Neue Vorsorge für Kettenraucher: Was sich jetzt für euch ändert.
Neue Chance für RaucherKasse zahlt jetzt die Früherkennung von Lungenkrebs – die Details

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Moderne Diagnostik im Einsatz: Das Screening erfolgt per Niedrigdosis-CT, das Tumoren bereits im Frühstadium sichtbar macht.
Kostenloser Lungen-Check für Raucher: Wer jetzt Anspruch hat und was ihr wissen müsst. Lungenkrebs – eine Diagnose, die das Leben auf den Kopf stellt. Meistens trifft es Menschen, die lange geraucht haben. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) meldet über seinen Krebsinformationsdienst: Bei 80 bis 90 Prozent aller Fälle ist das Rauchen die Ursache. Das Tückische: Der Krebs bleibt oft lange unbemerkt. Symptome wie Husten, Atemnot oder Gewichtsverlust zeigen sich häufig erst, wenn es schon fast zu spät ist. Doch es gibt einen Lichtblick, auch für die Menschen hier bei uns in der Region. Denn je eher ein Tumor gefunden wird, umso größer sind die Chancen.
Genau hier setzt eine wichtige Änderung an, die seit dem 1. April gilt. Langjährige und starke Raucher können jetzt einmal pro Jahr ein Lungenkrebsscreening machen lassen. Und das Beste: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür. Bei dieser Untersuchung, einem Niedrigdosis-CT, macht man mit Röntgenstrahlen detaillierte Aufnahmen der Lunge, um verdächtige Stellen zu finden.
Wer bekommt den Check bezahlt?
Aber Achtung: Nicht jeder Raucher kann diese neue Vorsorge einfach so nutzen. Der G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss), in dem Ärzte, Kliniken und Kassen sitzen, hat klare Regeln aufgestellt. Ihr müsst diese Bedingungen erfüllen:
Wie ihr eure „Packungsjahre“ ausrechnet? Ganz einfach: Nehmt die Anzahl der Jahre, in denen ihr geraucht habt, und multipliziert sie mit den Schachteln, die ihr pro Tag im Schnitt geraucht habt. Ein Rechenbeispiel: Jemand hat 30 Jahre lang jeden Tag eine halbe Schachtel (also 10 Zigaretten) geraucht. Das ergibt 15 Packungsjahre (30 Jahre x 0,5 Packungen). Diese Person hätte also einen Anspruch auf den Kassen-Check.
Ist der Lungen-Check wirklich was für mich?
Die Teilnahme ist komplett freiwillig. Und keine Sorge: Wer sich dagegen entscheidet, bekommt im Ernstfall trotzdem die Behandlung von der Kasse bezahlt, so der G-BA. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes am DKFZ, rät laut einer Meldung der dpa, die Entscheidung gut abzuwägen: „Raucherinnen und Raucher sollten sich genau über die Vor- und Nachteile des Screenings informieren“.
Was sind die Argumente dafür und dagegen? Der größte Pluspunkt ist klar: Die Chancen auf Heilung verbessern sich deutlich. Wird ein Tumor früh entdeckt, sinkt die Gefahr, an Lungenkrebs zu sterben. Aber es gibt auch Kehrseiten. Manchmal gibt es falschen Alarm (falsch-positive Befunde). Das bedeutet Stress und weitere Tests, obwohl am Ende alles gut ist. Es könnten auch Tumore gefunden und therapiert werden, die einem im Leben nie gefährlich geworden wären. Und nicht zu vergessen: die Belastung durch die Röntgenstrahlen. Ihr müsst also selbst abwägen. Eine Hilfe dabei bietet eine Tabelle in der G-BA-Versicherteninformation. Sprecht auch unbedingt mit eurer Hausärztin oder eurem Hausarzt darüber.
Wie komme ich an den Termin?
Wenn ihr das Screening machen wollt, ist euer erster Weg zur Hausärztin oder zum Hausarzt. Dort wird geprüft, ob ihr alle Bedingungen erfüllt. Wenn alles passt, gibt es eine Überweisung für eine radiologische Praxis.
Allerdings braucht ihr vielleicht ein bisschen Geduld. Susanne Weg-Remers vom DKFZ rechnet damit, dass es noch eine Weile dauern wird, bis das Angebot überall in Deutschland zur Verfügung steht. Der Grund dafür? „Die Ärztinnen und Ärzte müssen sich erst für das neue Programm qualifizieren.“ Radiologen müssen spezielle Schulungen machen und ihre Eignung beweisen, bevor die Kassenärztliche Vereinigung ihr Okay gibt.
Eines ist aber ganz wichtig: Ein Screening kann zwar helfen, einen Tumor früh zu finden. Es schützt euch aber nicht davor, überhaupt krank zu werden. Der beste Weg, um euer persönliches Risiko für Lungenkrebs zu senken, ist und bleibt: für immer mit dem Rauchen aufzuhören (red).
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

