Der japanische Unterhaltungsriese Sony muss sich in Großbritannien wegen des Vorwurfs überhöhter Preise für Playstation-Spiele vor Gericht verantworten.
Zu teuer?Playstation-Fans zerren Sony jetzt vor Gericht

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Der japanische Unterhaltungsriese Sony muss sich in Großbritannien vor Gericht verantworten. Hier ist ein (analoger) Store in Hangzhou (China) zu sehen.
Mit den Preisen habe Sony seine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt und gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen, argumentieren die Kläger in dem am Dienstag in London begonnenen Prozess.
Das japanische Unternehmen, das in dem Verfahren auf rund zwei Milliarden Pfund (rund 2,3 Milliarden Euro) verklagt wird, weist die Vorwürfe zurück.
Sammelklage für rund 12,1 Millionen britische Nutzerinnen und Nutzer
In der Sammelklage für rund 12,1 Millionen britische Nutzerinnen und Nutzer wird Sony vorgeworfen, über den Playstation Store als offizielle digitale Plattform Konsolenspiele deutlich zu teuer verkauft zu haben. Hintergrund ist, dass sich über die Plattform neben Sony-Spielen wie „Gran Turismo“ auch Titel anderer Spieleproduzenten und Studios wie etwa die Blockbuster-Titel „Call of Duty“, „GTA“ oder „Assassin's Creed“ erwerben lassen - allerdings mutmaßlich überteuert, wie die Kläger dem Unternehmen vorwerfen.
So werde etwa „Assassin's Creed Shadows“ im Playstation Store für fast 70 Pfund (rund 81 Euro) angeboten - teils fast doppelt so viel wie im britischen Einzelhandel.
Zugleich habe Sony eine Strategie entwickelt, „um alle tatsächlichen und potenziellen Wettbewerber vom digitalen Vertriebsmarkt auszuschließen“, kritisierte Klägeranwalt Robert Palmer. Der Konzern habe außerdem seine Stellung ausgenutzt und überhöhte Provisionen verlangt.
Sony erklärte, die Beweislage zeige eindeutig, dass die „Rentabilität“ des Playstation-Systems keineswegs überhöht sei, wenn der Preis des jeweiligen Spiels zusammen mit dem Preis der Konsole berücksichtigt werde. Die digitalen Inhalte würden außerdem auf einem ähnlichen Niveau wie auf anderen Plattformen angeboten. (dpa)

