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Achtung, Knubbel am AugeKölner Ärztin erklärt, was hilft und wann es gefährlich wird

Eine Frau leidet unter einer Entzündung am Auge

Copyright: Karolin Krämer/dpa-tmn

Nicht rumdrücken, lieber beraten lassen: Bei stärkerer Entzündung kann eine antibiotische Augensalbe nötig sein – abklären in Praxis oder Apotheke.

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Gerstenkorn am Auge? Was hilft und was Sie nie tun sollten.

Jeder, der mit einem Gersten- oder Hagelkorn lebt, kennt dieses miese Gefühl: Die ganze Welt scheint nur auf den unschönen Knubbel am Auge zu starren. Was hinter diesen korngroßen Beulen am Ober- und Unterlid wirklich steckt, ist eine Entzündung, erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

Gerstenkorn oder Hagelkorn – wo liegt der Unterschied?

Ein Gerstenkorn wird durch Bakterien verursacht. Die Augenärztin Philomena Wawer Matos Reimer von der Uniklinik Köln fasst es so zusammen: „Es eitert oft ähnlich wie ein Pickel und schmerzt“. Das Positive daran: Normalerweise ist die Schwellung nach ein paar Tagen wieder verschwunden.

Anders sieht es beim Hagelkorn aus: Hier ist die Ursache eine blockierte Talgdrüse. Ein Hagelkorn eitert nicht und tut normalerweise auch nicht so weh, entwickelt sich aber deutlich gemächlicher als ein Gerstenkorn. Es kann eine echte Geduldsprobe sein, denn bis es von selbst weggeht, vergehen oft Wochen oder sogar Monate.

Was kann man tun, damit der Knubbel schneller weggeht?

Auch wenn es noch so verlockend ist: Auf keinen Fall am Korn herumdrücken! Das ist die oberste Regel. Dadurch wird die Entzündung nur noch schlimmer und kann sich sogar ausbreiten. Also: Finger weg!

Spezielle Salben aus der Apotheke können helfen. Wenn ein Gerstenkorn eine starke bakterielle Entzündung zeigt, verschreibt der Augenarzt oder die Ärztin oft eine antibiotische Salbe. Für beide Korn-Arten gibt es außerdem desinfizierende und entzündungshemmende Mittel. Wer unsicher ist, was das Richtige ist, sollte sich in der Apotheke oder einer Augenarztpraxis beraten lassen.

Auch ein bewährtes Hausmittel kann Linderung bringen: Kompressen mit schwarzem Tee. Die Kölner Expertin Wawer Matos Reimer empfiehlt: „Einen schwarzen Tee zubereiten, abkühlen lassen, einen Lappen mit lauwarmem Teewasser tränken und auf das Auge legen“. Die darin enthaltenen Gerbstoffe wirken beruhigend auf die irritierte Haut. Wer es bequemer mag: In der Apotheke sind auch fertige Tücher mit Schwarztee-Extrakt erhältlich.

Die DOG empfiehlt zudem eine Dreier-Kombi aus Wärme, Massage und Reinigung. Zuerst für fünf bis zehn Minuten Wärme auf die Lider bringen, zum Beispiel mit einer speziellen Wärmemaske oder einem Kirschkernkissen. Anschließend das Lid mit einem Wattepad sanft in Richtung Lidkante ausstreichen. Zum Schluss den Lidrand behutsam mit einem sauberen Wattestäbchen säubern.

Wenn das Korn einfach nicht verschwinden will

Geht der Knubbel trotz aller Geduld einfach nicht weg? Dann solltet ihr einen Termin in einer Augenarztpraxis machen. Mit einem kleinen Eingriff unter örtlicher Betäubung kann das Korn geöffnet und das entzündete Gewebe beseitigt werden.

Warum bekomme ich ständig diese Körner?

Einige Leute haben einfach eine Veranlagung dazu und bekommen immer wieder Gersten- oder Hagelkörner. Das kann mit bestimmten Erkrankungen zusammenhängen, zum Beispiel Neurodermitis, Rosazea, Diabetes oder auch Allergien.

Auch hormonelle Veränderungen während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können die Bildung von Hagelkörnern fördern. Der Grund dafür ist, dass die Hormone die Aktivität der Talgdrüsen beeinflussen können.

Kann man den fiesen Körnern vorbeugen?

Die DOG empfiehlt, die Lidkanten regelmäßig zu pflegen – das lässt sich gut in die tägliche Routine unter der Dusche einbauen. Was außerdem hilft:

Achtung: In seltenen Fällen kann es ein Tumor sein

Ja, das ist möglich. In sehr seltenen Situationen kann sich hinter einer solchen Schwellung auch ein langsam fortschreitender Hautkrebs oder ein sogenanntes Talgdrüsenkarzinom verbergen.

Die DOG-Expertin Wawer Matos Reimer nennt klare Alarmsignale: „Warnzeichen sind ein Verlust von Wimpern, ein nachgewiesenes Wachstum der Schwellung oder eine nicht heilende Wunde, die auch mit Blutungen einhergehen kann“. Wer so etwas bei sich feststellt, sollte nicht zögern und das umgehend in einer Augenarztpraxis untersuchen lassen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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