Auf dem Berg Athos gelten seit 1000 Jahren knallharte Regeln für Mensch und Tier – nur bei einer Tierart wird eine Ausnahme gemacht.
Skandal-Regeln in der EUFrauen tabu! Dieser Ort sperrt sie seit 1000 Jahren aus

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Ein Kloster auf dem Berg Athos: In der abgeschotteten Mönchsrepublik gelten seit Jahrhunderten strenge Regeln – Frauen und weibliche Tiere sind verboten. (Archivbild)
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Mitten in Griechenland existiert ein Ort, der wie aus der Zeit gefallen wirkt – und für viele ein echter Aufreger ist. Auf dem legendären Berg Athos gilt bis heute ein knallhartes Gesetz: Frauen haben hier absolut keinen Zutritt. Und das schon seit über 1000 Jahren!
Der Berg auf der Halbinsel Chalkidiki zählt zu den wichtigsten Pilgerzielen der orthodoxen Welt. Doch während Touristen die Region lieben, bleibt der „Athos-Finger“ für die meisten unerreichbar – für Frauen sogar komplett. Eine Regel, die für viele kaum zu glauben ist.
Frauen verboten: Die krassen Regeln auf dem Berg Athos
Selbst weibliche Tiere sind tabu – das betrifft zum Beispiel Kühe, Schafe, Ziegen, Hühner oder Pferde. Sie dürfen auf dem Berg Athos nicht gehalten oder eingeführt werden.
Eine Ausnahme bilden Katzen: Sie sind erlaubt, weil sie seit Jahrhunderten als Nutztiere gegen Mäuse und Ratten eingesetzt werden. In den Klöstern schützen sie Vorräte und Gebäude vor Schädlingen – deshalb werden sie toleriert, obwohl sie ebenfalls weiblich sein können.
Hintergrund ist die besondere Stellung der Region: Athos ist eine autonome Mönchsrepublik, in der streng nach religiösen Traditionen gelebt wird. Die Begründung: Der Berg gilt als „Garten der Jungfrau Maria“ – und deshalb soll keine andere Frau ihn betreten.
158.000 Pilger: Besucheransturm sorgt für neue Maßnahmen
Doch nicht nur Frauen haben es schwer: Auch Männer kommen längst nicht mehr so einfach hinein. Seit 2025 gelten deutlich verschärfte Regeln. Laut „Greek Reporter“ dürfen große Klöster nur noch bis zu 200 Pilger im Monat aufnehmen, kleine Gemeinschaften sogar nur 20. Gruppen über fünf Personen sind praktisch ausgeschlossen – und ohne Einladung geht gar nichts.
Die Zahlen zeigen, warum: 2024 strömten rund 158.000 Pilger auf die Halbinsel, deutlich mehr als im Jahr zuvor. Die Mönche ziehen jetzt die Notbremse, um ihr abgeschottetes Leben zu schützen.
Wer es tatsächlich schafft, eine Genehmigung zu ergattern, landet in einer anderen Welt: schwarze Gewänder, lange Bärte, ein Alltag wie im Byzantinischen Reich vor über 1000 Jahren. Gebetet, gearbeitet und gegessen wird gemeinsam mit den Mönchen – fernab moderner Gesellschaft.
Kritik am Frauenverbot gibt es seit Jahren, doch alle Versuche, es zu kippen, sind gescheitert. Weder die EU noch internationale Kirchen konnten die strengen Regeln ändern.
Ein Ort wie aus einer anderen Epoche – und genau deshalb so umstritten wie faszinierend. (jag)

