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Passiv-aggressives Verhalten Diese 7 Merkmale verraten es

Passiv-aggressives Verhalten in der Beziehung kann toxisch sein.

Passiv-aggressives Verhalten in der Beziehung kann sich unter anderem in eisernem Schweigen ausdrücken. Oftmals mit dem Ergebnis, dass beide Partner wütend und/oder unglücklich sind.

Passiv-aggressives Verhalten von verärgerten Personen ist für deren Mitmenschen verletzend und demütigend. Aber es gibt Wege, passiv-aggressiv handelnde Menschen auszukontern.

Passiv-aggressives Verhalten scheint leider schon ein Klassiker in vielen Liebesbeziehungen zu sein: Der eine Part hat etwas auf dem Herzen. Doch statt dem Ärger Luft zu machen und ganz klar zu kommunizieren, was denn da im Argen liegt, werden perfide Taktiken angewendet, um den Partner oder die Partnerin zu treffen.

Oftmals erinnert passiv-aggressives Verhalten an die Trotzphase eines Kleinkindes: Innerlich wird dem Fuß aufgestampft, ein Schmollmund gezogen und nach außen hin agiert nach dem Motto: „Du wirst ja wohl selber merken, was los ist!“

Doch was genau macht passiv-aggressives Verhalten aus und welche Bedeutung hat es in einer Beziehung? Wir haben die Definition und verraten den passenden Umgang mit passiv-aggressiven Menschen.

Definition und Bedeutung: Was ist passiv-aggressiv?

Im Grunde bedeutet passiv-aggressiv, dass eine Person verärgert ist, aber eine direkte Konfrontation vermeidet und das Problem nicht offen anspricht. Stattdessen bekommt das Gegenüber den Ärger indirekt zu spüren, ohne den Grund dafür zu kennen.

Passiv-aggressives Verhalten bedeutet auch, schwere Kommunikations-Geschütze aufzufahren. Und das kommt nicht von ungefähr, schließlich hat die Bezeichnung passiv-aggressives Verhalten ihren Ursprung im Zweiten Weltkrieg.

Der US-amerikanische Militär-Psychiater Colonel William Menninger prägte den Begriff vor rund 80 Jahren. Menninger hatte bei Soldaten, die Befehle nicht ausführen wollten und denen die militärtypische „Bevormundung“ durch Vorgesetzte stank, ein eher pubertäres Verhalten beobachtet.

Die Soldaten führten Befehle nicht aus – mit der Begründung, diese nicht verstanden oder schlicht vergessen zu haben. Auch lästerten sie hinter deren Rücken über Vorgesetzte, wurden sarkastisch und ließen permanent durchblicken, wie unfair und schlecht sie sich behandelt fühlten. 

Für den erfahrenen Psychiater Menninger ein Zeichen für Unreife, er nannte dieses Verhalten schließlich „passiv-aggressives Verhalten“, im Englischen „passive-agressive behaviour“.

Passiv-aggressives Verhalten in der Beziehung

Und auch auf dem „Schlachtfeld der Liebe“ – um kurz im Militärjargon zu bleiben, aus dem passiv-aggressives Verhalten seinen Namen hat – bricht sich die geheime (weil unterdrückte) Wut unheimlich Bahn. Statt klare Kante zu bekennen, werden Nebenkriegsschauplätze aufgemacht – es wird unter anderem mit Liebesentzug und Schweigen gekämpft.

Die britische Psychotherapeutin Abby Rawlinson hat auf ihrer Instagram-Seite „therapywithabby“ Muster passiv-aggressiven Verhaltens veröffentlicht. „Menschen, die so agieren, haben entweder Angst, ihre Wut auszudrücken – oder glauben, sie verdienten es nicht, eine klare Meinung äußern zu dürfen“, sagt sie.

Menschen, die passiv-aggressives Beziehungsverhalten an den Tag legen, gehen Konflikten aus dem Weg, äußern Ärger und Missbehagen nicht offen, wollen ihren Mitmenschen aber dennoch schaden. Gern stilisieren sich solche Menschen als Opfer.

Laut Studie der Mayo-Klinik sind passiv-aggressive Menschen häufig Narzissten, die sich umso grandioser fühlen, je mehr sie ihr Gegenüber abstrafen oder demütigen. 

Passiv-aggressives Verhalten: Das  können Ursachen sein

Der Neuropsychiaterin Lorna Benjamin (University of Utah) zufolge stammen Menschen mit passiv-aggressivem Verhalten oftmals aus liebevollen, aber fordernden Familien, in denen die Eltern sehr leistungsorientiert sind.

Demnach entwickelten Erstgeborene, denen früh relativ viel Verantwortung für die jüngeren Geschwister übertragen wird, eher passiv-aggressive Verhaltensmuster als andere.

Die Psychotherapeutin und Wirtschaftspsychologin Evelyn Summhammer erklärt im Magazin „Impulse“, dass viele Menschen, die als Erwachsene passiv-aggressives Verhalten an den Tag legten, bereits in Schule oder Elternhaus gelernt hätten, dass es Konflikte um jeden Preis zu vermeiden gelte. Bekämen diese Menschen dann Kritik, fühlten sie sich persönlich angegriffen. 

Passiv-aggressives Verhalten bei Partner oder Partnerin erkennen: 7 Merkmale in Beziehungen

Passiv-aggressiv handelnde Menschen haben zum Teil perfide Taktiken und Strategien entwickelt, um den Partner oder die Partnerin ihren nicht verbalisierten Ärger spüren zu lassen. 

1. Passiv-aggressives Verhalten:  Verletzender Humor

Man ärgert sich über den Partner oder die Partnerin, äußert das aber nicht, sondern konstatiert süffisant: „Na, hast ein bisschen zugelegt. Steht dir aber nicht schlecht, hihihi!“ Und dann ein „War doch nur Spaß“ hinterherschieben. Autsch! So wird das Opfer der Beleidigung auch noch als humorlos hingestellt.

2. Passiv-aggressives Verhalten: Ignoranz

Nicht mehr zuhören – so gibt der passiv-aggressiven Part in der Beziehung dem anderen das Gefühl, unwichtig zu sein. Weitere miese Machtspielchen: während eines Gesprächs einfach weggehen oder Textnachrichten und Anrufe nicht beantworten.

3. Passiv-aggressives Verhalten: Schweigen

Auch Schweigen kann als perfider Ausdruck unterdrückten Ärgers dienen: Entweder als Strafe – oder um den anderen zu verunsichern.  Kann durch Inkonsequenz noch gesteigert werden: Einmal gibt’s eine (knappe) Antwort, beim nächsten Mal aber nicht.

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4. Passiv-aggressives Verhalten: Sich bewusst dumm stellen

Der US-amerikanische Wissenschaftler Preston Ni nennt laut Fachzeitschrift „Psychologie heute“ auch, sich bewusst dumm zu stellen, als eine Taktik. Dazu zählt unter anderem, Verabredungen als Missverständnisse auszugeben nach dem Motto „DAS hatten wir besprochen?! Seltsam ...“. Oder auch, Absprachen schlicht nicht einzuhalten.

5. Passiv-aggressives Verhalten: Vergiftete Komplimente machen

Sprüche wie: „Ich find’s toll, wie du deinen Hintern in Szene setzt – traut sich noch lange nicht jeder“ sind nichts anderes als hübsch verpackte Beleidigungen. Und äußerst beliebt bei passiv-aggressiven Zeitgenossen. Genau wie hinter dem Rücken des Partners oder der Partnerin über ihn oder sie zu lästern.

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6. Passiv-aggressives Verhalten: Permanentes Zuspätkommen

Eine miese Art, den anderen abzustrafen. Ist für den wartenden Part in der Beziehung ärgerlich und verwirrend. Allerdings ist nicht jede Verspätung einer Person gleich als passiv-aggressives Verhalten zu werten. Kommt das aber ständig vor und reagiert der/die Zuspätkommende darauf angesprochen jedes Mal beleidigt bis mürrisch, sollte man deutliche Worte finden und eine Grenze ziehen.

7. Passiv-aggressives Verhalten: Blockadehaltung

Bei dieser Strategie versuchen passiv-aggressive Menschen alles zu verhindern, was Partner oder Partnerin Freude bereiten könnte. Dazu zählt auch, den anderen bloß nicht zu einem persönlichen Erfolg kommen zu lassen.

Passiv-aggressives Verhalten: Diese Sätze sind gemeine Klassiker

Fast jede(r) kennt sie, diese so furchtbar belanglos daherkommenden Sätze, die aber von passiv-aggressiven Menschen mit der Absicht abgefeuert wurden, um den anderen zu verletzten. Hier drei Beispiele:

  • „Natürlich, mein Schatz – ganz wie du willst!“ Der Absender will natürlich etwas ganz anderes, dass der Partner/die Partnerin aber bitte sofort und rein intuitiv erfassen soll. Weil das nahezu unmöglich ist, wird zum Beispiel aus „Rache“ später heftig über den anderen abgelästert.
  • „Nein, nein, es ist nichts. Was soll denn sein?“ Beliebte passiv-aggressive Antwort auf die Frage, ob man sauer sei. Natürlich ist der Absender sauer! Und zwar richtig.
  • „Selbstverständlich. Mach’ ich doch sehr gern!“ Nein, einer noch so nett gemeinten Bitte kommt der Absender dieser Zeilen sicher nicht nach. Schon gar nicht „sehr gern“.

Wie gehe ich mit einem passiv-aggressiven Menschen um?

Wie aber geht man mit einem passiv-aggressiven Menschen um, der diese Verhaltensform wählt, weil er nicht über seine Bedürfnisse sprechen kann? Psychologinnen und Psychologen raten (beispielsweise in der Zeitschrift „Spektrum“) grundsätzlich dazu, sich nicht provozieren zu lassen und mit Wut zu reagieren. Und das können Betroffene von passiv-aggressivem Verhalten beispielsweise tun:

  • Immer ruhig und sachlich bleiben – auch wenn das noch so schwerfällt.
  • Die Schuld für die Situation/Stimmung nicht bei sich suchen. 
  • Nicht auf Diskussionen einlassen.
  • Klar kommunizieren: „Ich glaube, du willst das gerade nicht. Dann sag' mir das bitte, aber diesen Kindergarten hier mache ich nicht mit.“
  • Regelungen treffen. Dem chronischen Zuspätkommer sagen, man treffe sich nur noch bei einem selbst zu Hause und nicht vor dem Restaurant (vor dem man sich oft genug beim Warten die Beine in den Bauch gestanden hat).

Und diejenigen, die unter passiv-aggressiven Zeitgenossen zu leiden haben, sollten sich bewusst machen: Die perfiden Taktiker sehen sich als Opfer. Immer und überall! 

Passiv-aggressives Verhalten bei Männern

Bei Männern und Frauen zeigt sich passiv-aggressives Verhalten in unterschiedlichen Ausprägungen. Dem New Yorker Psychiater Scott Wetzler zufolge agieren Männer auf eine „besonders destruktive, plumpe Art, mit der sie Liebes- und Arbeitsverhältnisse durcheinanderbringen oder gar zerstören“. Zum Beispiel so:

  • Abmachungen werden nicht eingehalten
  • Versprechen werden gebrochen
  • Schuld wird auf Partnerin oder Partner geschoben
  • Wutanfall wechselt sich ab mit eisigem Schweigen

Passiv-aggressives Verhalten bei Frauen

Frauen zeigen passiv-aggressives Verhalten eher, in dem sie schnippisch und süffisant reagieren oder sich in die berüchtigte Schmollecke zurückziehen. Typische Sätze in diesem Zusammenhang können sein:

  • Na prima, jetzt bin ich ja wieder schuld.
  • Ich sag' jetzt gar nichts mehr.
  • Ach ... ist das so?!

Was ist eine passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung?

Wer bisweilen passiv-aggressives Verhalten an den Tag legt, muss nicht gleich eine Persönlichkeitsstörung haben. Die Diagnose über eine solche Störung stellen ohnehin Fachleute.

Symptome einer passiv-aggressiven Persönlichkeitsstörung können unter Umständen sein: 

  • Überwiegend negative Einstellung
  • Streitlust
  • Klagen über eigenes (vermeintliches) Unglück und darüber, ständig missverstanden zu werden
  • Permanenter Wechsel zwischen Trotzreaktionen und Reue
  • Verachtung von und überzogene Kritik an Autoritäten

In der internationalen Klassifikation von Krankheiten/Gesundheitsproblemen, dem ICD-10, taucht auch die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung auf, allerdings nicht unter einem eigenen Code, sondern unter F60.8 (sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen).

Laut Psychotherapie-Fachportal „therapie.de“ wird die passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung im klinischen Bereich vergleichsweise selten diagnostiziert, zu ihrer Häufigkeit gibt es kaum Untersuchungen. Eine der wenigen Studien besagt, dass unter fünf Prozent der Menschen in Deutschland darunter leiden.

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