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Familienurlaub mit ZoffSo wird die Reise mit Oma und Opa nicht zum Albtraum

Drei Generationen einer Familie machen gemeinsam Urlaub

Copyright: Roger Richter/Westend61/dpa-tmn

Wenn im Vorfeld Erwartungen besprochen und Kompromisse gefunden wurden, kann der Urlaub mit drei Generationen auch so laufen, dass jeder gewinnt.

Urlaub mit Oma & Opa? So vermeiden Sie den Familien-Zoff.

Auf dem Papier klingt es nach der perfekten Lösung: Oma und Opa fahren mit in den Urlaub. Doch was als Traumreise geplant ist, kann schnell zum Zoff für alle werden. Eine Expertin erklärt, wie der Familienfrieden gerettet wird.

Die Vorstellung ist ja auch verlockend. Die Großeltern können endlich mal richtig viel Zeit mit ihren Enkeln verbringen. Die Eltern bekommen eine Atempause, weil die Verantwortung auf mehr Leute verteilt wird. Und die Kinder? Die profitieren von der Engelsgeduld der Großeltern, die auch mal ein zweites Eis spendieren. Sogar der Geldbeutel freut sich: Ein großes Ferienhaus für alle ist oft billiger als zwei einzelne Unterkünfte. Soweit die Theorie.

„Nicht zwangsläufig entlastend“: Die große Erwartungs-Falle

Doch die Koffer sind vor der Reise oft randvoll mit Wünschen, die schnell aufeinanderprallen. Die einen wollen Action, die anderen Entspannung. Die Eltern sehen schon kinderfreie Abende vor sich, während Oma und Opa am liebsten alles gemeinsam machen würden. «Ein Mehrgenerationenurlaub kann sehr positive Effekte haben, mit ausdrücklicher Betonung auf dem Wort "kann"», warnt Dana Mundt von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke-beratung.de). «Aber er ist nicht zwangsläufig entlastend.» Sie rät davon ab, so eine Reise aus Pflichtgefühl anzutreten, denn: «Wenn die Erwartungen zu starr sind, dann sind Konflikte schnell verbunden mit dem Gefühl des Scheiterns.»

Klartext vor der Buchung rettet den Familienfrieden

Deshalb empfiehlt die Kölner Elternberaterin Anna Hofer, die Vorstellungen aller Beteiligten offen zu klären, bevor überhaupt ein Reiseziel gesucht wird. Ihr verblüffend einfacher Ratschlag aus dem Buch «Bei meinem Kind mache ich das anders»: Jeder soll für sich aufschreiben, was er sich von den Ferien erhofft. Dabei müssen alle Wünsche auf den Tisch: Tagesabläufe, Rückzugsorte, Kinderbetreuung und Finanzen. Im Kern geht es um die Balance zwischen Nähe und Abstand. «Das liest man sich dann gegenseitig vor. So erhält man ein realistisches Bild der Erwartungen», erklärt Hofer.

Auf dieser Grundlage kann man dann nach Kompromissen suchen. Und die vielleicht etwas zu romantische Vorstellung der Großeltern vom stundenlangen Familienbrunch mit tobenden Kleinkindern einem Realitätscheck unterziehen. Erst dann lässt sich entscheiden, ob man wirklich zusammen verreisen möchte. Diese offene Art der Aussprache ist Gold wert, meint Hofer: «Wenn man eine solche ehrliche Kommunikation erst einmal etabliert hat, dann kann man sie in vielen Situationen nutzen, zum Beispiel auch bei der Vorbereitung einer Familienfeier».

Erziehungs-Zoff: Wenn Oma und Opa plötzlich alles besser wissen

Ein besonders explosives Thema sind unterschiedliche Erziehungsideen. Wenn Großeltern plötzlich die Regeln beim Essen oder Schlafen aufweichen, fühlen sich Eltern schnell sabotiert. «Eltern sollten ihre Grenzen im Vorfeld klar und zugleich wertschätzend kommunizieren», rät Dana Mundt. Ein Satz wie «Wir sehen, dass ihr euch einbringen möchtet, aber diese Entscheidung wollen wir als Eltern treffen» kann da schon helfen. Oft stecken dahinter alte Rollenmuster, die einen reizen. Es wird einfacher, wenn man seine eigenen Trigger kennt, so Anna Hofer. «Im besten Fall schafft man es, ein bisschen Abstand zu gewinnen und zu lachen, weil man sich wieder selbst auf den Leim gegangen ist.»

Ein perfekter Urlaub mit der ganzen Familie wird es wohl nie sein. Aber mit ehrlichen Absprachen im Vorfeld lässt sich viel Zündstoff vermeiden. «Aber im besten Fall», sagt Anna Hofer, «wird man davon überrascht, dass alles viel besser geklappt hat, als vorher vermutet.» (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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