Ein neues Abenteuer im Stil von „Animal Crossing“ und „Minecraft“ überrascht mit einer emotionalen Geschichte, die unter die Haut geht.
Pokémon-SchockBeliebte Welt liegt in Trümmern – du musst sie retten!

Copyright: Pokémon Company/dpa-tmn
Das von Chefkoch Schlaraffel (zweiter von links) zubereitete Essen ist angerichtet und die Pokémon genießen es gemeinsam - guten Appetit!
In „Pokémon Pokopia“ wagen die Entwickler von „Game Freak“ und „Omega Force“ ein spannendes Experiment. Sie verschmelzen das Kult-Franchise mit dem entspannten Gameplay, das Fans von „Animal Crossing“ so lieben.
Das Resultat ist ein zuckersüßer Genuss für alle, die sich seit Langem eine entspannte Lebenssimulation in der Welt der Pokémon gewünscht haben. Das Ganze wird mit einem erstaunlich tiefen Bausystem und einer leicht wehmütigen Handlung verfeinert.
Gestrandet in einer trostlosen Ruinenlandschaft
Im Spiel übernimmst du die Rolle eines Dittos. Dieses besondere Pokémon kann dank seines gallertartigen Körpers jede erdenkliche Gestalt annehmen, sei es andere Pokémon, Objekte oder sogar Menschen. Das Spiel startet mit dem Erwachen des Dittos in einer verwüsteten Trümmerlandschaft. Kenner der Kanto-Region aus den ursprünglichen „Pokémon“-Spielen werden sofort erkennen, dass sie sich inmitten der Überreste von Fuchsania City befinden.
Dein eigener Trainer ist wie vom Erdboden verschluckt. Ditto hat dessen menschliche Form angenommen und irrt nun komplett auf sich allein gestellt durch diese verlassene Gegend. Ein hilfsbereites Tangoloss, das sich als eine Art Pokémon-Professor ausgibt, nimmt die Spielenden an die Hand und erklärt die ersten Spielmechaniken. Zusammen startet ihr den Wiederaufbau der Region, getrieben von der Hoffnung, Pokémon und Menschen wieder anzulocken.
Schaffe, schaffe, Pokémon-Habitate baue
Das Kernstück von „Pokémon Pokopia“ bildet ein auf Blöcken basierendes Bausystem, das stark an „Minecraft“ gemahnt. Die komplette Spielumgebung setzt sich aus Blöcken zusammen, die du abbauen, aufheben und neu platzieren kannst. Du sammelst Rohstoffe, fertigst daraus Bauelemente und fügst diese dann zu Strukturen zusammen – das reicht von einem simplen Blumenbeet bis hin zu kompletten Gebäuden.

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Beschauliches Wuseln: In der Welt von «Pokémon Pokopia» gibt es immer etwas zu tun und zu entdecken.
Wer lieber ohne viel eigenen Aufwand und Fantasie Fortschritte machen möchte, kann auch auf vorgefertigte Baupläne zurückgreifen: Du beschaffst die nötigen Materialien, teilst Helfer-Pokémon für die Arbeit ein – und nur wenig später ist das neue Haus fertig.
Das Ziel des Bauens besteht darin, passende Lebensräume für Pokémon zu errichten. Jedes Pokémon hat dabei individuelle Vorlieben: So braucht etwa Glumanda eine warme, trockene Umgebung, Schiggy möchte in der Nähe von Wasser leben und Bisasam will mehr Licht auf seiner Wiese. Hat man die richtige Umgebung geschaffen, taucht das jeweilige Pokémon auf und zieht in das Habitat ein. Mit der Zeit entsteht so eine quirlige kleine Gemeinschaft.
Ditto als fantastischer Verwandlungskünstler
Die spielerische Finesse liegt in Dittos unglaublicher Gabe, die Gestalt anderer Pokémon anzunehmen und dabei deren Angriffe zu übernehmen. Schon früh im Spiel bringt dir Schiggy die sogenannte Aquaknarre bei, eine Fähigkeit, mit der du ausgetrockneten Boden bewässern und tote Bäume wieder grün werden lassen kannst. Bisasam hat das Blattwerk zu bieten, um neues Gras aus verdorrtem Boden wachsen zu lassen. Später kann man sogar als Lapras über Wasser schwimmen oder als Dragoran durch die Luft gleiten.
All das wird mit großer Liebe zum Detail umgesetzt. Wenn Ditto die Aquaknarre benutzt, wächst ihm ein kleiner Schiggy-Panzer auf dem Rücken. Fällt man aus großer Höhe, platscht Ditto einfach als rosaroter Schleimklumpen auf den Boden - um sich sogleich wieder in Form zu bringen. Unterm Strich ist man im Spiel ein seltsames, formbares Wesen, das eine menschliche Hülle trägt - und das macht den Charakter so sympathisch.

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Bisasam sorgt nicht nur für grüne Daumen, sondern regelrecht für grüne Arme: Mit Hilfe dieses Pokémon lassen Spielende verdorrten Boden wieder aufblühen und erschaffen grüne Wiesen, wo vorher trostlose Steppe war.
Charakterstarke Pokémon: aufgedreht, vornehm oder freundlich
Ein großes Highlight sind die interessanten Persönlichkeiten der Pokémon im Spiel. Glurak ist erwartungsgemäß ein lautes, aufgedrehtes Wesen während sich etwa Honweisel vornehm und förmlich gibt. Tangoloss führt als freundlicher Ranken-Haufen durch die täglichen Aufgaben. Pokémon spielen miteinander Verstecken, reagieren auf Gegenstände, die man in der Welt platziert, und schließen untereinander Freundschaften. Weist man Pokémon an, einem zu folgen, hat man eine kleine Gruppe von Begleitern dabei, die einem etwa helfen, ein Lagerfeuer zu entfachen.
Besonders reizvoll sind die Augenblicke, in denen Pokémon auf menschliche Gegenstände stoßen – etwa ein Fahrrad, eine Landkarte oder ein altes Werkzeug – und wild darüber rätseln, wozu diese Dinge wohl gut sein könnten. Da die Pokémon für die spielende Person verständlich reden (ein für das Pokémon-Universum untypisches Element, da sie normalerweise nur ihren Namen sagen können), wirken diese Szenen wie humorvolle Einlagen, die die Spielwelt mit Leben erfüllen.
Eine überraschend emotionale Geschichte
Wer die Trümmer der Welt durchkämmt, stößt auf Notizen, Tagebücher und verborgene Hinweise, die aufklären, was mit der Welt geschehen ist. Die Hintergrundgeschichte entwickelt sich in einem sehr angenehmen Rhythmus – und geht besonders denjenigen nahe, die mit der Kanto-Region vertraut sind. Das Spiel setzt gezielt auf die Bekanntheit der ursprünglichen Region: Du betrittst eine Ruine und begreifst plötzlich, was dieser Ort früher einmal war.
Der Gegensatz zwischen der heiteren Gegenwart und der tragischen Vergangenheit gibt dem Spiel eine unerwartete Tiefe und zugleich eine bittersüße Wehmut. Auch der Soundtrack leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Vertraute Melodien aus früheren „Pokémon“-Titeln werden aufgegriffen und in eine melancholische Stimmung versetzt – gerade bekannt genug, um Nostalgie hervorzurufen, und gerade fremd genug, um zu verdeutlichen, dass diese Welt nicht mehr die alte ist.
Fazit: Groß, komplex, langlebig - mit kleineren Kritikpunkten
„Pokémon Pokopia“ ist wesentlich größer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Die Haupthandlung lässt sich laut dpa in ungefähr 35 Stunden beenden. Wer jedoch sämtliche 300 Pokémon im Pokédex – einem Verzeichnis für Pokémon – registrieren will, wird erheblich mehr Zeit investieren müssen. Es gibt vier freischaltbare Hauptgebiete mit verschiedenen Landschaftstypen, Habitaten und Pokémon-Spezies.

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Kein Zweifel: DJ Rotom sorgt für Stimmung. Wie gut, dass es diesem Pokémon gelungen ist in eine Anlage zu schlüpfen.
Trotzdem gibt es kleinere Mängel: Das Inventarsystem ist dezentral organisiert. Jede Region verfügt über eigene Lagerkisten, ein zentrales Depot fehlt. Wer im späteren Spielverlauf nach bestimmten Rohstoffen sucht, muss sich durch etliche Ladebildschirme kämpfen. Zudem war die Leistung des Spiels, wie die dpa meldet, stark von der jeweiligen Version abhängig. Die digitale Fassung aus dem Nintendo-Online-Shop lud spürbar flotter als die physische Variante in der Hülle.
„Pokémon Pokopia“ ist für rund 80 Euro erhältlich und hat eine Altersfreigabe ab sechs Jahren (USK). Es handelt sich jedoch nicht um ein simples Kinderspiel mit „Pokémon“-Anstrich, sondern um eine durchdachte Hommage an ein komplettes Genre – realisiert mit dem Charme einer der populärsten und größten Marken der Welt. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

