Die Jugendliebe wieder auffrischen Welche Chancen hat ein zweiter Versuch?

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In der Erinnerung war alles immer schöner. So kann es sein, dass die Liebe zu einem Jugendfreund wieder aufflammt. 

Die Vorstellung ist romantisch: Nach langer Zeit trifft man seine Jugendliebe wieder, die alten Gefühlen entfachen neu – es könnte alles so schön sein. Doch die alte neue Liebe kann auch ihre Tücken haben.

Die erste Liebe ist und bleibt ein Leben lang etwas Spezielles. Das erste Mal verliebt sein, der erste Kuss und der erste Sex sind unvergesslich. Laut Angaben des Internetportals „Elite Partner“ ist für 28 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen diese Phase ihres Lebens etwas ganz Besonderes.
Kein Wunder, dass sich Menschen, die nach Jahrzehnten plötzlich wieder ihrer Jugendliebe gegenüberstehen, vielleicht sogar wieder neu in sie verlieben. Doch welche Chance hat eine solche Liebe?

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Alles zum Thema Trennung

„Plakativ kann man sagen: »Alte Liebe rostet nicht«“, sagt Diplom-Psychologe Rudolf Stroß aus Bergisch Gladbach. Schließlich ändert sich an der grundsätzlichen Persönlichkeit eines erwachsenen Menschen im Laufe der Jahre nichts. Wer sich vor 20 Jahren gut verstanden hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nun wieder verstehen. Hinzu kommt die gemeinsame Vergangenheit.

Erinnerung vs. Realität

Generell gilt es laut Stroß sich möglichst unbefangen und neugierig auf den anderen einzulassen. Man sollte weder zu sehr in der Vergangenheit schwelgen, noch negative Punkte in der Gegenwart überbewerten. Das können Äußerlichkeiten sein, etwa wenn von der einstigen Lockenpracht nicht mehr viel übrig ist. Außerdem hat jeder sein Leben gelebt und entsprechende Erfahrungen gemacht, die ihn geprägt haben. Und irgendwann entwickelt auch jeder seine Marotten.
An einer Desillusionierung kommt daher niemand vorbei. „Man ist ja in seinen Vorstellungen wieder bei früher“, erklärt die Psychologin Bettina Gorißen aus Bad Homburg ein mögliches Problem.

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Diplom-Psychologe Rudolf Stroß rät Paaren, die schon einmal in der Jugend zusammen waren, neugierig aufeinander zu zu gehen.

Zum Beispiel, wenn es nicht verkraftete Kränkungen gibt oder die Trennung sehr unschön verlaufen ist. Oder es handelte sich schon damals um eine kranke Beziehung. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich nun ein gesundes, haltbares Miteinander entwickelt, ist denkbar gering.
Dies alles kann spätestens nach der ersten Verliebtheitsphase ein Problem werden. Denn das ist der Nachteil: Man ist deutlich voreingenommener als in Beziehungen ohne gemeinsame Vergangenheit.

Wenn einer der beiden Partner merkt, dass er gewisse Erlebnisse aus der Beziehung in der Jugendzeit doch nicht verarbeitet hat, sollte er dies auf jeden Fall ansprechen und fragen, wie denn der andere die Situation damals erlebt hat. Ansonsten kann es sein, dass der Schmerz immer wieder hochkommt.

Doch insgesamt haben solche Beziehungen die gleichen Chancen wie die von Paaren, die das erste Mal zusammenkommen. „Vielleicht ist ihr Zusammensein von Anfang an sogar intimer“, sagt Gorißen. Wie hoch das Verbundenheitsgefühl ist, hängt von mehreren Umständen ab. Natürlich ist es etwas anderes, ob man Monate oder Jahre miteinander verbracht hat. Wichtig ist es auch, wie eng damals die Beziehung war.

Dass es schon einmal nicht funktioniert hat, kann manchmal sogar ein kleiner Vorteil sein: Wenn beide Partner um die Verletzlichkeit der Beziehung wissen, gehen sie entsprechend anders miteinander um.

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