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„Du bist nicht mehr wie früher“Diese unsichtbaren Folgen hat ein Schlaganfall für die Psyche

Mutter und Tochter unterhalten sich

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn

Ein Schlaganfall hinterlässt Folgen, von denen längst nicht alle sichtbar sind.

Schlaganfall: Die unsichtbaren Folgen sind oft am schlimmsten.

Ein Hirnschlag stellt das Leben auf den Kopf. Doch oft sind es nicht die sichtbaren Folgen wie Lähmungen, die den Alltag zur Zerreißprobe machen. Es sind die unsichtbaren Wunden, die Betroffene und ihre Familien schwer belasten.

Plötzlich ist der geliebte Mensch wie ausgewechselt. Er kann sich nur wenige Minuten auf ein Gespräch konzentrieren, vergisst Verabredungen oder wird schnell reizbar. Viele Angehörige kennen den schmerzhaften Satz: „Du bist nicht mehr wie früher, ich kenn' dich doch ganz anders!“

Die unsichtbaren Folgen eines Schlaganfalls

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe macht auf diese versteckten, aber gravierenden Folgen aufmerksam. Dazu gehören Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Sprach- und Planungsstörungen, aber auch Persönlichkeitsveränderungen wie Reizbarkeit oder Depression und eine lähmende, schnelle Erschöpfung.

Was viele nicht wissen: „Das ist nicht einfach eine Frage von mangelnder Selbstdisziplin, sondern hat reale neurobiologische Ursachen“, erklärt die Neuropsychologin Caroline Kuhn von der Universität des Saarlandes. Je nachdem, welche Hirnregion durch den Schlaganfall von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten war, treten unterschiedliche Störungen auf.

So könnt ihr als Angehörige richtig helfen

Für das Umfeld sind diese Veränderungen oft schwer zu verstehen. Die Schlaganfall-Hilfe gibt daher klare Ratschläge, wie ihr Betroffene unterstützen könnt, ohne sie unter Druck zu setzen.

Schildert eure Beobachtungen sachlich, statt zu bewerten. Sagt lieber: „Mir fällt auf, dass du nach 15 Minuten müde wirst“, anstatt mit einem „Reiß dich doch mal zusammen“ zusätzlichen Druck aufzubauen. Nehmt emotionale Ausbrüche oder eine erhöhte Reizbarkeit nicht persönlich und habt vor allem Geduld.

Was Betroffene selbst für sich tun können

Für die Betroffenen selbst ist die Situation oft eine riesige Belastung. Doch es gibt Hoffnung. „Auch wenn es sich zu Beginn oft anders anfühlt: Vieles verbessert sich über Jahre hinweg, ohne dass Betroffene die Fortschritte sofort bemerken“, macht Expertin Kuhn Mut.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe rät Betroffenen, aktiv zu werden. Nehmt neuropsychologische Behandlungen, Ergo- oder Logopädie in Anspruch. Nutzt im Alltag Hilfsmittel wie Checklisten oder die Erinnerungsfunktion eures Handys. Teilt große Aufgaben in kleine Schritte auf und legt ausreichend Pausen ein. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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