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Gefahr für die SeeleStudie: KI-Chatbots verstärken bei vielen Suizidgedanken

Depression bei jungen Erwachsenen

Copyright: Julian Stratenschulte/dpa

Viele junge Menschen nutzen KI-Chatbots, um über seelische Probleme zu sprechen – Experten warnen vor Risiken. (Symbolbild)

Aktualisiert:

KI als Seelsorger? Studie warnt vor tödlicher Gefahr.

Wenn die Seele leidet, suchen viele junge Leute Trost bei einer KI. Aber eine neue Untersuchung enthüllt jetzt eine düstere Wahrheit: Diese digitalen Gespräche können für Betroffene eine tödliche Gefahr darstellen.

Für zahlreiche junge Leute ist es normal geworden, mit einem Chatbot über seelischen Druck zu reden. Eine aktuelle, repräsentative Umfrage der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention belegt: Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Menschen zwischen 16 und 39 Jahren haben bereits mit einer Künstlichen Intelligenz über ihre psychischen Sorgen kommuniziert.

Meistens drehen sich die Unterhaltungen um alltägliche Sorgen wie Stress, Liebeskummer oder Trauer. Bei Personen, die momentan eine depressive Episode durchleben, klettert die Zahl sogar auf 76 Prozent. Die meistgenutzten Programme sind dabei die bekannten Namen: ChatGPT wird von 77 Prozent verwendet, dahinter folgen Gemini (14 Prozent) und Microsoft Copilot (4 Prozent).

Warum die KI zum digitalen Seelsorger wird: Anonymität und ständige Verfügbarkeit

Was macht die KI-Anwendungen so anziehend? Die Antwort ist simpel: Man bleibt anonym, erhält sofort eine Reaktion und das rund um die Uhr. Diese niederschwellige Art der Hilfe macht sie für unzählige Menschen zum ersten Kontaktpunkt bei privaten Schwierigkeiten.

Für über die Hälfte (56 Prozent) ist der Hauptgrund schlicht, dass sie eine Ansprechperson haben. Die Dialoge werden oft als positiv und stärkend wahrgenommen. Experten schlagen jedoch angesichts dieses Trends Alarm.

Mediziner alarmiert: Drohen „Scheinbehandlungen“ durch KI?

„Die Art, über psychische Probleme zu kommunizieren, hat sich bei jungen Menschen in den vergangenen Jahren deutlich in die digitalen Räume verlagert“, stellt der Psychiater Malek Bajbouj von der Charité in Berlin fest. Er räumt ein, dass solche Technologien Versorgungslücken schließen könnten. Dennoch äußert er eine nachdrückliche Warnung vor einer riskanten Entwicklung.

Bajbouj wird konkret: „Umgekehrt bergen KI-Systeme die Gefahr der Scheinbehandlungen: anstatt professionelle Hilfe zu suchen, bleiben Menschen in Systemen gefangen, die entweder wirkungslos sind oder sogar schädlich sind“.

Alarmierende Statistik: KI statt Arztbesuch?

Was Fachleute besonders beunruhigt: Anwender betrachten die KI offenbar als gleichwertigen Ersatz für eine professionelle Therapie. Eine Zahl aus der Untersuchung untermauert diese Sorge: Erschreckende 62 Prozent der depressiven Nutzer gaben an, dass sie wegen der KI-Gespräche auf einen Besuch beim Arzt oder Psychotherapeuten verzichtet hätten.

Experte Bajbouj bezeichnet dies als eine gefährliche Fehleinschätzung: „KI kann keine Therapie ersetzen.“ Er erläutert, dass die Programme zwar darauf ausgelegt sind, Empathie zu simulieren, aber es fehle an kritischer Reflexion und therapeutischer Anleitung – den Kernstücken einer wirksamen Behandlung.

Tödliches Risiko: Wenn die KI Suizidgedanken befeuert

Für Menschen in einer akuten Krise kann die Situation eskalieren. Bajbouj warnt: „Stand heute sind KI-Systeme häufig nicht krisenkompetent“. Die Konsequenzen sind potenziell katastrophal, denn im Extremfall können die Algorithmen quälende Gedanken oder Suizidabsichten noch intensivieren.

Die Studie liefert auch hierzu eine schockierende Zahl: Mehr als die Hälfte der betroffenen Anwender (53 Prozent) gibt an, nach der Interaktion mit der KI verstärkt über Selbstverletzung oder Suizid nachgedacht zu haben. Dies stellt ein enormes Risiko dar, zumal die meisten Programme nicht für therapeutische Zwecke konzipiert sind und es an Regulierung, Qualitätschecks und Aufsicht mangelt.

Experten appellieren daher eindringlich, bei seelischen Leiden professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe unterstreicht: „Depression ist eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung, und Betroffene sollten sich unbedingt weiterhin an Hausärzte, Psychiater oder Psychologische Psychotherapeuten wenden“. Die Basis für diese Warnungen ist eine Online-Befragung von 2.500 Personen im Alter von 16 bis 39 Jahren, die im März 2026 in ganz Deutschland durchgeführt wurde. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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