipräsidium in Frankfurt leer. Mittlerweile holt sich die Natur immer mehr den Ort zurück und die verlassenen Gänge haben etwas Gruseliges an sich. Vorbei an leeren Räumen und abblätternden Tapeten: Mit einer Führung kann das verlassene Gebäude auch heute noch besucht werden.

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