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Der große Soja-CheckVerbraucherzentrale klärt die größten Gesundheits-Mythen auf

Bowl mit mit Tofu, gegrilltem Gemüse und Avocado

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn

Um angebliche und tatsächliche Gesundheitsrisiken von Soja und Sojaprodukten ranken sich viele Mythen.

Soja-Mythen im Faktencheck: Ist die Bohne gefährlich?

Ob als würziger Tofu auf dem Spieß, als Einlage in der Misosuppe oder als Schnetzel im vegetarischen Döner – eiweißreiche Sojaprodukte sind voll im Trend. Doch um die Bohne ranken sich wilde Gerüchte. Schadet sie der Schilddrüse? Fördert sie Krebs? Macht sie Männer gar „weiblich“? Die Verbraucherzentralen haben die größten Soja-Mythen einem Faktencheck unterzogen, wie die dpa berichtet.

Der Grund für die ganze Aufregung: Isoflavone in der Sojabohne. Das sind Pflanzenstoffe, deren Aufbau dem weiblichen Hormon Östrogen gleicht. Doch Stella Glogowski von Hessens Verbraucherzentrale gibt Entwarnung: „Die meisten Sorgen sind bei einem üblichen Verzehr von Soja-Produkten oft unbegründet“.

Soja und Brustkrebs – eine echte Gefahr?

Selbst bei einer Brustkrebserkrankung ist der Konsum normaler Mengen von Soja-Lebensmitteln laut aktuellem Wissensstand unproblematisch. Glogowski macht eine klare Ansage: Sicher sind täglich ein bis zwei Portionen, selbst im Verlauf einer antihormonellen Therapie. Eine solche Portion entspricht beispielsweise 100 Gramm Tofu oder einem 250-Milliliter-Sojadrink. Die Verbraucherschützerin betont, dass Fachgesellschaften kein erhöhtes Risiko für ein Comeback der Krankheit durch gemäßigten Soja-Verzehr sehen.

Was macht Soja mit der Schilddrüse?

Hier ist die Dosis entscheidend. Wer genug Jod zu sich nimmt, muss sich bei normalem Soja-Verzehr keine Sorgen um negative Folgen für die Schilddrüse machen, so die Verbraucherschützer. Problematisch wird es aber bei einem Jodmangel oder wenn bereits eine Erkrankung der Schilddrüse vorliegt. Dann können die Isoflavone aus Soja schaden, vor allem wenn sie als hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Stella Glogowski rät: „In solchen Fällen empfiehlt sich eine ärztliche Begleitung“.

Besonders bei hochdosierten Präparaten mit Isoflavonen ist Vorsicht angesagt. Die gesundheitliche Sicherheit dieser Supplemente ist nämlich nicht genügend nachgewiesen. Das gilt speziell für Personen mit hormonabhängigen Krebsarten oder Schilddrüsenleiden. Glogowskis dringende Empfehlung lautet daher: Wer an östrogenabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs leidet oder gelitten hat, sollte die Finger von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen lassen.

Macht Soja Männer wirklich „weiblich“?

Die Angst, dass Soja den Testosteronspiegel drückt oder bei Männern zu einer „Verweiblichung“ führt, ist laut Glogowski haltlos. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen bei normalem Konsum keinerlei nennenswerte hormonelle Auswirkungen.

Und wie sieht es bei Frauen in den Wechseljahren aus? Da können die Verbraucherschützer keine definitive Antwort geben. Es gibt bisher keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Soja-Isoflavone Beschwerden wie Hitzewallungen zuverlässig mildern können.

Was also tun gegen die Verunsicherung? Die Antwort der Verbraucherzentralen ist einfach: Vielfalt! Soja und daraus hergestellte Produkte wie Tofu, Tempeh oder Sojadrinks sind in normalen Mengen eine super Ergänzung für einen abwechslungsreichen Speiseplan. Immerhin liefern sie hochwertiges Eiweiß, Ballaststoffe sowie wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend ist am Ende – wie so oft – die richtige Dosis. Glogowskis Fazit: „Wer sich vielseitig ernährt und auf eine gute Jodversorgung achtet, muss Soja nicht meiden“. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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