Nach jahrelanger Gewalt: Mutter erhält alleiniges Sorgerecht
Gewalt kein AusrutscherMutter erhält nach jahrelanger Gewalt alleiniges Sorgerecht

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Jahrelange Gewalt und Kontrollversuche durch den Kindsvater können dazu führen, dass das alleinige Sorgerecht der Mutter zugesprochen wird.
Ein jahrelanges Martyrium aus seelischer und körperlicher Gewalt hat für eine Mutter und ihre drei Kinder nun ein Ende. Nach wiederholten Fluchten in Frauenhäuser hat ein Gericht ein klares Urteil gefällt und der Frau das alleinige Sorgerecht zugesprochen – gegen den Willen des Vaters.
Seit der endgültigen Trennung hat die Frau mit ihren Kindern an einem geheimen Ort Zuflucht gefunden, um dem gewalttätigen Ex-Mann zu entkommen. Obwohl die Ehe inzwischen geschieden ist, verlangte die Mutter die vollständige Übertragung des Sorgerechts. Der Vater lehnte dies zunächst ab.
Vater sprach von „einmaligem Ausrutscher“
Im Gerichtssaal legte die Mutter die wiederholten Attacken offen. Bei zwei besonders heftigen Vorfällen verlor sie durch die Brutalität sogar das Bewusstsein. Ihre Kinder mussten das teilweise mitansehen. Die Version des Vaters, es sei nur ein „einmaliger Ausrutscher“ gewesen, fand bei den Richtern kein Gehör – sie stuften die Anschuldigungen als bewiesen ein.
Der Vorschlag des Vaters, eine Sorgerechtsvollmacht auszustellen, wurde vom Hanseatischen Oberlandesgericht in Bremen (Az.: 4 UF 38/25) als unzureichend abgewiesen. Nach den jahrelangen Misshandlungen und den ständigen Kontrollversuchen des Mannes könne man der Mutter eine Zusammenarbeit nicht mehr zumuten, urteilten die Richter. Selbst nach der Trennung habe er nicht aufgehört, die Kinder zu beeinflussen, um Details über das neue Leben seiner Ex-Frau herauszufinden.
Kindeswohl als oberste Priorität
Im Mittelpunkt des Urteils stand das Wohl der Kinder. Die Mutter ist ihre wichtigste Bezugsperson und der Anker in ihrem Leben, was die Kinder auch klar geäußert haben. Die Erfahrung von Gewalt im eigenen Zuhause ist eine schwere Bürde und birgt die Gefahr, ihre seelische Entwicklung zu schädigen.
Die vollständige Übergabe der elterlichen Verantwortung an die Mutter ist der einzig logische Schritt, um zukünftige Auseinandersetzungen und potenzielle Angriffe zu unterbinden. So erhalten die Kinder endlich die nötige Sicherheit und Stabilität. Auf diesen Gerichtsentscheid macht die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) aufmerksam. (dpa/red)
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