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„Alle anderen dürfen das“Experte verrät den Satz, der die Diskussion sofort beendet

Eine Frau unterhält sich mit einem Mädchen

Copyright: Christin Klose/dpa-tmn

Kinder testen Grenzen: Für Eltern ist das oft nicht einfach – trotzdem hilft es, nicht zu verhandeln, nur weil «alle anderen» als Beispiele genannt werden.

"Alle anderen dürfen das!" So reagieren Sie richtig.

„Alle anderen dürfen länger aufbleiben“, „Alle anderen haben diesen Film gesehen“, „Alle anderen dürfen schon ein Handy haben“. Kommt Ihnen das bekannt vor? Aus der Perspektive von Kindern ist die Argumentation logisch: Wenn andere das dürfen, will ich es auch! Aber ist das ein Grund für Eltern, ihre Prinzipien über Bord zu werfen, nur weil bei „allen anderen“ angeblich lockere Regeln herrschen?

Der Erziehungsberater und Buchautor Jan-Uwe Rogge sagt dazu: „Interessant ist ja: Diese "anderen" sind selten vollständig anwesend“. Er meint damit: Natürlich gestatten nicht ausnahmslos alle anderen Eltern das, was man dem eigenen Kind gerade verwehren möchte. Bei genauerem Nachhaken bleiben von der großen Gruppe oft nur eine Handvoll Beispiele übrig: mit viel Gestammel drei Mitschüler, nach intensivem Überlegen vielleicht noch zwei Cousinen.

Was tun, wenn Kinder weiter nachbohren?

„Trotzdem kann dieser Satz stark verunsichern“, erklärt Rogge. Der Grund: Er trifft Eltern an einem wunden Punkt, weckt Fragen und Unsicherheiten wie: Bin ich zu streng? Handle ich ungerecht? Verbaue ich meinem Kind den Anschluss?

Laut dem Erziehungsberater spüren Kinder das und bohren gezielt nach. Sie möchten herausfinden, wie standhaft eine Grenze ist. Das A und O in dieser Lage: die eigene Position wahren und sich nicht auf Verhandlungen einlassen, nur weil das Kind testet, so sein Ratschlag.

Grenzen setzen ohne andere als Maßstab

Man muss die eigene Regelung auch nicht groß rechtfertigen oder argumentieren, weshalb in der eigenen Familie andere Maßstäbe gelten. Ganz im Gegenteil. Laut Rogge genügt es, freundlich und bestimmt zu antworten: „Das kann sein. Bei uns gilt diese Absprache“.

Andere Familien sind eben nicht der Vergleichswert, und man muss sich auch nicht mit anderen Eltern messen. Was zählt, sind das eigene Kind, die eigene Familie und die konkrete Situation.

Und auch wenn es streng oder hart klingen mag, man erweist dem Kind damit einen Dienst, so Rogge. „Kinder brauchen solche Sätze, weil sie daran spüren: Da ist jemand, da bleibt jemand, da wackelt nicht alles, nur weil ich wackle und teste.“

ZUR PERSON: Jan-Uwe Rogge, geboren 1947, ist seit fast 50 Jahren als Berater für Familien und Kommunikation tätig und Autor mehrerer Sachbücher über Erziehung. Sein neues Werk „Grenzen setzen ist (k)ein Kinderspiel“ erscheint am 1. Juli. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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