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Look aus dem WeltallNeues Nothing Phone im Test hat aber auch klare Schwächen

Eine Frau hält das Nothing Phone (4a) Pro

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Ein spaciger Block Aluminium. Das Metallgehäuse des Nothing (4a) Pro ist aus einem Stück gefräst.

Handy wie aus dem All: Dieses Zukunfts-Design hat einen Haken

Die Optik ist eine Wucht – eine Mischung aus Apollo-Kapsel, edlem Airstream-Trailer und Profi-Küche, mit einem Hauch von iPhone 17 Pro. Man fühlt sich sofort in die Ära der Raumfahrt und den Optimismus der 60er-Jahre zurückversetzt. Das ist eine Leistung, die Nothing so schnell keiner nachmacht. Im Android-Lager baut derzeit kein anderer Anbieter derart charakterstarke Geräte. Dieses Smartphone verkörpert das Weltraumzeitalter.

Doch hinter der ganzen Design-Magie verbirgt sich im kryptisch benannten Phone (4a) Pro grundsolide Technik, die ab etwa 480 Euro zu haben ist. Im Herzen des 6,8-Zoll-Smartphones schlägt ein Snapdragon 7 der 4. Generation, unterstützt von 8 oder 12 GB RAM. Beim UFS-Speicher hat man die Wahl zwischen 128 oder 256 GB. Mit an Bord sind drei Kameras inklusive Teleobjektiv, WLAN 6 und ein Akku mit 5080 Milliamperestunden. Dual-SIM wird über eine physische Karte und eine eSIM realisiert.

Das Nothing Phone (4a) Pro

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Ein Design zwischen Apollo-Programm, Airstream-Wohnwagen und reduziertem Retro-Futurismus - mit diesem Look sticht Nothing momentan aus der Masse hervor.

Der AMOLED-Bildschirm leuchtet kräftig, passt seine Wiederholrate dynamisch an und liefert ein gestochen scharfes Bild. Für das Betriebssystem Nothing OS 4.1, das auf Android 16 aufbaut, wird eine Versorgung mit drei Jahren Versions-Updates und sechs Jahren Sicherheitspatches in Aussicht gestellt.

Tatsächlich ein überzeugendes Gesamtpaket. Der einzige Wermutstropfen: Strom tanken ohne Kabel ist nicht drin.

Eine Kamera für Weltraumträume und den Social Media Feed

Abgesehen vom erfreulich sauberen und zügigen Betriebssystem – womit sich Nothing klar von überladenen Android-Versionen von Samsung, Xiaomi und anderen abgrenzt – liegt ein Hauptaugenmerk auf der Kamera.

Das Trio liefert laut dpa schnelle, detailreiche und ziemlich farbtreue Bilder. Ein echtes Highlight in diesem Preissegment: die Telekamera mit einer 3,5-fachen optischen Vergrößerung. Mit dieser kommt man beeindruckend nah an Motive heran. Der bis zu 140-fache, KI-gestützte Zoom ist zwar ein nettes Gimmick, aber alles über einer 20-fachen Vergrößerung ist praktisch unbrauchbar.

Eine Frau hält das Nothing Phone (4a) Pro

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Knapp 8 Millimeter misst das Nothing (4a) Pro und liegt dabei ganz angenehm kühl in der Hand.

In der zugehörigen App gibt es außerdem eine Reihe nützlicher Spielereien wie Farbprofile, Filter und Effekte. Diese lassen sich teilweise als Widgets auf dem Startbildschirm platzieren, um per Fingertipp zum Beispiel stets Fotos mit einer simulierten 48-Millimeter-Brennweite im Stil „Cold Retro Future“ aufzunehmen. Das Phone (4a) Pro ist also nicht nur für das Weltraum-, sondern auch für das Social-Media-Zeitalter gewappnet.

Wo sich dann doch die Mittelklasse bemerkbar macht, ist die Geschwindigkeit. Der Wechsel zwischen den Objektiven dauert manchmal eine kurze Gedenksekunde, ebenso die anschließende Bildverarbeitung. Bei schwachem Licht lässt zudem die Bildqualität in den Details nach.

Viele kleine helle Punkte und ein Akku für die Mittelstrecke

Neben der Kamera ist die Glyph Matrix prominent platziert. Dies ist eine runde Anordnung von LED-Lichtern, die erstmals beim Nothing Phone (3) zum Einsatz kam. Sie ist nun größer, verfügt aber über weniger einzelne Punkte. Sie dient als Zweit-Display für die Uhrzeit, für Anrufanimationen und visuelle Hinweise. Man kann etwa individuelle Symbole für Anrufer festlegen – ein Herz für den Lieblingsmenschen zum Beispiel. Insgesamt ein schönes Detail, aber wohl kaum ein entscheidender Kaufgrund.

Eine Frau hält das Nothing Phone (4a) Pro

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Das Betriebssystem Nothing OS ist optisch angenehm reduziert, erlaubt viele Einstellungsmöglichkeiten und soll mindestens drei Jahre aktuell gehalten werden.

Ein Bereich, in dem das (4a) Pro schwächelt, ist der Akku. Obwohl er auf dem Papier groß ist und dank Silizium-Karbon-Technik nach 3 Jahren Dauerbetrieb noch 90 Prozent seiner Kapazität haben soll, reicht die Energie im Alltag oft nur knapp für einen Tag. Da halten manche dünneren Android-Geräte besser durch. Aufgeladen wird mit 50 Watt über ein Kabel – das Gehäuse im Raumkapsel-Stil aus Aluminium verhindert das Laden ohne Kabel.

Die Konkurrenz ist stark - sogar im eigenen Haus

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten, was aber meist zu nichts führt. Rein subjektiv kann dem Phone (4a) Pro in Sachen Design derzeit kaum ein anderes Gerät das Wasser reichen. Es ist einfach ein Hingucker. Und das allein ist ja manchmal schon ein Kaufargument.

Für 479 Euro bekommt man den Einstieg in die Smartphone-Raumkapsel mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. Die Ausführung mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher kostet 549 Euro – hier macht sich die aktuelle Speicherknappheit bemerkbar. Im Vergleich zum Vorgängermodell sind das fast 90 Euro mehr.

Das Nothing Phone (4a) liegt auf dem Nothing Phone 4a Pro

Copyright: Nico Tapia/dpa-tmn

Upsi, starke Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Das Nothing (4a) ohne Pro (r) leistet nur ein bisschen weniger, kostet dafür aber deutlich weniger. Aber gefällt das Design?

Die Wahrheit ist aber auch: Mit dem Nothing Phone (4a) ohne den Pro-Zusatz gibt es einen starken Konkurrenten aus dem eigenen Unternehmen. Es besitzt ein ähnliches Display, die gleiche Akkukapazität, eine fast identische Leistung und sogar die 3,5-fach-Zoomkamera. Und es ist circa 120 Euro billiger. Allerdings fehlt ihm das elegante Alu-Gehäuse und dieser futuristische Look. Es folgt der typischen Nothing-Optik mit Weiß, Grau und vielen Formen, hat aber einen Leuchtstreifen anstelle der Glyph Matrix. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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