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Geheimsprache im JobzeugnisWenn Ihr Chef diese Sätze schreibt, ist das eine Klatsche

Frau liest in einer Mappe mit der Aufschrift «Zeugnisse»

Copyright: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Im Arbeitszeugnis stecken nicht selten kritische Hinweise, die oft nur Personaler richtig deuten können.

Ein Arbeitszeugnis entscheidet über Ihre Zukunft. Doch Vorsicht! Hinter netten Worten kann sich knallharte Kritik verbergen. Wir entschlüsseln die fiesesten Codes der Personaler.

Ein Zeugnis muss per Gesetz immer zwei Dinge sein: wahr und wohlwollend. Direkte Kritik ist deshalb ein No-Go. Personalchefs haben aus diesem Grund eine eigene Geheimsprache entwickelt, die nur Eingeweihte verstehen. Das Karriereportal Xing hat, wie die dpa berichtet, einige dieser versteckten Botschaften aufgedeckt.

„Zu unserer Zufriedenheit“ – Mehr als eine 3 ist das nicht

Der Satz «Er/Sie erledigte die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit.» klingt erstmal okay, ist aber eine Falle. Laut Xing ist das nicht mehr als die Schulnote 3 – also reiner Durchschnitt. Was fehlt für eine gute Note? Die entscheidenden Zauberwörter: „stets“ und „vollsten“.

„Zeigte Verständnis für seine/ihre Aufgaben“

Diese Formulierung ist ein echtes Desaster. «Er/Sie zeigte Verständnis für seine/ihre Aufgaben.» bedeutet im Klartext: Die Person hat zwar gecheckt, was zu tun war, es aber nicht auf die Reihe bekommen. Die Leistung war also ungenügend.

„Arbeitete mit Engagement und Interesse“

Viel Wille, wenig Wolle. Hinter dem Satz «Er/Sie arbeitete mit Engagement und Interesse.» steckt ein vergiftetes Lob. Wenn konkrete Erfolge nicht erwähnt werden, deutet das laut Xing darauf hin: Trotz großem Einsatz kam am Ende nichts Zählbares dabei rum.

„War bemüht“ – Der Code für Totalausfall

Das ist der Klassiker unter den miesen Bewertungen. «Er/Sie war bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.» ist laut Xing eine der schlimmsten Phrasen überhaupt. Wer sich nur „bemüht“, hat die Ziele klar verfehlt. Ein eindeutiges Signal für eine mangelhafte Leistung.

„Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei“

Hier ist das, was fehlt, der springende Punkt. Wenn beim Sozialverhalten nur Chefs und Teammitglieder auftauchen, ist das ein Alarmsignal. «Sein/Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war einwandfrei.» kann bedeuten, dass es mit Kunden oder Partnern gekracht hat. Besonders heikel wird es laut Xing, wenn dieser Teil des Zeugnisses extrem kurz gehalten ist.

„Erledigte die Aufgaben selbstständig“

Das ist kein Kompliment, sondern eine Selbstverständlichkeit. «Er/Sie erledigte die Aufgaben selbstständig.» wird als Grundvoraussetzung gesehen. Betont der Chef diese Eigenschaft extra, ohne auf Eigeninitiative oder Verantwortungsbewusstsein einzugehen, ist das negativ. Das Karrierenetzwerk sagt: Das riecht nach Dienst nach Vorschrift – und nicht mehr. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.

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