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Show statt LeistungStudie: So täuschen Angestellte im Büro Produktivität nur vor

Arbeitnehmer täuschen Aktivität am Arbeitsplatz vor.

Copyright: Frank Rumpenhorst/dpa/dpa-tmn

In vielen Betrieben wird eher auf Präsenz geachtet als auf Arbeitsergebnisse.

Im Job wird oft nur noch so getan als ob – eine neue Erhebung deckt auf.

Show statt Leistung: Neue Studie zeigt, wie Angestellte im Job tricksen

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal den Online-Status auf Grün gelassen, während die Spülmaschine lief? Du bist in bester Gesellschaft. In Deutschlands Büros wird geschummelt und geblufft, was das Zeug hält. Das Ziel: Eindruck beim Chef schinden.

Eine Erhebung vom Jobportal Indeed gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Appinio bringt es ans Licht. Befragt wurden 1.000 Personen, die teils im Büro, teils von zu Hause arbeiten. Das krasse Ergebnis: Zwei von drei Befragten haben innerhalb des letzten Jahres bewusst so getan, als wären sie fleißiger oder motivierter, als die Realität aussah.

Die dreistesten Tricks der Büro-Bluffer

Die angewandten Strategien sind vielfältig. Laut einer Meldung der dpa halten 27,7 Prozent ihren Online-Status im Homeoffice gezielt auf aktiv. Knapp mehr als ein Viertel (25,4 Prozent) macht Überstunden, nur weil der Chef noch nicht gegangen ist. E-Mails werden von 23,2 Prozent absichtlich zu späten oder frühen Stunden verschickt. Und 22,3 Prozent beteiligen sich an Meetings mit leeren Wortbeiträgen, nur um aufzufallen. Der Gipfel der Täuschung: 17,3 Prozent deponieren Jacke oder Tasche am Arbeitsplatz, um so Anwesenheit zu simulieren.

Über die Hälfte der Befragten (56,6 Prozent) gibt es sogar unumwunden zu: Der Hauptgrund für den Weg ins Büro ist, „Gesicht zu zeigen“.

Experte warnt: Anwesenheit schlägt Leistung

Frank Hensgens, der Geschäftsführer von Indeed, findet deutliche Worte für diese Entwicklung: „Die Debatte um Büropräsenz hat in vielen Unternehmen ein problematisches Signal hinterlassen: Nicht die Qualität der Arbeit entscheidet, sondern ihre Sichtbarkeit“. Er warnt weiter: „Doch wenn Beschäftigte anfangen, ihre Anwesenheit zu inszenieren, statt sich auf Ergebnisse zu konzentrieren, ist das weder effizient für Unternehmen noch nachhaltig für die Beschäftigten.“

Woher kommt dieses Verhalten? Die Studie zeigt: Die Ursachen sind oft hausgemacht und durch die angespannte Wirtschaftslage bedingt. So beklagen 32,5 Prozent der Teilnehmenden eine Firmenkultur, die stark auf Anwesenheitskontrolle setzt. Fast genauso viele (31,6 Prozent) treibt die pure Sorge um den Job zu solchen Mitteln.

Die Wahrnehmung ist eindeutig: Eine Mehrheit von 55,9 Prozent glaubt, dass der Chef Anwesenheit wichtiger findet als konkrete Resultate. Und jetzt kommt der Knaller: 66,2 Prozent wären bereit, auf fünf Prozent oder sogar mehr ihres Lohns zu verzichten, falls ihre Arbeit nur nach Ergebnissen beurteilt würde. Um für immer von zu Hause aus arbeiten zu dürfen, würden sogar 70 Prozent finanzielle Abstriche machen (red).

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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